Schwere Unwetter sind in der Nacht zu Sonntag über den Süden des Landes gezogen. Betroffen waren die Provinzen Hennegau, Namur und Wallonisch-Brabant. Vor allem in der Provinz Namur richteten Starkregen und Gewitter große Schäden an.
Kurz nach Mitternacht hatte die Hilfeleistungszone Val de Sambre, die für das Gebiet zwischen Namur und Charleroi zuständig ist, bereits 100 Einsätze hinter sich. Insgesamt zählte die Feuerwehr dort mehr als 500 Einsätze, die zum Teil am Sonntagmorgen noch andauern. Der Korpschef sprach von einer bisher noch nie da gewesenen Situation. An manchen Orten sei das Wasser innerhalb kürzester Zeit auf eine Höhe von 1,20 Meter gestiegen.
Durch die heftigen Regenfälle wurden mehrere Straßen überflutet, zahlreiche Wasserläufe traten über die Ufer. Die Feuerwehr musste mehrere Menschen aus ihren Autos befreien. Zwei Personen mussten sogar vom Dach ihres Hauses gerettet werden.
Im Osten der Provinz Hennegau zählte die Feuerwehr 350 Einsätze. Meist ging es um vollgelaufene Keller, überflutete Straßen oder umgeknickte Bäume. Auch hier mussten die Rettungskräfte Menschen aus ihren Autos befreien.
Auch in der Provinz Lüttich richteten heftige Regenfälle Schäden an. Bei Grâce-Hollogne war die A604 durch Schlamm und Wasser zeitweise blockiert.
Heftiger Hagelschauer in Flandern
Auch in Flandern gab es am Samstag schwere Unwetter mit Regen- und Hagelschauern. Bei einem Festival in Liezele in der Nähe von Antwerpen wurden 30 Festivalbesucher durch Tischtennisball große Hagelkörner leicht verletzt. Sie alle konnten vor Ort versorgt werden, niemand musste ins Krankenhaus. Auch eine Reihe von Fahrzeugen wurden durch den Hagelschauer beschädigt.
In der Provinz Flämisch-Brabant erhielt die Feuerwehr über 400 Notrufe. In Löwen musste ein Wohnblock geräumt werden. Wegen verstopfter Dachrinnen konnte das Regenwasser nicht abfließen und drang in die Wohnungen ein, vor allem in den oberen Stockwerken. Dort stürzte auch ein Teil der Decke ein. Die Wohnungen sind vorerst unbewohnbar.
belga/rtbf/vrt/sh