Die Namen der Teilnehmer sind jetzt veröffentlicht worden und Belgien darf sich freuen, denn in diesem Jahr sind zwei Landsleute vertreten - ein Wallone und ein Flame. Valère Burnon ist 26 Jahre jung und stammt aus Marche-en-Famenne. Er studierte zunächst am Königlichen Konservatorium in Lüttich und an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln, seit 2022 ist er Student an der Chapelle Musicale Reine Elisabeth in Waterloo.
Der zweite Belgier unter den 70 Kandidaten ist Roeland Vermeulen aus Löwen. Er ist ebenfalls 26 Jahre alt und studiert seit seinem dritten Sekundarschuljahr am Lemmensinstituut in Löwen. Interessanterweise wird er seit 2010 von seinem Vater Jan Vermeulen unterrichtet, der selbst ein bekannter flämischer Pianist und Pädagoge ist. Die Tatsache, dass sein Sohn jetzt zu einem der wichtigsten Wettbewerbe der Welt zugelassen worden ist, ist sicherlich auch für ihn eine große Auszeichnung.
Kandidaten zwischen 18 und 30 Jahre alt
Was die weiteren 68 Teilnehmer am "Concours Reine Elisabeth" 2025 betrifft, sind sie alle zwischen 18 und 30 Jahre alt und kommen sprichwörtlich aus aller Welt. Den Großteil der Kandidaten stellen dabei China und Südkorea mit jeweils 13 - das ist ein Trend, der schon seit Jahren bei internationalen Wettbewerben zu beobachten ist. Was auch sehr stark auffällt, ist die Tatsache, dass unter 70 Teilnehmern nur 14 Frauen 56 Männern gegenüber stehen, ein Verhältnis, das schon fast an die belgische Politik erinnert.
Der weitere Verlauf des Wettbewerbs stellt sich jetzt folgendermaßen dar: Nach der Auslosung der Reihenfolge aller Kandidaten finden in der Woche vom 5. Mai im Kulturzentrum Flagey in Brüssel die Vorrunden-Auftritte statt. Dabei spielt jeder Kandidat ein kurzes Programm mit verschiedenen Etüden und Auszügen aus vorgegebenen Klaviersonaten.
Von den 70 Teilnehmern der Vorrunde werden dann 24 ausgesucht, die ab dem 12. Mai das Halbfinale bestreiten werden, dann in Begleitung des "Orchestre Royal de Chambre de Wallonie". Das Finale mit den letzten zwölf Teilnehmern findet ab dem 26. Mai im Bozar statt, gemeinsam mit dem Brussels Philharmonic. Am 31. Mai gegen Mitternacht wird die Gewinnerin oder der Gewinner des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs proklamiert.
Vor vier Jahren stand der Franzose Jonathan Fournel auf dem obersten Treppchen. Damals war es wegen der Covid-19-Pandemie eine abgespeckte Version des Wettbewerbs ohne Publikum - das waren Zustände, die glücklicherweise der Vergangenheit angehören und so schnell wohl nicht wiederkommen werden. In diesem Jahr wird das Publikum wieder zahlreich nach Brüssel reisen, um seine Favoriten zu unterstützen oder einfach nur Klaviermusik auf allerhöchstem Niveau erleben zu können.
Patrick Lemmens