König lehnt Rücktrittsgesuch von Lachaert und Rousseau ab

König Philippe hat den Rücktritt der beiden Vorregierungsbildner Egbert Lachaert und Conner Rousseau abgelehnt.

Egbert Lachaert und Conner Rousseau mit König Philippe (Bild: Benoit Doppagne/Belga)

Egbert Lachaert und Conner Rousseau waren am Montag schon bei König Philippe ... (Bild: Benoit Doppagne/Belga)

Sie sollen sich weiter bemühen, eine Föderalregierung auf die Beine zu stellen. Eine Stunde zuvor war das Duo im Palast angekommen, um König Philippe Bericht zu erstatten.

Am Sonntag und am Montag hatten die Vivaldi-Verhandlungen Schiffbruch erlitten. Die SP.A will nicht mehr mit der MR in einem Regierungsboot sitzen. In einer Krisensitzung aller sieben Vivaldi-Parteien kurz zuvor hatten Lachaert und Rousseau vorgeschlagen, sich durch den König von ihrer Aufgabe entbinden zu lassen. Das hat König Philippe aber nicht getan. Er appellierte an alle Parteien, das Vertrauen wieder herzustellen.

Jetzt sollen die Verhandlungen weitergehen, um fast anderthalb Jahre nach den Wahlen eine Föderalregierung zustande zu kriegen. Spätestens Mittwoch müssen Lachaert und Rousseau dem König erneut Bericht erstatten. Sozialisten, Grüne, Liberale und die CD&V hatten zugesagt, bis zum 1. Oktober ein Regierungsabkommen auf die Beine zu stellen.

Die Verhandlungen zur Bildung einer Vivaldi-Koalition waren am Montag massiv ins Stocken geraten. Die SP.A weigert sich, eine Regierung zusammen mit der MR zu bilden.

Vor allem MR-Chef Georges-Louis Bouchez steht in der Kritik, die Verhandlungen zu sabotieren. Bouchez stelle bereits getroffene Abmachungen in Frage und will unbedingt Sophie Wilmès als Premier durchsetzen. Bouchez selbst sagte am Montagmittag, einige der Verhandlungspartner hätten in wohl im Visier. Er sieht Vivaldi noch nicht am Ende und werde sich an alle bisherigen Abmachungen halten.

Eine Koalition ohne die MR wäre möglich, wenn die CDH deren Stelle übernehmen würde. Das würde allerdings bedeuten, dass die flämischen Liberalen, die Open VLD, die MR fallen lassen müsste. Das gilt aber als ausgeschlossen.

Regierungsbildung: SP.A will nicht mehr mit MR verhandeln

belga/rtbfvrt/vk

6 Kommentare
  1. Alfons van Compernolle

    Gut so !!! Wir haben ein intelligentes und charakterstarkes Staatsoberhaupt !!

  2. Freddy Langer

    Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man einen Lachkrampf bekommen. Da wird anderthalb Jahre rumgemurxt, und nichts, aber auch nichts können diese ehrenwerten Volksvertreter vorweisen.

  3. Alfons van Compernolle

    Herr Langer , ich gebe Ihnen recht ! Wie ich aus den heutigen HLN Nachrichten entnehmen konnte , will die NVA im Falle, dass sie in die Opposition muss, mit allen Mitteln die mögliche neue Regierung kaputt machen, Zitat von Bart de Wever !
    Volksvertreter ????? Da darf ich doch meine Zweifel anmelden.

  4. Marcel Scholzen eimerscheid

    Das hat der König richtig gemacht. Diese verantwortungslosen Gesellen mal an ihre Pflichten erinnert.

  5. Edgar Fink

    Ich bin zutiefst erleichtert, dass der Bürger Marcel Scholzen Eimerscheid die Entscheidung seiner Majestät dem König gut und richtig findet. Die sieben Parteipräsidenten dürfen also weiter verhandeln.
    Nicht auszudenken, wenn die Entscheidung aus Eimerscheid negativ ausgefallen wäre.

  6. marcel scholzen eimerscheid

    Herr Fink,

    Ich habe auch direkt ein Telegramm an den Palast geschickt, wo ich meine tiefste Zufriedenheit zum Ausdruck gebracht habe über die Entscheidung seiner Majestät des Königs der Belgier.

    Wenn auch die Föderale Kammer und die meisten belgischen Parteien als Institutionen versagt haben, so hat der König stets seine Pflicht getan und nicht versagt. Das sollte doch zu denken geben.