Saisonauftakt: Rallye-WM startet in Monte-Carlo

Mit der Rallye Monte-Carlo beginnt Donnerstagabend für Neuville, Tänak, Ogier & Co. die neue Saison der Rallye-Weltmeisterschaft. Motorsport-Fans dürfen sich wieder auf ein spannendes Jahr freuen. Nicht zuletzt, weil zwei der drei Titelkandidaten der letzten Jahre das Team gewechselt haben.

Thierry Neuville/Nicolas Gilsoul im Hyundai i20 WRC bei der Rallye Monte-Carlo

Rallye Monte-Carlo 2019 (Bild: Austral/Hyundai Motorsport)

Der neue Weltmeister Ott Tänak fährt jetzt für Hyundai und ist dort Teamkollege von Vizeweltmeister Thierry Neuville. Sébastien Ogier, der sich nach sechs Titeln 2019 mit Platz drei begnügen musste, hat Tänaks Platz bei Toyota eingenommen. Ogiers altes Team Citroën hat sich aus der WM verabschiedet. Die Frage ist nun: Wie schnell gewöhnen sich Tänak und Ogier an ihr neues Umfeld – und vor allem an ihr neues Auto?

Auf dem Papier ist also Thierry Neuville im Vorteil. Der 31-Jährige fährt seine siebte Saison für Hyundai und geht mit hohen Erwartungen in das Jahr 2020. Fünf Mal wurden Neuville und Beifahrer Nicolas Gilsoul Vizeweltmeister, dieses Jahr möchten sie sich endlich die Krone aufsetzen.

Dazu ist ein Sieg beim Saisonauftakt aber nicht unerlässlich. „Letztes Jahr haben wir im finalen Sprint in der Power Stage leider den Kürzeren gezogen gegen Ogier. Aber trotzdem lagen wir nach Schweden wieder vor ihm. Wenn man in Monte-Carlo gewinnt, hat man sehr wenig Chancen, in Schweden überhaupt aufs Podium zu fahren. Deswegen ist es nicht unbedingt ein Muss, zu gewinnen. Aber sollte die Situation sich ergeben, werden wir natürlich alles daran setzen, dort unseren ersten Sieg einzufahren“, sagte Neuville beim Autosalon in Brüssel.

Was sich für Neuville dieses Jahr ändert: Er hat mit dem amtierenden Weltmeister nun einen starken Teamkollegen und ist nicht mehr die klare Nummer eins. Die Kräfteverhältnisse müssen sich noch herausstellen. Und das Hauptziel für Hyundai bleibt nach wie vor der Hersteller-Titel.

Neuigkeiten aus Gap

Den 3,35 Kilometer langen Shakedown am Mittwochabend in Gap gewann Sébastien Ogier im Toyota, ganz dicht vor Thierry Neuville im Hyundai (+0,1 Sekunde). Beide fuhren ihre schnellste Zeit im ersten Durchgang. Drittschnellster war Elfyn Evans im Toyota (+0,6) vor Ott Tänak (+1,2) und den beiden Ford-Fahrern Teemu Suninen (+2,3) und Esapekka Lappi (+2,6).

Bruno Thiry, eigentlich Stamm-Eisspion von Thierry Neuville, fällt dieses Wochenende krankheitsbedingt aus. Seine Rolle übernimmt Dani Sordo. Die Eisspione fahren vor dem Start über die Wertungsprüfungen und geben letzte Informationen über die Bedingungen an Fahrer und Beifahrer weiter.

Zwei WP am Donnerstagabend

Die Rallye Monte-Carlo beginnt Donnerstagabend mit der offiziellen Startzeremonie in Monaco. Um 20:38 Uhr fällt der sportliche Startschuss mit der WP „Malijai-Puimichel“ über 17,47 Kilometer. Im Anschluss wird um 22:26 Uhr die WP „Bayons-Bréziers“ (25,49 Kilometer) gefahren. Für Hyundai startet neben Neuville und Tänak der neunfache Weltmeister Sébastien Loeb. Im Toyota sitzen neben Ogier und Evans zwei weitere Fahrer: Kalle Rovanperä und Takamoto Katsuta. Für M-Sport-Ford sind Suninen, Lappi und Gus Greensmith dabei.

Beim Saisonauftakt sind noch weitere Belgier dabei: Renaud Jamoul als Beifahrer des Franzosen Adrien Fourmaux im Ford Fiesta R5/Rally2, Grégoire Munster und Louis Louka im Skoda Fabia R5/Rally2, außerdem Luc Caprasse und Renaud Herman im Abarth 124 Rally RGT.

WM-Kalender 2020

Die Saison 2020 besteht aus 13 Läufen und nicht, wie eigentlich geplant, aus 14. Die Rallye Chile wurde wegen der Unruhen in dem Land abgesagt. Dadurch rückt die Rallye Argentinien um eine Woche nach vorne (24. bis 26. April). Neu sind in diesem Jahr Kenia, Neuseeland und Japan. Korsika, Spanien und Australien wurden für 2020 gestrichen.

Weltmeister Ott Tänak bleibt übrigens bei seiner Startnummer #8, wie in der Formel 1 Lewis Hamilton bei der #44. Zum ersten Mal in der Geschichte der Rallye-WM hat damit kein Auto die #1 auf der Türe.

Katrin Margraff

Kommentar hinterlassen
Ein Kommentar
  1. Robert Schmitz

    Ist das eigentlich ein Elektro-Auto?
    Oder wobei geht es beim Ralleysport: Wer mit dem geringsten Energieaufwand von A nach B kommt gewinnt?

    Aber schön, dass Neuville und Co. nun wieder auf absehbare Zeit Thema sein werden und man sich mal wieder über etwas anderes „échauffieren“ kann als über’s Klima…
    Wer weiss: Vielleicht liegen sich ja dann sogar die ewigen Streithähne Scholzen, Gennen und Co. (mit)fiebernd in den Armen? Oder spätestens bei der EM im Juni?

    Das Prinzip: „Brot und Spiele“ funktioniert auch heute noch!

Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150