Seit Ausbruch des Vennbrands dient das eigentlich für den Freizeitsport und Fallschirmspringersprung genutzte Aérodrome von Spa als zentraler Stützpunkt. Hier landen und starten die neun Löschflugzeuge und Hubschrauber, die im Einsatz sind.
In einem Raum von der Größe eines Klassenzimmers koordinieren Teamleiter und Piloten aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Schweden die Einsätze. Wie Anne Dalemans vom Zivilschutz erklärt, erfordert die Zusammenarbeit weit mehr als nur gemeinsame Sprachkenntnisse: Unterschiedliche Prozeduren, gesetzliche Vorschriften, kulturelle Arbeitsweisen und Erfahrungswerte müssen aufeinander abgestimmt werden.
Sprachbarrieren und strenge Sicherheitsvorgaben
Die Kommunikation im Krisenstab erfolgt überwiegend auf Englisch, obwohl dies für keinen der Beteiligten die Muttersprache ist. Zudem gelten strenge Auflagen für die beteiligten Militär- und Polizeikräfte: Deutsche Bundeswehrangehörige durften weder interviewt noch namentlich genannt oder gezeigt werden.
Ein namentlich nicht genannter Vertreter des niederländischen Teams, das unter anderem mit einem schweren Chinook-Löschhubschrauber im Einsatz ist, zeigte sich sehr zufrieden mit der Koordination unter belgischer Führung. Die Zusammenarbeit laufe jeden Tag reibungsloser. Neben der Brandbekämpfung aus der Luft steht dabei vor allem die Sicherheit der Einsatzkräfte am Boden im Fokus, um Kollisionen oder versehentliche Wassertreffer zu vermeiden.
Lage unter Kontrolle - Europäische Hilfe bis auf Weiteres gesichert
Auf die Frage nach dem aktuellen Status erklärten die Piloten, dass der Brand zwar eingekreist, aber noch nicht komplett fixiert sei. Zur genauen Dauer des noch ausstehenden Einsatzes machten sie keine Angaben.
Innenminister Bernard Quintin betonte bei seinem Besuch, dass Belgien die europäische Unterstützung so lange wie nötig in Anspruch nehmen wolle. Die internationale Hilfe ist demnach bis Ende der Woche inklusive Sonntag gesichert; eine Verlängerung wird von der Regierung nicht ausgeschlossen.
Auf kritische Nachfragen, ob Belgien ausreichend in die Brandbekämpfung in Naturschutzgebieten investiert habe, erklärte Quintin, der Fokus liege derzeit voll und ganz auf den Einsatzkräften vor Ort. Eine Auswertung laufe zwar seit dem ersten Tag, doch stehe die Krisenbewältigung an erster Stelle. Zukünftig müsse man jedoch prüfen, ob zusätzliche finanzielle Mittel nötig sind. Gleichzeitig betonte er, dass nicht jedes Land über sämtliche Spezialmittel alleine verfügen müsse - genau dafür sei die europäische Solidarität und Zusammenarbeit da.
Manuel Zimmermann