Auf der Vennstraße im Bereich Baraque Michel sind die Einsatzkräfte am Montagabend weiterhin im Großeinsatz, um ein Übergreifen der Flammen über die N68 zu verhindern. Erschwert wird die Arbeit durch extreme Bedingungen: Das Feuer dringt tief in die trockenen Torfböden ein, weshalb Experten mit Nachlösch- und Aufräumarbeiten rechnen, die noch Wochen oder Monate andauern können. Das bestätigte auch der Forstamtsleiter von Verviers, Yves Pieper.
Regen bringt keine Entwarnung
Der in den Morgenstunden gefallene Regen hat den Einsatzkräften zwar vor Ort geholfen, konnte das tief sitzende Feuer im Boden jedoch nicht vollständig löschen. Besonders im Nordosten des Gebiets bleibt die Lage aufgrund der schweren Unzugänglichkeit des Geländes unübersichtlich.
Die Ausbreitung des Feuers geht an manchen Stellen weiter, allerdings langsamer als in den Tagen zuvor. An Spekulationen von Medien, wonach der Brand innerhalb der nächsten 72 Stunden unter Kontrolle sein könnte, wollte sich Forstamtsleiter Yves Pieper nicht beteiligen. Er ist aber zuversichtlich, dass es gelingen wird.
Zur Definition: Einen Brand "unter Kontrolle zu bringen" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich das Feuer nicht mehr ausweitet und die Feuerwehren es systematisch zurückdrängen können. Damit ist die akute Gefahr eines unkontrollierten Wachstums gebannt, auch wenn anschließend umfangreiche Nachlöscharbeiten erforderlich bleiben.
Moral der Einsatzkräfte und königlicher Besuch
Am vierten Tag der Löscharbeiten sind viele der Einsatzkräfte und Mitarbeiter des Forstamtes stark übermüdet. Hinzu kommt große Traurigkeit: Viele der freiwilligen Feuerwehrleute und Forstleute stammen aus der Region, lieben die Naturlandschaft und leiden tief mit angesichts der Zerstörung. Dennoch ist die Moral der Truppe laut Yves Pieper trotz der enormen Belastung noch nicht gebrochen.
Unterstützung und Solidarität erfährt die Region auch von höchster Stelle: König Philippe hat seinen Urlaub unterbrochen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.
Manuel Zimmermann