Das Wichtigste im Überblick
- Im Hohen Venn sind bisher 3.200 Hektar Opfer der Flammen geworden. Das sagte ein SPW-Sprecher dem BRF.
- Rund 500 Einsatzkräfte und mehr als 120 Fahrzeuge sind vor Ort. Hubschrauber und Löschflugzeuge unterstützen die Einsatzkräfte aus der Luft.
- Rund 600 Einwohner aus Sourbrodt, Küchelscheid und Leykaul mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen.
- Auf deutscher Seite ist die Lage stabilisiert. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf die Ortschaften Ruitzhof und Geisberg (Kalterherberg) verhindern. Die rund 30 Bewohner waren am Sonntag in Sicherheit gebracht worden.
- Der Regen hilft den Einsatzkräften an der Feuerfront, ist aber nicht ausreichend. Das Feuer sorgt in der Region für extrem giftigen Rauch und eine hohe Feinstaubbelastung.
Updates
12:51: Die Bewohner von Sourbrodt, Küchelscheid und Leykaul, die aufgrund des Feuers vorsorglich in Sicherheit gebracht worden sind, können nach wie vor nicht in ihre Häuser zurück. Das hat der Gouverneur der Provinz Lüttich in einer Mitteilung bekannt gegeben. Die Bedingungen erlaubten es bisher nicht, dass die Bewohner sicher in ihre Häuser zurückkommen. Bisher hat es bei den Löscharbeiten zwei Leichtverletzte gegeben. Auch das hat der Gouverneur der Provinz Lüttich bekannt gegeben. Eine Person zog sich demnach eine Verletzung am Rücken zu. Die andere verletzte sich am Knöchel.
12:39: Drei Feuerwehrleute aus Vielsalm sind heute morgen bei einem Unfall leicht verletzt worden. Ihr Löschfahrzeug rutschte auf der Strecke zwischen Grand-Halleux und Trois-Ponts auf einer Dieselspur aus und kippte um. Die Einsatzkräfte wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Sie waren wegen eines vermeintlichen Waldbrands bei Trois-Ponts unterwegs. Dabei handelte es sich um einen Fehlalarm. Der gemeldete Rauch stammte vom Brand im Hohen Venn.
12:29: Bei der Bekämpfung des Waldbrands im Hohen Venn sollen heute insgesamt neun Fluggeräte eingesetzt werden: Zwei schwedische Löschflugzeuge, zwei Hubschraubern der föderalen Polizei, jeweils zwei Hubschrauber aus Deutschland und Norwegen und einer der beiden niederländischen Chinook-Hubschrauber. Laut dem Leiter des Forstamts Verviers, Yves Pieper, sollen die deutschen Hubschrauber ab mittags fliegen und die norwegischen ab 18 Uhr. Der tatsächliche Start hänge aber von den Wetterbedingungen ab.
Die Unterstützung aus der Luft sei enorm wichtig, sagt Yves Pieper: "Es gibt Stellen, die wir zwar beobachten können, aber an die wir nicht ran kommen. Die sind auch viel zu gefährlich für die Einsatzkräfte, weil das Feuer nach wie vor dreht. Der Boden ist sehr heiß und die Rauchentwicklung ist extrem, so dass Menschen zu Schaden kommen können."
11:53: Aufgrund der Brandbekämpfung sind mehrere Straßen und wichtige Verbindungen gesperrt: Bütgenbach-Monschau-Eupen (N669) und Bütgenbach-Sourbrodt-Eupen (N68). Die Strecke über Gileppe bleibt ebenfalls gesperrt. Die Verbindung Bütgenbach-Eupen über Weismes, Malmedy und Autobahn ist geöffnet.
11:33: Bis zum Abend (ca. 21 Uhr) weht ein kräftiger Wind mit bis zu 30 km/h aus nordwestlicher Richtung, sagt BRF-Wetterexperte Karsten Brandt im BRF. Für die Einwohner der Gemeinden Bütgenbach und Büllingen bedeutet das eine starke Rauch- und Geruchsbelästigung. Die Einwohner sollten vermeiden, sich ohne Maske draußen aufzuhalten.
In der Nacht flaut der Wind ab, dreht aber auch mehrmals. Auch die Gemeinden Eupen und Raeren können dann vom Rauch kurzzeitig betroffen sein.
Die gute Nachricht: Morgen früh regnet es wieder. Das hilft den Feuerwehrleuten beim Löschen und macht die Luft etwas sauberer. Der Wind dreht Richtung Deutsche Eifel.
Radio-Interview mit BRF-Wetterexperte Karsten Brandt im Player::
10:02: Verteidigungsminister Theo Francken hat angekündigt, dass er einen nationalen Brand-Aktionsplan erstellen wird. Der Plan soll im September dem Parlament vorgelegt werden. Die Armee stellt auf Anfrage des Zivilschutzes Hilfe bei der Bekämpfung von Bränden zu Verfügung. Das ist auch aktuell im Hohen Venn der Fall.
09:54: Die Flammenfront bereitet weiter große Mühe. Die Feuerwehr muss an allen Fronten enorm wachsam bleiben. Luftaufnahmen sollen Aufschluss über die Lage nach der Nacht geben. Derzeit breitet sich das Feuer noch in nordöstlicher Richtung aus in sehr schwer erreichbarem Gelände. Dort ist die Hilfe aus der Luft besonders wichtig. An anderen Stellen ist das Feuer unter Kontrolle. Dabei hat auch der Regen geholfen. Aber immer wieder flackern Flammen auf, die sofort bekämpft werden müssen.
09:02: König Philippe trifft heute die Einsatzkräfte, um ihnen seine Unterstützung im Kampf gegen das Feuer auszudrücken. Zuerst informiert er sich im Krisenzentrum der Provinz in Vottem über den Stand der Dinge. Danach besucht er das Koordinationszentrum in Sourbrodt. Bereits am Samstag hatte der König in einem kurzen Kommuniqué den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz gedankt.
08:45: Die deutsche Bundeswehr entsendet zwei Löschhubschrauber. Auch sie sind mit einem "Bambi Bucket" ausgestattet, einem riesigen Wasserbehälter, der wie ein Eimer unter den Hubschrauber gehängt wird. Damit kann Wasser aus kleineren Teichen und Flüssen geschöpft werden. Bei jedem Flug können 2.000 Liter abgelassen werden. Sie waren bereits an dem großen Löscheinsatz gegen das Feuer bei Hürtgenwald in der Nordeifel beteiligt.
Norwegen schickt ebenfalls zwei Löschhubschrauber. Auch die Niederlande stellen heute einen Hubschrauber zur Verfügung. Die zwei Hubschrauber der föderalen Polizei kommen heute ebenfalls wieder zum Einsatz. Auch de zwei schwedischen Löschflugzeuge nehmen heute ihre Arbeit wieder auf. Sie waren gestern zum ersten Mal eingesetzt worden.
07:45: Das Feuer sorgt in der Region für extrem giftigen Rauch und eine hohe Feinstaubbelastung.

07:40: Der Brand im Hohen Venn hat inzwischen eine Fläche von schätzungsweise 3.200 Hektar erfasst. Das sagte der Sprecher des Öffentlichen Diensts der Wallonie, Nicolas Yernaux, dem BRF bei einem Update am Kommandozentrum, das inzwischen nach Sourbrodt verlegt worden ist. Das Feuer ist nach wie vor noch nicht unter Kontrolle.
07:22: Nach Angaben der Feuerwehr spielen derzeit Regen, nachlassender Wind und hohe Luftfeuchtigkeit den Einsatzkräften in die Hände. "Allerdings ist der Wind sehr launisch und wechselhaft - unvorhersehbar", sagte der Sprecher des Öffentlichen Diensts der Wallonie, Nicolas Yernaux, dem BRF. "Der Regen ist nicht ausreichend. Wegen der Hitze verdampft der Regen, bevor er den Boden erreicht hat. Er hilft aber, die noch nicht betroffenen Flächen feucht zu halten, damit sie erst gar nicht in Gefahr geraten."
06:58: Rund 500 Einsatzkräfte und mehr als 120 Fahrzeuge sind vor Ort. Tagsüber haben sechs Luftfahrzeuge die Löscharbeiten aus der Luft unterstützt. Darunter waren zwei niederländische Chinook-Hubschrauber und zwei schwedische Flugzeuge. In der Nacht sind die Einsätze aus der Luft eingestellt worden, im Laufe des Tages werden zwei Hubschrauber aus Norwegen erwartet. Am Boden gehen die Löscharbeiten weiter.
06:42: Zusammenfassung von Tag drei des Vennbrands:
06:31: Nach Angaben des Lütticher Provinzgouverneurs hat am Sonntag Nordwind die Flammen in Richtung Südosten getrieben. Die Flammen haben so auch einen Fichtenwald erreicht. Das erschwert die Löscharbeiten.
06:24: Die Behörden bitten die Bevölkerung, das Einsatzgebiet zu meiden. Hilfsangebote sollen über die Informationsnummer 1771 koordiniert werden. Haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel können am Montag zwischen 10 und 12 Uhr bei der Lebensmittelbank in Rocourt - rue de la Tonne 80C à 4000 Rocourt - abgegeben werden.
06:05: Das Feuer im Hohen Venn rückt auf die erste Wohnsiedlung auf deutschem Gebiet in der Gemeinde Kalterherberg vor. Die Flammen stünden etwa 300 Meter vor den Gebäuden, die wenige Stunden vorher evakuiert worden waren, sagte Monschaus Feuerwehrsprecher Tobias Schell. Die Häuser in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnern waren gegen 22 Uhr geräumt worden. Für Menschen, die nicht bei Familie oder Freunden unterkommen können, ist eine Betreuungsstelle in der Sekundarschule in Simmerath eingerichtet.
Zwischen dem Feuer und den Häusern liegen Wiesen, die die Feuerwehr in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt hat. Inzwischen hat sich die Lage dort stabilisiert. Im Minutentakt rauschten in der Nacht Transporter mit Wassertanks durch Kalterherberg, das zu Monschau gehört, ins Einsatzgebiet. Das Wasser muss von der Talsperre Perlenbach herbeigeschafft werden. Gegen 16 Uhr am Sonntag sei die Anfrage aus Belgien gekommen, bei der Brandbekämpfung zu helfen.
okr/est/km/vk