Das Wichtigste im Überblick
- Im Hohen Venn dauern die Löscharbeiten gegen den Großbrand weiter an. Immerhin haben die Flammen am Montag kaum noch an Fläche gewonnen, unter Kontrolle ist das Feuer weiter nicht.
- Bei den Arbeiten erlitten zwei Feuerwehrleute eine Rauchvergiftung. Sie werden im Krankenhaus behandelt, ihr Zustand gilt als stabil.
- Die Löscharbeiten werden voraussichtlich noch Wochen weitergehen. Rund 500 Menschen sind am Boden im Einsatz, darunter Feuerwehrleute, Landwirte, Soldaten und deutsche Verstärkungskräfte.
- Die Hilfsbereitschaft seit Beginn des Vennbrandes ist enorm. So groß, dass die Behörden inzwischen vorerst keine weiteren Spenden mehr benötigen.
Updates
12:18: Quentin Grégoire, der Leiter der Hilfeleistungszone Vesdre-Hoëgne & Plateau, fordert angesichts des Waldbrands im Hohen Venn eine sachliche Debatte über den Katastrophenschutz in Belgien. Er schlägt unter anderem eine feste Koordinationsstruktur für alle wallonischen Hilfeleistungszonen vor. Er fordert außerdem dringend, dass mehr Spezialeinsatzkräfte ausgebildet werden, um auf neue Risiken eingehen zu können. Insgesamt brauche es mehr hauptamtliche Feuerwehrleute und auch mehr Mittel für Prävention.
12:08: Die Veranstaltung Le Beau Vélo de Ravel vom Wochenende an der Eupener Talsperre ist abgesagt. Das hat der Eupener Sportschöffe Josef Thaeter dem BRF bestätigt. Wegen der Löscharbeiten im Hohen Venn ist der Bereich an der Talsperre auf unbestimmte Zeit gesperrt.
11:55: Der Innenausschuss der Kammer kommt am Donnerstag zu einer Sondersitzung zum Waldbrand im Hohen Venn zusammen. Innenminister Bernard Quintin soll dort Fragen der Abgeordneten beantworten. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Frage, wie Belgien auf mögliche weitere Waldbrände vorbereitet ist. Die Abgeordneten wollen außerdem wissen, warum für den Brand im Hohen Venn keine föderale Krisenphase ausgerufen wurde. Auch mögliche Auswirkungen der Sparmaßnahmen beim Zivilschutz sollen thematisiert werden.
11:40: Der verheerende Waldbrand im Venn ist nach Einschätzung des WWF ein deutliches Warnsignal angesichts des Klimawandels. Die Moore im Venn speichern große Mengen an Wasser und Kohlenstoff und wirken damit als natürlicher Schutz vor den Folgen des Klimawandels.
Der WWF fordert die Behörden deshalb auf, die Wiederherstellung geschädigter Moorlandschaften zu einer absoluten Priorität zu machen. Die Organisation bedauert zudem, dass durch den Brand auch Ergebnisse jahrelanger Renaturierungsarbeiten zerstört wurden. In den wiederhergestellten Moorgebieten waren zuletzt seltene Vogelarten zurückgekehrt.
11:20: Die Löschhubschrauber und -flugzeuge, die auf ihren Einsatz im Hohen Venn warten, können noch nicht starten. Das liegt vor allem an dem Rauch über dem Brandgebiet.
Die Einsatzkräfte am Boden sind unter anderem damit beschäftigt, Bäume zu fällen, deren Wurzeln verbrannt sind, und die umzustürzen drohen. Das ist eine Sicherheitsmaßnahme für die Feuerwehrleute. Außerdem werden Böden abgegraben. Die Brandlinie entlang der verbrannten Fläche wird von den Feuerwehrleuten weiterhin gesichert.
10:57: Während am Montag noch Nordwestwind vorherrschte und Rauch in Richtung Büllingen und Bütgenbach zog, hat der Wind inzwischen auf Südwest bis West gedreht. Dadurch wird der Rauch derzeit vor allem in Richtung Deutschland getragen. Besonders der Raum Kalterherberg und Monschau muss mit einer stärkeren Rauchbelastung rechnen. Das Eupener Land sowie Büllingen und Bütgenbach dürften dagegen weitgehend verschont bleiben.
Mehr zum Wetter im Wettertalk mit BRF-Experte Karsten Brandt:
10:46: Das Feuer im Hohen Venn hat sich in den vergangenen Stunden nicht weiter ausgebreitet, brennt aber weiterhin. Das teilte der Sprecher des Öffentlichen Dienstes der Wallonie (SPW), Nicolas Yernaux, am Dienstagmorgen mit. Die Aufgabe besteht jetzt darin, Brandbarrieren entlang der nördlichen und östlichen Seite des Brandgebietes zu sichern. Ziel sei es, das Feuer einzukreisen und dadurch unter Kontrolle zu bringen.
10:10: Die Arbeit der Feuerwehr ist weiterhin schwierig. Das bestätigt auch Forstamtsleiter René Dahmen: "Der Wind ist ein Problem, der ganze Qualm wird auf die Ostflanke getrieben, das ist die Flanke neben Küchelscheid/deutsche Grenze. Das muss heute stabilisiert werden. Die Feuerwehrleute sind wegen der Windrichtung total im Qualm und im Regen."
09:40: Die Stadt Spa verbietet den Zugang zum Naturpark Hohes Venn auf seinem Gebiet noch mindestens bis einschließlich Mittwoch aufgrund des dort wütenden Großbrandes. Das gab die Stadt über die sozialen Medien bekannt. Die Maßnahme dient der Sicherheit der Besucher und soll den Rettungskräften die Möglichkeit geben, die Flammen ungehindert zu bekämpfen. Auf dem Gebiet von Spa befinden sich mehrere Sehenswürdigkeiten wie der Jean-Valière-Aussichtsturm und verschiedene Wanderwege.
08:55: Die Gemeinde Bütgenbach schreibt auf Facebook: "Die aktuellen Bedingungen erlauben leider noch keine Rückkehr der Einwohner von Küchelscheid und Leykaul. Dies, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Wir sind uns der Schwierigkeit dieser Situation bewusst und bedanken uns bei den Einwohnerinnen und Einwohnern für Ihre Geduld und Kooperation." Die Gemeinde bedankt sich auch ausdrücklich bei allen Helfern.
08:37: Hinter den Einsatzkräften liegt eine schwierige Nacht. Die Wetterbedingungen erschweren den Einsatz. Über dem Brandgebiet hängt weiter eine dichte Rauchwolke, dadurch konnten die Löscharbeiten aus der Luft nicht die gewünschte Wirkung entfalten. Die Arbeiten werden jetzt wieder auf den Boden verlagert.
Der Westwind droht, das Feuer in Richtung Deutschland auf einen Fichtenwald zu treiben. Das versuchen die Einsatzkräfte um jeden Preis zu verhindern und haben begonnen, Boden abzugraben. Ziel ist es, die Flammen einzukreisen. Helfen könnte der für Dienstag gemeldete Regen, wenn er ergiebig genug ausfällt. Der Regen am Montag ist größtenteils auf dem heißen Boden verdampft.
08:32: Die Webstreams der BRF-Radioprogramme sind ab sofort wieder abrufbar. Sie waren in der Nacht wegen einer technischen Störung nicht empfangbar. Die Störung ist behoben. Wir bitten, die Unannehmlichkeit zu entschuldigen.
BRF1 und BRF2 waren aber jederzeit über die üblichen UKW-Frequenzen und DAB+ zu hören.
08:09: In Malmedy wird die städtische Kinderkrippe ihren Betrieb wieder aufnehmen, auch Ferien- und Freizeitangebote sollen wieder stattfinden. Nach Angaben der Stadt sind außerdem die FFP2-Masken aus dem strategischen Vorrat freigegeben worden. Sie sind beim Einwohneramt erhältlich.
07:19: Die offizielle Spendenhotline, die erst am Sonntag eingerichtet worden war, berichtet von einer enormen Hilfsbereitschaft. Privatpersonen boten schweres Gerät, Nahrungsmittel, Geld und Medikamente an, aber auch medizinische Dienstleistungen. Die Hotline ist seit Montagabend wieder geschlossen.
06:56: Bei den Arbeiten erlitten zwei Feuerwehrleute eine Rauchvergiftung. Sie werden im Krankenhaus behandelt, ihr Zustand gilt als stabil.
06:34: Im Hohen Venn dauern die Löscharbeiten gegen den Großbrand weiter an. Immerhin haben die Flammen am Montag kaum noch an Fläche gewonnen, unter Kontrolle ist das Feuer weiter nicht.
Regen und Wind haben die Ausbreitung des Feuers zuletzt gebremst. Problematisch bleibt jedoch eine Brandfront im Osten, die für die Einsatzkräfte zu Fuß nicht zugänglich ist. Insgesamt sind bisher mehr als 3.000 Hektar Natur zerstört worden.
Die Löscharbeiten werden voraussichtlich noch Wochen weitergehen. Im Kampf gegen die Flammen wurden auch am Montag umfangreiche Löschmittel aus der Luft eingesetzt. Deutschland und Norwegen schickten je zwei Hubschrauber, zusätzlich zu den beiden Hubschraubern der föderalen Polizei, einem niederländischen Hubschrauber und zwei schwedischen Flugzeugen.
Rund 500 Menschen sind am Boden im Einsatz, darunter Feuerwehrleute, Landwirte, Soldaten und deutsche Verstärkungskräfte. René Dahmen, der Forstamtsleiter in Elsenborn, hofft, dass das Feuer am Dienstag oder spätestens am Mittwoch unter Kontrolle ist.
Die evakuierten Einwohner von Sourbrodt konnten am Montagabend in ihre Häuser zurückkehren.
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belga/sh