Der Wind bleibt im Zusammenhang mit dem Großbrand im Hohen Venn ein entscheidender Faktor. Wetterexperte Karsten Brandt erwartet für den weiteren Tagesverlauf überwiegend Wind aus nordwestlicher Richtung mit Geschwindigkeiten von etwa 20 bis 30 Stundenkilometern. Diese Wetterlage dürfte bis zum Abend anhalten.
Damit liegt insbesondere der Raum Büllingen und Bütgenbach in der Abwindfahne des Brandgebiets. Auch Rocherath, Weywertz, Elsenborn, Nidrum und weitere Orte in der Umgebung müssen mit einer deutlichen Rauch- und Geruchsbelastung rechnen. Auch Teile der Deutschen Eifel sowie unter anderem Amel, Burg-Reuland, Hellenthal, Prüm und Bitburg können vom Rauch betroffen sein.
Je weiter die Entfernung zum Brandgebiet zunimmt, desto stärker wird sich der Rauch mit der Umgebungsluft vermischen und entsprechend verdünnen.
Rauchbelastung nicht unterschätzen
Brandt betont, dass die erwartete Rauchbelastung ernst genommen werden sollte. Insbesondere empfindliche Personengruppen sollten den Aufenthalt in stark belasteten Bereichen möglichst vermeiden und Rauch nicht über längere Zeit einatmen. Dazu zählen unter anderem kleine Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Auch das Tragen einer Schutzmaske werde empfohlen.
Für die Einsatzkräfte bedeutet die wechselnde Windsituation eine zusätzliche Herausforderung. Die Windentwicklung müsse laufend beobachtet werden, da sich Richtung und Stärke im Verlauf verändern können.
Wind wird in der Nacht schwächer – aber unberechenbarer
Ab dem Abend lässt der Wind voraussichtlich nach. Gleichzeitig wird die Windrichtung laut Brandt chaotischer und wechselhafter. Dadurch kann die Rauchfahne zeitweise in unterschiedliche Richtungen ziehen.
In der zweiten Nachthälfte – etwa zwischen zwei und vier Uhr – wird eine erneute Drehung des Windfeldes erwartet. Kurzzeitig könnte sich die Rauchfahne dabei auch in Richtung des Raerener Raums bewegen. Diese Phase dürfte allerdings nur von kurzer Dauer sein.
Ergiebiger Regen am Dienstagmorgen
Eine wichtige Entlastung könnte der Wetterumschwung am Dienstagmorgen bringen. Zwischen etwa drei und acht Uhr wird erneut ergiebiger Regen für das Hohe Venn und Ostbelgien erwartet.
Der Niederschlag wird den Brand nach Einschätzung des Wetterexperten zwar nicht vollständig löschen, kann die Löscharbeiten aber deutlich unterstützen. Gleichzeitig trägt der Regen dazu bei, Schadstoffe und Feinstaub aus der Luft auszuwaschen und damit die Luftqualität vorübergehend zu verbessern.
Mit dem Regen soll sich auch die Windrichtung verändern. Der Wind dreht voraussichtlich auf eine West-Ost-Strömung. Dadurch könnte sich die Rauchbelastung anschließend stärker in Richtung Kalterherberg und Monschau sowie in Teile der Deutschen Eifel verlagern.
lo/fk