In der Kammer wurde Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke mit dem Teambuilding-Event von Infrabel konfrontiert. Wie die Zeitung Het Nieuwsblad schreibt, sprach ihn eine PTB-Abgeordnete darauf an und erklärte, dass für dieses Event wohl keine normalen Tickets gekauft wurden, sondern VIP-Tickets, die einen Preis zwischen 300 und 600 Euro haben. Laut der PTB-Abgeordneten, die auch eine ehemalige Zugbegleiterin ist, gab es darüber viel Unmut unter den rund 10.000 Mitarbeitern von Infrabel.
Der Minister erklärte, dass sich das Eisenbahnunternehmen in Zukunft bei Betriebsfeiern etwas zurückhalten müsse. Wäre er dazu eingeladen worden, wäre er ganz sicher nicht hingegangen, sagte Crucke in der Kammer. Infrabel werde noch einen Brief von ihm erhalten, in dem er die Botschaft vermitteln werde, dass in Zukunft alles etwas zurückhaltender gestaltet werden sollte. Außerdem sagte er im Parlament, dass auch für ihn diese Art der Veranstaltung nicht der geeignetste Weg gewesen sei, Teambuilding zu fördern.
Auch die Eisenbahngewerkschaft hat unzufrieden reagiert. Die verschiedenen Behörden würden von der Regierung De Wever ständig die Botschaft bekommen, dass mit den Budgets sehr sparsam umgegangen werden müsse. Sparsamkeit scheine hier aber nicht unbedingt gegeben zu sein. Der Gewerkschaft zufolge hätten aber auch mehrere Manager diese exklusive Betriebsfeier in Frage gestellt.
Infrabel selbst relativiert die Aufregung um die Lady-Gaga-Tickets-Geschichte. Infrabel sagt, das Event hätte nicht mehr als frühere Teambuilding-Veranstaltungen gekostet, bei denen die Mitarbeiter das Memorial Van Damme oder eine Vorstellung des Cirque du Soleil besucht haben. Das sei also keineswegs eine Premiere gewesen, so Infrabel.
Infrabel rechtfertigt auch die Wahl für Lady Gaga. Das sei kein Zufall gewesen, da Lady Gaga bekannt ist für ihr Engagement für Inklusion, Respekt für Vielfalt, Innovation und Offenheit - Werte, die auch von Infrabel vertreten werden. Infrabel habe sich mit Absicht für ihr Konzert entschieden.
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