15. Geburtstag von Tomorrowland: Der schöne Schein in Boom

Seit Freitag läuft in Boom wieder das Tomorrowland-Festival. 400.000 Besucher aus der ganzen Land kommen an zwei Wochenenden in das eigentlich sonst so beschauliche Städtchen Boom, um den Ort in eine Partymetropole zu verwandeln.

Tag 1 bei Tomorrowland 2019 (Bild: David Pintens/Belga)

Tag 1 bei Tomorrowland 2019 (Bild: David Pintens/Belga)

Es ist das Gesamtpaket, das das Festival Jahr für Jahr zu einem Erfolg macht. Schon der Ticketverkauf wird wahrlich zelebriert, die Hochglanz-Aftermovies der letzten Jahre haben eine gute Qualität. Die weltbekanntesten DJs geben sich in Boom ein Stelldichein. Hinzu kommt die Festivalkulisse, die Jahr für Jahr bis ins kleinste Detail durchgeplant wird. Es wird nichts dem Zufall überlassen, um in Boom beim Tomorrowland ein perfektes Party-Wochenende zu erleben.

Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Freizeitpark für Erwachsene, bei dem es immer wieder neue Dinge zu entdecken gibt. Auch die Besucher sind für dieses Event der Spitzenklasse herausgeputzt. Es entsteht ein bisschen das „Eine-Welt-Gefühl“, der Geist der 1970er erlebt in Boom ein Hochglanz-Comeback.

Die Liebe zum Detail und eine geschickte Marketingstrategie sorgen für satte Umsätze bei den Machern. Über 100 Millionen Euro wurden im letzten Jahr erwirtschaftet.

Die elektronische Musik erlebt in Boom wieder ein Revival aus Loveparade-Zeiten, als Millionen Menschen in den Anfangsjahren die Straßen Berlins säumten.

In Boom möchten die Macher aber länger durchhalten als die Loveparade. Noch in 30 Jahren soll es Tomorrowland geben. Ein ehrgeiziges Vorhaben!

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Christophe Ramjoie

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Ein Kommentar
  1. Jean-Pierre DRESCHER

    Mal ganz ehrlich – schon die Bühne kann man mit dem bunten Legoland-Kitsch so richtig schei**e finden.

    Was aber absolut unkultig ist sind die überteuerten Tickets, der Profit der Festival-Macher und das billige Rumprollen mit den Landesfahnen als wäre man bei einer Fußball-WM.

    In meinen Augen hat so sowas rein gar nichts mehr mit echtem Festival zu tun sondern stellt für mich eine Art Vergewaltigung der elektronischen Diskomusik dar für eine reines Kommerz-Kasperle-Theater irgendwelcher Schneller-Euro-Wichtigtuer.

    Anders ausgedrückt kann man auch zusammenfassend sagen, „Pseudofestival wo Kommerz auf Nationalspinnereien trifft“.

    Echtes Fetsival hingegen heißt für mich, richtig fetter Bass mit Discolaser und vielen Moving-Heads für einen guten Zweck mit viel Sport und einer echten Message ohne Teletubbi-Design, frei von Alkoholjunkies und anderem harten Drogenkonsum.

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