Wahldebatte in Namur: MR und CDH auf einer Linie

Bei einer Wahlkampfdebatte zwischen den Vorsitzenden der frankophonen Parteien am Montagabend in Namur sind der MR-Parteivorsitzende Charles Michel und Ecolo-Co-Präsident Jean-Marc Nollet verbal mehrmals heftig aneinandergeraten. Darüber hinaus fiel auf, dass Michel und der CDH-Parteivorsitzende Maxime Prévot oftmals die gleiche Meinung vertraten.

Maxime Prévot (CDH), Jean-Marc Nollet (Ecolo) und Premierminister Charles Michel (MR) bei der Wahldebatte des wallonischen Unternehmerverbands in Namur (Bild: Benoit Doppagne/Belga)

Maxime Prévot (CDH), Jean-Marc Nollet (Ecolo) und Premierminister Charles Michel (MR) (Archivbild: Benoit Doppagne/Belga)

Die Debatte war von dem wallonischen Unternehmerverband UWE (Union der wallonischen Unternehmen) organisiert worden. Die Dominanz der Wirtschaftsthemen war aufgrund des gastgebenden Verbandes also schon vorprogrammiert. Und Wirtschaftsthemen sind ja im Grunde die Kernkompetenz der MR.

Nicht überraschend also, dass Charles Michel verbal heftig zurückschoss, als Jean-Marc Nollet der MR vorwarf, beim Dossier der schnellen Internetfrequenz G5 das Dossier zu blockieren. Im Konzertierungsausschuss gibt es nämlich eine Blockade zwischen föderaler und regionaler Ebene – auch aufgrund von unterschiedlichen Standpunkten der beiden Regierungen mit MR-Beteiligung.

Keineswegs sei die MR gegen G5, konterte Michel. Die MR habe auch keine versteckte Agenda, wie Ecolo den Liberalen gerne vorwerfe. Und außerdem sei die MR komplett gegen eine Energiepolitik, die den Bürger bestrafe und deren Zeche die arbeitende Mittelschicht zahlen müsse. Fliegen und Autofahren müssten bezahlbar bleiben für alle.

Heftig wurde es dann auch noch einmal, als es um das Streikrecht ging. Hier verteidigten Michel und Maxime Prévot die Politik der Regionalregierung. Neben einem Recht zu Streiken gebe es auch ein Recht, sich fortzubewegen und zu arbeiten. Und diese letzten beiden seien wichtiger, als das Recht zu streiken. Eine Meinung, die von PS, PTB und Ecolo-Vertretern nicht geteilt wurde.

Wahldebatte in Namur

Bild: Benoit Doppagne/Belga

Kay Wagner

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150