Das Wichtigste im Überblick
- Im Hohen Venn hat sich die Lage weiter entspannt, auch dank des Einsatzes von Hubschraubern und Löschflugzeugen.
- Unter Kontrolle ist das Feuer noch nicht. Der Schwerpunkt der Löscharbeiten liegt darauf, den Brand weiter einzudämmen und die Stellen zu überwachen, wo er wieder aufflammt.
- Die Evakuierung der Ortschaften Küchelscheid und Leykaul ist aufgehoben. Seit 17 Uhr dürfen die Bewohner zurück in ihre Häuser. Das gilt auch für Kalterherberg auf der anderen Seite der Grenze.
- Innenminister Bernard Quintin hat sich am Mittwoch ein Bild von der Koordination der Löscharbeiten im Hohen Venn auf dem Flugplatz von Spa gemacht.
Updates
20:26: Die Feuerwehr ist nach schweren Unwettern nun auch in der Eifel im Einsatz. Dort sind Bäume und Äste auf die Straßen gestürzt. In Büllingen wurde ein Haus zur Hälfte zerstört. Um die Feuerwehrleute zu entlasten, versuchen die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, Mitarbeiter aus den Bauhöfen für die Räumarbeiten einzusetzen.
19:47: Die Gemeinde Weismes lässt Veranstaltungen wieder zu. Auch die Horeca- und Hotelbetriebe, die wegen der Evakuierung schließen musste, dürfen wieder öffnen. Geschlossen bleiben allerdings die Betriebe an den gesperrten Straßen. Auch der See von Robertville bleibt abgeriegelt.

18:38: Die Hubschrauber und Flugzeuge verschiedener europäischer Partner, die über dem Hohen Venn im Einsatz sind, stehen bis Sonntag zur Verfügung. Das haben Innenminister Bernard Quintin und das Kabinett der zuständigen EU-Kommissarin Hadja Lahbib bestätigt. Quintin hat am Mittwoch das Koordinationszentrum in Spa besucht.
16:56: Auch in Deutschland gibt es gute Nachrichten. Die Evakuierung von Kalterherberg ist ebenfalls aufgehoben, die Einwohner sind auf dem Weg zurück in ihre Häuser.
16:37: Die Luftqualität in der Wallonie und rund um den Brand im Hohen Venn ist wieder überwiegend gut. Die Feinstaubwerte haben sich im Vergleich zum Sonntag deutlich verbessert. Auch in Luxemburg und im Nordosten Frankreichs ist die Luftqualität inzwischen sehr gut bis ausgezeichnet.
15:56: Die Bewohner der Bütgenbacher Orte Küchelscheid und Leykaul dürfen ab 17 Uhr wieder in ihre Häuser zurückkehren. Das teilt die Gemeinde Bütgenbach mit. Die N669 ist wieder für den Verkehr freigegeben, und darf von den Bewohnern genutzt werden um zu ihren Wohnungen zurückzukehren.
15:40: "Der Vennbrand ist noch nicht unter Kontrolle, es geht aber in großen Schritten darauf zu." Das sagt Susanne Heinen, Leiterin der Forstdirektion Malmedy-Büllingen. "Die Stimmung ist gut. Es entwickelt sich in die richtige Richtung. Jetzt geht es darum, die kleinen Herde, die überall noch sind, wieder unter Kontrolle zu bringen. Vor allem an der Ostflanke müssen wir heute noch gut aufpassen. Wir haben heute glücklicherweise viel Unterstützung aus der Luft."
Susanne Heinen lobt den Einsatz der Feuerwehrleute: "Es ist grandios, wie alle arbeiten." Die Einsatzkräfte schaffen derzeit eine Art Pufferzone, damit, wenn das Feuer noch mal aufflammt, es nicht über diese Grenze hinausgehen kann. Viele Aufgaben der Einsatzkräfte müssen jetzt parallel passieren. "Wir sind guter Dinge, aber wir müssen am Ball bleiben."
15:05: Ein Expertenbericht hat schon im März dieses Jahres vor der steigenden Gefahr von Naturbränden in Belgien gewarnt. Das Belgian Wildfire Network der Universitäten Gent und Lüttich wies vor allem auf mangelnde Luftkapazitäten hin. Den Bericht wurde dem Netzwerk zufolge allen zuständigen Ministern des Landes vorgelegt.
14:43: Im Hohen Venn kämpfen seit Tagen hunderte Einsatzkräfte gegen einen der größten Vegetationsbrände in der Geschichte Belgiens. Rund 3.200 Hektar Moor- und Waldfläche sind bereits zerstört. Das feuchte Wetter der letzten Tage hat die Lage etwas entspannt – doch unter der Oberfläche schwelt die Gefahr weiter. Unsere Reportage zeigt die Arbeit der Feuerwehrleute direkt an der Feuerfront.
14:28: Das Feuer im Hohen Venn hat sich nicht weiter ausgedehnt. Das hat die Sprecherin des wallonischen Krisenzentrums Cortex, Stéphanie Ernoux, gesagt. Der Brand wird aktuell von den Einsatzkräften in Schach gehalten. Auch im östlichen Teil des Brandgebietes hat es keine weitere Ausbreitung der Flammen gegeben.
Die Einsatzkräfte am Boden bekämpfen vor allem Glutnester, damit das Feuer sich nicht wieder ausbreiten kann. Die Besatzungen in der Luft sind über Gebieten im Einsatz, die schwer zu erreichen sind. Sie wässern den Boden vor allem in Gebietsstreifen vor der Feuerfront, damit die Flammen nicht übergreifen können.
14:02: Im Venn sind am Mittwochmorgen rund 17 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Am Nachmittag werden 40 Liter pro Quadratmeter erwartet, in relativ kurzer Zeit. Das sagt BRF-Wetterexperte Karsten Brandt. Der starke Regen hat zwei Seiten für die Einsatzkräfte im Brandgebiet: Er ist eine Hilfe bei der Bekämpfung von Feuer und Glutnestern. Aber er macht die Arbeit der Einsatzkräfte schwieriger. Es wird schlammig, was das Weiterkommen erschwert, und die Bäume werden zunehmend instabil.
Der Wind weht am Mittwoch zunächst weiter aus dem Venn in Richtung deutsche Grenze, in Richtung Simmerath und Monschau. Während des Starkregens kann sich die Windrichtung ändern. Dann kann der Rauch wieder in Richtung Weywertz/Rocherath geweht werden. Im Laufe der Nacht dreht er dann wieder in Richtung deutsche Grenze.
Mehr zum Wetter im Wettertalk mit BRF-Experte Karsten Brandt:
13:21: Die Feuerwehrleute im Venn erhalten nicht nur Unterstützung von Landwirten, sondern auch von Holzrückern. Gerade sie haben in der vergangenen Nacht mitgeholfen, wichtige Schneisen zu schlagen, damit das Feuer eingedämmt werden kann. Einer von ihnen ist Stefan Rauw aus Mürringen. "Wir haben von gestern Morgen bis heute Morgen 5 Uhr Brandschneisen gemacht, damit die Feuerwehr besser löschen kann. Seit heute Morgen 7 Uhr nehmen wir Gefahrenbäume und Bäume weg, die auf die Wege gefallen sind. Dort kommt die Feuerwehr dann nicht mehr durch", erklärt Stefan Rauw.
13:13: Die nordöstliche Flanke des Feuers im Venn bleibt der kritische Punkt. Das sagt Tobias Schell, Feuerwehrsprecher in Monschau. Diese Flanke bedroht auch Teile von Kalterherberg in Monschau. Am Mittwoch hat sich der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul in Monschau einen Überblick über die Lage verschafft. Außerdem bedankte sich Reul bei allen Hilfskräften, die gegen das Feuer kämpfen. Immer noch können einige Einwohner von Kalterherberg nicht zurück in ihre Häuser.

12:50: Insgesamt sieben Hubschrauber und zwei Flugzeuge sind wieder im Einsatz, um den Brand im Hohen Venn zu bekämpfen. Alle Hubschrauber sind mit Wasserbehältern ausgestattet, um Wasser über dem Gelände abzuwerfen. Die beiden schwedischen Flugzeuge, die in Spa stationiert sind, sind ebenfalls gegen Mittag gestartet. Die Sprecherin des wallonischen Krisenzentrums Cortex, Stéphanie Ernoux, bestätigte, dass die Unterstützung aus der Luft eingesetzt wird, um die Bereiche vor der Feuerfront nass zu machen. So soll verhindert werden, dass der Brand sich ausbreitet.
12:30: Die König-Baudouin-Stiftung hat einen Solidaritätsfonds für die Wiederherstellung des Naturerbes im Hohen Venn eingerichtet. Die Spenden sollen unter anderem in die ökologische Wiederherstellung des Gebiets und den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur fließen.
12:18: Während am Vormittag noch keine Löschflugzeuge oder -hubschrauber zur Brandbekämpfung eingesetzt werden konnten, hat sich die Lage inzwischen geändert. Laut Informationen unserer Reporter vor Ort sind aktuell wieder Flugzeuge und Hubschrauber im Löscheinsatz. Auch am Boden kämpfen die Einsatzkräfte weiter gegen die Flammen.
12:05: Wegen der Löscharbeiten im Hohen Venn können das Weltmusikfest und das Straßenkunstfestival Haaste Töne?! nicht wie üblich in der Eupener Unterstadt stattfinden. Die Veranstaltungen am Wochenende (21.-23.08) finden auf dem Gelände des Kulturzentrums Alter Schlachthof und der Grünfläche und auf dem Parkplatz am Lascheterweg in Eupen statt.
11:44: Ab Mittwoch erhält die Feuerwehr im Hohen Venn Unterstützung von einer sogenannten Handcrew aus den Niederlanden. Die Handcrew ist eine speziell ausgebildete Einheit, die zu Fuß in schwer zugänglichem Gelände arbeitet.
11:30: Das Feuer im Hohen Venn ist jetzt komplett eingekreist. Das hat der Gouverneur der Provinz Lüttich mitgeteilt. An einigen Stellen, wo das Feuer wieder aufgeflammt ist, konnten die Flammen wieder gelöscht werden.
11:18: Im Brandgebiet im Hohen Venn stabilisiert sich die Lage weiter. Nach aktuellem Stand ist das Feuer weitgehend eingekreist. Die neu angelegte und befahrbare Schneise bildet eine wichtige Stopp-Linie. Dadurch hat sich die Ausbreitung des Feuers weiter verlangsamt. Noch ist der Brand aber nicht vollständig unter Kontrolle.
11:07: Die wallonische Ministerin für Luft- und Klimapolitik, Cécile Neven (MR), hat einen 20 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog vorgelegt. Die Maßnahmen betreffen unter anderem Raumordnung, Schutz von Boden und Gewässern und Baurichtlinien. Sie sollen bei der Anpassung an den Klimawandel helfen.
09:58: Beim Bütgenbacher Gemeinderat am Dienstagabend hat sich Bürgermeister Daniel Franzen bei allen Feuerwehrleuten, Freiwilligen, Ehrenamtlichen und Bürgern der Gemeinde bedankt. Sie würden Außergewöhnliches leisten. Er hoffe, dass sie bald das erwünschte Ziel erreichen, und das hoffentlich so schnell wie möglich.
08:24: Die Einsatzkräfte im Brandgebiet arbeiten weiter unter sehr schweren Bedingungen in dichtem Rauch. Sie sind teilweise bis zu zwölf Stunden am Stück im Einsatz. Auch die Landwirte unterstützen die Arbeit der Einsatzkräfte weiter.
08:03: Am Tag sechs im Kampf gegen die Flammen gibt es vorsichtige Hoffnung auf Entspannung. Im Venn ist eine wichtige Schneise fertiggestellt und befahrbar. Damit konnte in dem schwierigen Gelände eine wirksame Stopp-Linie gezogen werden. Das sagte der Kommandant der Hilfeleistungszone der DG, Francis Cloth, dem BRF. Die Einsatzkräfte hoffen, das Feuer bald endgültig fixieren zu können.
Gleichzeitig bewegt sich das Feuer inzwischen deutlich langsamer, auch dank der Wetterbedingungen. Noch ist der Brand nicht vollständig unter Kontrolle, aber der heutige Tag könnte eine entscheidende Wende bringen. Die Einsatzkräfte hoffen, dass sich die Lage weiter stabilisiert.
07:25: Die Lage im Brandgebiet bleibt weiter schwierig. Unter Kontrolle ist das Feuer noch nicht. Das sagte am Mittwochmorgen Stéphanie Ernoux, Sprecherin des regionalen Risiko-Koordinierungszentrums Cortex. Die gute Nachricht ist, dass es sich nicht weiter ausbreitet. Daher liegt der Schwerpunkt am Mittwoch darauf, das Feuer so gut wie möglich einzudämmen. Und die verschiedenen Stellen zu überwachen, an denen es wieder aufflammt, um dort sofort eingreifen zu können.
06:50: Im Hohen Venn geht der Kampf gegen den Brand in den sechsten Tag. Das Feuer ist nach wie vor nicht gelöscht. Den Einsatzkräften ist aber ein wichtiger Schritt gelungen: Die Maßnahmen zur vollständigen Eingrenzung des betroffenen Gebiets konnten Dienstagabend praktisch abgeschlossen werden. Das teilte der Provinzgouverneur mit. Allerdings bleibt die Lage vor Ort weiter schwierig. Das Feuer ist weiterhin im östlichen Sektor aktiv und in geringerem Maße auch im nördlichen Teil des Brandgebietes.
Aufgrund der Wetterbedingungen können auch Mittwoch voraussichtlich keine Löschflugzeuge oder Hubschrauber zur Brandbekämpfung eingesetzt werden. Daher werden ausschließlich die Einsätze am Boden mit allen Mitteln fortgesetzt. Der Regen hat einerseits eine Erleichterung gebracht. Aufgrund der Wetterbedingungen bleibt der Rauch aber dicht am Boden. Das erschwert die Sicht und damit die Arbeit der Einsatzkräfte.
In den vergangenen Tagen ist mehrfach alte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert. Eine Gefahr für die Einsatzkräfte habe dadurch bislang jedoch nicht bestanden, teilten die Behörden mit.
Es seien vereinzelte Explosionen aufgrund der möglichen Anwesenheit alter Munition im Boden zu hören gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung des Provinzgouverneurs. Die Gebiete, in denen sich noch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg befindet, seien identifiziert und in die Einsatzpläne der Rettungs- und Feuerwehrdienste aufgenommen worden.
Vennbrand - Tag fünf: Lage im Brandgebiet hat sich etwas beruhigt - Feuer ist noch nicht fixiert
mitt/belga/cr/sh/est