Das Netzwerk "Belgian Wildfire Network" bündelt seit 2025 wissenschaftliche Erkenntnisse und einschlägige operationelle Erfahrungen mit dem Ziel, Belgien besser auf Wald- und Naturbrände vorzubereiten.
Im März warnte das Netzwerk die zuständigen Minister schriftlich, dass Nordwesteuropa einem immer größeren Waldbrandrisiko ausgesetzt sei und dass die betroffenen Länder, darunter auch Belgien, meist weder über die notwendige Expertise noch ausreichend geeignetes Material verfügten, um solche Brände zu bekämpfen.
Belgien sei allerdings besonders gefährdet, weil man sich der Problematik hierzulande zu wenig bewusst sei. Das werde noch verschärft durch verwaltungstechnisches Chaos: Flandern etwa orientiere sich bei der Brandbekämpfung an den Niederlanden, die Wallonie an Frankreich. Aber selbst innerhalb der Regionen könne keine Rede sein von einem einheitlichen Vorgehen, etwa was das Signalisieren des Brandrisikos angehe.
Belgien sei außerdem schlecht für die Bekämpfung von Feuern ausgerüstet, insbesondere aus der Luft. Die föderale Polizei verfüge zwar über einsetzbare Hubschrauber, aber ihre Zahl sei begrenzt und es gebe keine übergeordnete nationale Einsatzstrategie.
Die Luft-Komponente müsse verstärkt und weiterentwickelt werden, um Brände besser aufspüren, überwachen und bekämpfen zu können, so der Bericht des Belgian Wildfire Network.
Boris Schmidt