Die Rallye Italien hat wirklich das Prädikat "Herzschlag-Finale" verdient! Die Entscheidung über den Weltmeister-Titel fiel buchstäblich auf den letzten Metern.
Oliver Solberg musste Elfyn Evans in der Power Stage schlagen, um ihm noch den Titel vor der Nase wegzuschnappen. Bis etwa 100 Meter vor Schluss gelang ihm das auch. In einer der letzten Kurven rutschte Solberg dann aber von der Strecke ins Gebüsch. Er schaffte es zwar ins Ziel, der Titel gehört aber seinem Teamkollegen. Auf dem Treppchen konnte sich Solberg auch nicht wirklich über seinen dritten Saisonsieg freuen.
Platz zwei und drei gehen an Sébastien Ogier und Sami Pajari, damit stehen drei Toyota-Fahrer auf dem Treppchen. Adrien Fourmaux (Hyundai) wurde Vierter.
Elfyn Evans, der Sonntagmorgen durch einen Reifenschaden schon beinahe die Hoffnung aufgegeben hatte, reicht Platz fünf und die drittschnellste Zeit der Power Stage, um den Titel zu feiern. Für Evans und Beifahrer Scott Martin ist es der erste Weltmeister-Titel nach fünf Vizeweltmeisterschaften. Sie beenden die Saison fünf Punkte vor Oliver Solberg und Elliott Edmondson. WM-Dritte sind Sami Pajari und Marko Salminen.
Den Power-Stage-Sieg - und damit die letzte Bestzeit der Rally1-Ära - holte sich Thierry Neuville, mit dem im Ziel die Emotionen durchgingen. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Natürlich sind wir von dem Wochenende enttäuscht. Jetzt ist das Jahr vorbei. Zuletzt haben wir schwierige Zeiten erlebt und ich habe das Gefühl, ich brauche jetzt wirklich eine Pause."
"Ein riesiges Dankeschön geht an das ganze Team. Wie nächstes Jahr aussieht, steht noch nicht fest. Aber ich hoffe, dass es mit Hyundai weitergeht. Die Marke verdient es, in der WM vertreten zu sein. Vielleicht heißt es etwas kürzertreten, um dann stärker zurückzukommen." Neuville und Martijn Wydaeghe beenden die Saison mit Platz 15 auf Sardinien und als WM-Siebte.

Der Tag im Ticker
WP17: Oliver Solberg ist die gesamte Wertungsprüfung schneller als Elfyn Evans - drei Kurven vor Schluss, mit der Ziellinie in Sicht, rutscht der Toyota aber in die Büsche. Solberg schafft es noch ins Ziel, der Titel geht aber an Elfyn Evans. Die letzte Bestzeit der Rally1-Ära geht an Thierry Neuville.
WP16: Elfyn Evans handelt sich in einer Kurve voller Steine einen Reifenschaden ein und muss anhalten, um das Rad zu wechseln. Das schafft er in anderthalb Minuten und verteidigt dadurch Platz fünf, da er genügend Vorsprung vor Takamoto Katsuta hatte. Allerdings ist er jetzt raus aus der Sonntagswertung.
Das bedeutet: Wer in der Power Stage schneller ist, wird Weltmeister - Solberg oder Evans.
Stand der Sonntagswertung: Solberg (5), Pajari (4), Fourmaux (3), Ogier (2), Katsuta (1).
WP15: Verrückte Welt - die Wertungsprüfung Sassari-Argentiera wird mit jedem Auto langsamer, anders als sonst üblich bei Schotter-Rallyes. Der Untergrund bricht immer weiter auf, was auch bei der zweiten Durchfahrt - der Power Stage - eine entscheidende Rolle spielen könnte.
Thierry Neuville fährt Bestzeit vor Takamoto Katsuta (+0,9) und Elfyn Evans (+1,9). Oliver Solberg hält den Schaden in Grenzen (+3,9). In der Wertung bleibt Solberg in Führung mit 58,0 Sekunden vor Sébastien Ogier und 1:49,0 Minuten vor Sami Pajari. Vierter ist Adrien Fourmaux, Elfyn Evans liegt 10,5 Sekunden dahinter auf Platz fünf.
Stand der Sonntagswertung: Solberg (5), Fourmaux (4), Pajari (3), Evans (2), Katsuta (1).
WP14: Oliver Solberg startet mit einer Knaller-Bestzeit in den Tag, ist 7,8 Sekunden schneller als Sami Pajari, 9,2 Sekunden schneller als Adrien Fourmaux und sogar 14,0 Sekunden schneller Elfyn Evans.
Sollte Solberg die fünf Extra-Punkte für die Sonntagswertung, die fünf Extra-Punkte für die Powerstage-Bestzeit und den Sieg holen, braucht Elfyn Evans zusätzlich zu Platz fünf seinerseits fünf Extra-Punkte, um Weltmeister zu werden.
Stand der Sonntagswertung: Solberg (5), Pajari (4), Fourmaux (3), Evans (2), Ogier (1).
Hyundai-Fahrer Thierry Neuville ist wieder dabei und als Zweiter auf der Strecke hinter Martins Sesks (M-Sport). Durch den Straßenkehreffekt ist Neuville 52,4 Sekunden langsamer als Solberg. In der Wertung liegt Neuville auf Platz 16. Für den Ausfall am Samstag hat er insgesamt 30 Minuten Zeitstrafe kassiert.
Finale der Rallye-WM: Oliver Solberg übernimmt Führung - Thierry Neuville draußen
wrc/km


