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Vennbrand - Tag sieben: Feuer im Westen unter Kontrolle - Im Osten noch nicht

20.08.202607:2120.08.2026 - 19:20
  • Baelen
  • Hohes Venn
  • Sourbrodt
  • Vennbrand
  • Weismes
Verbrannte Vennlandschaft
Bild: Olivier Krickel/BRF, 20. August

Im Hohen Venn hat sich die Lage stabilisiert. Laut Provinz Lüttich ist der Brand insgesamt unter Kontrolle und dürfte sich nicht weiter ausbreiten. Die Löscharbeiten aus der Luft werden fortgesetzt, vor allem im Osten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Das Feuer ist eingegrenzt und breitet sich nicht weiter aus. Voraussetzung ist allerdings, dass die Wetterbedingungen ähnlich günstig bleiben und keine unvorhersehbaren Ereignisse eintreten.
  • Die Löschflugzeuge waren wieder im Einsatz, um das Feuer aus der Luft zu bekämpfen. Ein Hubschrauber der föderalen Polizei machte Wärmebildaufnahmen, eine Drohne flog über das Brandgebiet, um Glutnester zu entdecken.
  • Der Bütgenbacher See wird nicht weiter als Wasserentnahmestelle genutzt und ist wieder für Aktivitäten freigegeben.
  • Auf deutscher Seite hat sich die Lage weiter entspannt, dort wurden die Einsätze deutlich zurückgefahren. 75 deutsche Feuerwehrleute waren im Hohen Venn im Einsatz, um die belgischen Einsatzkräfte zu unterstützen. Sie werden sich Donnerstagabend zurückziehen und von belgischen Kollegen ersetzt werden.

Updates

18:45: Der Waldbrand im Hohen Venn könnte die dort lebenden Tierarten langfristig gefährden. Besonders kleine und wenig bewegliche Tiere konnten den Flammen vermutlich nicht entkommen, sagt Jean-Yves Paquet vom Naturschutzverband Natagora. Für die Zukunft fordert Natagora die Wiederherstellung der Moore. Diese waren über Jahrzehnte entwässert worden, um dort Fichten anzupflanzen. Die Entwässerungsgräben müssten entfernt werden, damit das Wasser wieder länger im Gebiet bleibt.

17:35: Der Bütgenbacher See wird nicht weiter als Wasserentnahmestelle für Löschhubschrauber und Löschflugzeuge genutzt. Das sei auf der Sitzung des Krisenzentrums beschlossen worden, sagte der Bütgenbacher Bürgermeister Daniel Franzen. Das Verbot der Aktivitäten in und auf dem Bütgenbacher See ist ab sofort aufgehoben.

Mobilitätskarte, Stand 20. August
Mobilitätskarte, Stand 20. August - der Bütgenbacher See ist wieder freigegeben (Bild: TAO)

17:18: Zum verheerenden Vennbrand hat sich Innenminister Bernard Quintin am Donnerstag den Fragen des zuständigen Innenausschusses der Kammer gestellt. Der Ausschuss ist dafür vorzeitig aus der Sommerpause zusammengekommen.

15:15: Das Feuer ist insgesamt unter Kontrolle und dürfte sich nicht weiter ausbreiten. Das teilt die Provinz Lüttich mit. Im Westen gilt der Brand als unter Kontrolle, während die Löscharbeiten im Osten fortgesetzt werden.

14:49: Im Hohen Venn haben Feuerwehrleute der Hilfeleistungszone Dinant-Philippeville ein Birkhuhn gerettet. Die Tiere haben durch den Großbrand besonders stark gelitten.

13:54: Das Feuer ist eingegrenzt und breitet sich nicht weiter aus, der Wind bereitet aber zunehmend Probleme. Es weht teils böig, was die Flammen stellenweise wieder anfachen könnte. Ein Hubschrauber der föderalen Polizei hat Wärmebildaufnahmen gemacht, um die besonders heißen Stellen zu identifizieren. An der Kirche in Sourbrodt steht Tag und Nacht ein Tanklastwagen mit 18.000 Litern Treibstoff bereit, um die Einsatzfahrzeuge zu betanken.

13:10: Die deutschen Einsatzkräfte werden heute mit ihrem schrittweisen Rückzug beginnen. Aktuell sind noch 75 Feuerwehrleute zur Unterstützung der belgischen Kräfte unterwegs. Das berichtete Monschaus Feuerwehr-Einsatzleiter Philipp Krüger. Gestern waren es noch 170. Die Lage auf deutscher Seite, wo tagelang ein Näherkommen des Waldbrands befürchtet wurde, habe sich weiter entspannt. Im Tagesverlauf soll beraten werden, wie es mit der Einsatzunterstützung weitergeht. Man bleibe, solange man gebraucht werde, so Krüger.

12:57: Der Brand im Hohen Venn hat keine Auswirkungen auf die Qualität des Trinkwassers von Spa Monopole. Die verschiedenen Wasserentnahmestellen liegen mehr als zehn Kilometer vom Brandort entfernt. Kontrollen und Analysen hätten bestätigt, dass die Wasserqualität nicht beeinträchtigt worden sei.

12:06: Die Stadt Spa hat das Zugangsverbot für das Hohe Venn bis Sonntagabend (Mitternacht) verlängert. Das Verbot gilt für alle Wege durch das Hohe Venn auf dem Gebiet der Stadt Spa. Betroffen sind Fußgänger, Radfahrer, Reiter und Fahrzeuge. Die Stadt will damit die Sicherheit aller gewährleisten. Außerdem sollen die Rettungskräfte für ihre Einsätze vollständig verfügbar bleiben.

11:57: Die Rettungssanitäter Joël Kohnen und Thierry Rader sind als freiwillige Rettungssanitäter vor Ort und speziell für die medizinische Versorgung der Einsatzkräfte zuständig. Bislang ist ihr Einsatz vor Ort glücklicherweise sehr ruhig verlaufen. Gelegentlich kämen Einsatzkräfte vorbei, um sich beispielsweise die Augen auszuspülen, insgesamt sei der Bedarf an medizinischer Hilfe aber äußerst gering.

11:12: Die Nacht ist aus Sicht von Freddy Paquet, Leutnant der Hilfeleistungszone DG, insgesamt positiv verlaufen. Die Situation bleibe aber schwierig, weil das Feuer im torfhaltigen Boden immer wieder aufflammen kann, erklärte er dem BRF. "Bereits gelöschte Brandherde können Stunden später erneut zu qualmen beginnen. Die Einsatzkräfte müssen deshalb die mehrere Kilometer langen Brandschneisen regelmäßig abfahren, Brandherde löschen und später erneut kontrollieren. Dadurch entsteht ein ständiges Hin und Her."

10:54: Die Zentrumspartei Les Engagés fordert, Hilfsgelder aus dem europäischen Solidaritätsfonds zu beantragen. Damit könnte die EU beim Wiederaufbau der vom Feuer betroffenen Gebiete helfen. Ihr für Klima zuständiger Föderalminister Jean-Luc Crucke will auch mehr Zusammenarbeit beim Klimaschutz. Jeder Minister müsse sich fragen, was er in seinem Zuständigkeitsbereich für das Klima tun könne, sagte Crucke in der VRT.

10:36: Die Drohne mit Wärmebildkamera hat Donnerstagmorgen schon Glutnester ausfindig gemacht, an diesen Stellen stehen weitere Löscharbeiten an.

10:14: Obwohl der Brand mittlerweile eingegrenzt ist, steht die Einsatzleitung noch vor einer großen Herausforderung. Die Feuerfront beziehungsweise der gesamte betroffene Perimeter erstreckt sich über fast 27 Kilometer. Deshalb können nicht überall gleichzeitig Einsatzkräfte vor Ort sein.

08:06: Die Drohne ist in der Luft. Das haben die Einsatzkräfte dem BRF bestätigt. Sie soll Glutnester entdecken, die noch gelöscht werden müssen.

07:48: Die Rettungskräfte aus der Hilfeleistungszone DG sind zum ersten Mal in Pause. Das ist die Gelegenheit, die Einsatzfahrzeuge zu überprüfen. Feuerwehrleute aus zahlreichen Zonen sind bei dem Brand im Einsatz. Unterstützt werden sie auch von Landwirten und Unternehmern.

07:42: Durch den Sturm sind viele Bäume umgestürzt oder drohen umzustürzen. Eine wichtige Aufgabe für den Tag: die Zufahrtswege freihalten und dafür sorgen, dass für die Einsatzkräfte vor Ort keine Gefahr besteht. In der Eifel hat das Unwetter in mehreren Dörfern Schäden verursacht.

07:35: Die Folgen für den Tourismus sind bereits spürbar. Die Wallonie und die Deutschsprachige Gemeinschaft wollen verhindern, dass die gesamte Branche unter dem Feuer leidet. Die zuständigen Minister Valérie Lescrenier und Gregor Freches haben sich dazu mit betroffenen Betrieben und Einsatzkräften getroffen.

07:31: Am Donnerstag wollen die Einsatzkräfte mit einer Drohne über das Brandgebiet fliegen, um zu sehen, wo noch Glutnester sind, die unbedingt zu löschen sind. Dabei hofft die Feuerwehr auch wieder auf Unterstützung aus der Luft. Ob diese kommt, hängt vom Wetter ab - die Aussichten sind aber positiv. Am Boden wird die Schneisenziehung fortgesetzt. 2.000 Meter Schneisen sind schon gezogen worden. Bis zu vier Kilometer sind angepeilt.

07:21: Im Kampf gegen den Großbrand im Hohen Venn haben das Gewitter am Mittwochabend und der heftige Regen mit Niederschlägen bis zu 40 Liter pro Quadratmeter - mehr als doppelt so viel, wie in den zwei letzten Monaten insgesamt in der Region niedergegangen ist.

Vennbrand - Tag sechs: Eingrenzung des Brandgebietes und wieder Einsatz aus der Luft

sh/okr/vk/km

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