Unwetter verwandelt Straßen in reißende Flüsse

Der angekündigte Starkregen hat in weiten Teilen Flanderns und in der Wallonie zu Überschwemmungen geführt. Rund um Gent waren zahlreiche Orte betroffen. Ganze Straßenzüge sind überschwemmt. In Brüssel sind mehrere Tunnel wegen Überflutung gesperrt.

Gewitter über Gavere (Ostflandern)

Illustrationsbild: Nicolas Maeterlinck/Belga

In Genk war die E313 an der Anschlussstelle Lummen wegen der Wassermassen gesperrt. In der Provinz Limburg sorgt der Starkregen für Störungen des Festivals Extrema Outdoor. Es gab mehrere Kurzschlüsse, zwei Bühnen mussten evakuiert werden. Die Veranstalter bitten die Besucher des Elektronikfestivals, nicht vor dem Abend anzureisen.

Überschwemmungen werden auch aus der Wallonie gemeldet, aus Mons, Charleroi und Hannut. In den Ortschaften Grand-Hallet, Braives und Burdinne haben sich ganze Straßen in reißende Flüsse verwandelt. Auch die Region rund um Huy und Waremme ist stark betroffen. Die N64 zwischen Huy und Hannut ist in beiden Richtungen gesperrt. Vereinzelt haben Bürgermeister Vorkehrungen getroffen, um die Menschen in Sicherheit zu bringen. Die Einsatzkräfte sind überlastet.

Aktuell zieht die Gewitterfront ostwärts. Das Königliche Meteorologische Institut hat für die Provinzen Antwerpen, Limburg, Lüttich, Namur und Luxemburg Warnstufe Orange ausgerufen.

In einigen Gebieten sind mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter in sechs Stunden zu erwarten. Örtlich besteht die Gefahr von Hagel und Sturmböen. Im Laufe des Sonntagabends zieht die Gewitterfront dann langsam Richtung Deutschland ab. Von Westen her soll es dann wieder trockener werden.

Das Innenministerium hat die Notrufnummer 1722 für Sachschäden aktiviert. Die heftigen Regenfälle sorgen auch für Beeinträchtigungen des Zugverkehrs. So fällt die Linie 36 zwischen Landen und Ezemaal in Flämisch-Brabant wegen einer Überschwemmung aus. Das teilte der Schienennetzbetreiber Infrabel mit. Die Verbindung 36 wird über Hasselt umgeleitet.

belga/lameuse/vrt/rtbf/dop