Vom Aussichtspunkt am Signal de Botrange blickt Hadja Lahbib auf das Brandgebiet. Die EU-Kommissarin zeigt sich sichtlich betroffen. "Es ist schwierig, Worte zu finden, wenn man dieses Desaster, bei dem 3.000 Hektar in Rauch aufgegangen sind, nicht mehr nur auf einem Bildschirm sieht."
Über einen konkreten Wiederaufbau wolle sie derzeit noch nicht sprechen, erklärte Lahbib. Zunächst müsse geklärt werden, wodurch das Feuer ausgelöst wurde und wie es sich ausbreiten konnte. "Es macht keinen Sinn, mit dem Wiederaufbau zu beginnen, wenn man nichts daraus gelernt hat."
Ermittlungen zur Brandursache abgeschlossen
Inzwischen haben zwei spezialisierte Feuerwehrexperten aus Frankreich ihre Untersuchungen im Auftrag der Justiz abgeschlossen. Sie sollten die Brandursache und die Ausbreitung des Feuers analysieren. Die Experten unterstehen weiterhin dem Untersuchungsgeheimnis.
David Roussel vom französischen Nationalen Forstamt erklärte, Feuer hinterlasse bei seiner Ausbreitung charakteristische Spuren. "Unsere Aufgabe war es, diese Zonen zu identifizieren und die potenzielle Ausbruchsstelle zu bestimmen."
Weitere EU-Hilfen angekündigt
Nach Ansicht von Hadja Lahbib kann kein EU-Mitgliedstaat Naturkatastrophen dieser Größenordnung alleine bewältigen. Die Vorbereitung auf solche Ereignisse sei deshalb kein Luxus mehr. Die EU werde weitere Unterstützung bereitstellen - nicht nur für Sicherheits- und Rettungskräfte, sondern möglicherweise auch für die Landwirtschaft.
Auch die Wallonische Region will sich am Wiederaufbau beteiligen. Ministerpräsident Adrien Dolimont betonte, das Hohe Venn sei ein bedeutendes Natur- und Kulturerbe. "Wir sind es uns schuldig, es so schnell wie möglich wiederherzustellen - aber nicht irgendwie."
Der ostbelgische EU-Abgeordnete Pascal Arimont verwies zudem auf mögliche Mittel aus dem europäischen Solidaritätsfonds. Damit könne die unmittelbare Hilfe finanziert werden. Für den späteren Wiederaufbau des Venns stünden weitere europäische Fonds zur Verfügung.
Austausch mit Einsatzkräften
Zum Programm der EU-Kommissarin gehörte auch ein Besuch des Einsatzleitungs- und Koordinationszentrums in Sourbrodt. Dort informierte sich Lahbib über die Löscharbeiten der vergangenen Tage und sprach ausführlich mit den beteiligten Einsatzkräften.
Manuel Zimmermann










