5 Kommentare

  1. Allein Draghi hat sich in dieser grotesken Angelegenheit richtig verhalten:
    Il faut appeler un chat un chat...

  2. Erdogan hat nur gezeigt, dass er schlau und gerissen ist. Mehr ist nicht passiert.

  3. Man kann Erdogan sicher manches vorwerfen, aber diesen "Zwischenfall" derart hochzustilisieren, ist unzulässig.

    Wie ich an an anderer Stelle (*) geschrieben habe, wird bei solchen Treffen im Vorfeld unter den beteiligten Protokollchefs jedes Detail abgeklärt. Die Sitzordnung ist dabei ein wichtiger Punkt.

    Wenn VdL "überrascht" war, dann wohl nur deshalb, weil ihr eigener Protokollchef sie nicht darüber informiert hatte, wo sie Platz nehmen sollte.

    Entweder hat man bei der Vorbereitung geschludert ... oder man war damit einverstanden, VdL auf der ihr rangmäßig zustehenden Stufe einer Regierungschefin auf Ebene der türkischen Regierung zu platzieren.

    Da sollte es doch egal sein, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Nur die Funktion zählt, und Galanterien wie Platz anbieten sind da fehl am Platze. Schließlich haben wir die Gleichberechtigung der Geschlechter.

    (*) Unter "Von der Leyen auf dem Sofa – Türkei verteidigt Sitzordnung"

  4. Ich nehme an, mit dem "Sie" meinen Sie mich, Herr Jacobs. Wieso "stehen lassen"? Es war doch ein Sofa vorgesehen.

    Angenommen, der amerikanische Präsident und seine Vizepräsidentin besuchten Erdogan. Hätte man dann auch allen Ernstes von Biden erwartet, seinen Platz neben dem türkischen Präsidenten an Frau Harris abzutreten und sich selbst bescheiden aufs Sofa zu setzen? Nur aus Galanterie? Im Ernst?

    Rangordnungsmäßig genau das gleiche Problem.

    Wenn der EU die Gleichstellung ihrer beiden Spitzenvertreter so wichtig war, hätte sie das bei den Vorbesprechungen, die bei solchen Gelegenheiten penibel geführt werden, zum Thema machen müssen. Hätten die Türken das dann abgelehnt, hätte man ja auch den Besuch platzen lassen können.

    Das "Ähem" von VdL zeugt von einer grenzenlosen Naivität auf EU-Seite.
    Den Chinesen wäre das nicht passiert.

  5. Herr Schleck.

    Ihre Meinung ist durchaus plausibel.

    Wir wissen nicht alles und können nur spekulieren.

    Ich halte es ebenso für möglich, dass die EU es absichtlich soweit hat kommen lassen, um ein vergiftetes Klima zu schaffen, was Verhandlungen erschwert bzw. unmöglich macht. Mich erinnert das ganze an die "Emser Depeche". Einem geschickter Schachzug von Bismarck.