Informatoren bringen N-VA und PS an einen Tisch

Die Parteivorsitzenden von PS und N-VA, Paul Magnette und Bart De Wever, haben sich am Sonntag überraschend zu Gesprächen über eine mögliche Zusammenarbeit im Rahmen einer neuen Föderalregierung getroffen.

Paul Magnette (Bild: Dirk Waem/Belga)

Bild: Dirk Waem/Belga

Die beiden Informatoren Georges-Louis Bouchez und Joachim Coens werden am Montag um 14 Uhr vom König für einen Zwischenbericht ihrer Mission erwartet. Jetzt haben sie etwas Neues zu berichten: PS und N-VA können doch noch miteinander reden. So werten einige Zeitungen den überraschenden Coup, der den Informatoren Bouchez und Coens am Sonntag mit dem Geheimtreffen zwischen Paul Magnette und Bart De Wever gelungen ist.

Wenn die Parteichefs von N-VA und PS doch noch miteinander direkt reden können, dann sei noch nicht alle Hoffnung verloren, dass diese beiden Parteien sich auch in einer neuen Föderalregierung zusammenraufen könnten. Das könnte die Botschaft sein, mit der Bouchez und Coens zum König gehen werden.

Die Zeitung Le Soir allerdings bleibt skeptisch. Bei dem Treffen sei nichts Neues herausgekommen, zitiert Le Soir eine nicht näher angegebene Quelle zum Ergebnis des Gespräches zwischen Magnette und De Wever. Eine Verständigung zwischen den beiden liege weiter quasi im Bereich des Unmöglichen.

Dabei hatten sowohl Magnette als auch De Wever in der vergangenen Woche ja durchaus eine Öffnung hin zur anderen Partei angedeutet. De Wever kann sich mittlerweile wohl vorstellen, auf die PS-Forderung nach einer Mindestrente einzugehen. Magnette hatte diese ausgestreckte Hand von De Wever nicht ausdrücklich zurückgewiesen.

Kay Wagner

5 Kommentare
  1. Marcel scholzen eimerscheid

    Dann hoffen wir mal das beste.

  2. Peter Schallenberg

    Da hoffe ich mal mit!
    Alleine die Tatsache, das es das erklärte Ziel der N- VA ist, Belgien „aufzulösen“, gibt einer Regierungsbeteiligung auf Föderalebene einen schlechten Beigeschmack. Angesichts der Entscheidung der Wähler bleibt in dieser tragisch- komischen Situation wohl nichts anderes übrig.

  3. Marcel scholzen eimerscheid

    Genau Herr Schallenberg. Nach wie vor hat folgendes Zitat von Bismarck nichts an Bedeutung verloren: „Politik ist die Kunst des Möglichen.“ Paradoxerweise ist gerade die NVA auf gute Beziehungen zu den Französischsprachigen angewiesen. Denn nur mit deren Einverständnis kann Flandern unabhängig werden bzw größere Autonomie bekommen.

  4. Herman Huybrechts

    Glauben Sie denn wirklich, Herr Scholzen Eimerscheid, dass es bei dieser Gelegenheit der PS gelingt, das jahrzehntelange Autonomieanstreben der Flamen in Wartestellung zu bringen?

  5. Marcel scholzen eimerscheid

    Die PS kann die flämischen Autonomiebestrebungen nicht bremsen sondern höchstens instrumentalisieren, um eigene Forderungen durchzusetzen etwa eine Mindestrente.