Die Gesundheitsminister des Landes haben sich auf einen Grundsatzvorschlag für die Krankenhausreform geeinigt. Für die Krankenhäuser in der DG wurde eine Sonderregelung erzielt. Noch muss der Vorschlag der Gesundheitsminister von den jeweiligen Regierungen angenommen werden. Trotzdem ist der Text ein wichtiger Grundstein für die Krankenhauslandschaft der nächsten zehn Jahre.
"Es waren sehr harte Verhandlungen, muss ich sagen. Ich bin auch sehr müde, aber trotzdem auch sehr zufrieden und sehr erleichtert. Tatsächlich waren es die härtesten Verhandlungen, die ich je erlebt habe. Der Erfolg kann sich trotzdem sehen lassen", sagt DG-Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg.
Die Sonderregelung für die DG ist ein echter Verhandlungserfolg, denn der Expertenbericht zur Reform sah eine strikte Kategorisierung der Krankenhäuser vor, verbunden mit einer Mindestanzahl an Betten. Ohne Ausnahmen.
Schließlich war das Kriterium der Sprache aber Grund genug, der DG eine Sonderregelung einzuräumen: Wenn ein Krankenhaus nicht über die erforderliche Anzahl Betten verfügt, aber weiter als 50 Kilometer vom nächstgelegenen Krankenhaus der Gemeinschaft entfernt liegt, darf es trotzdem dieses Statut bekommen.
Im Krankenhaus von St. Vith herrscht erstmal Erleichterung über die Sonderregelung. "Das bedeutet, dass das Fortbestehen einer akuten Klinik gesichert wäre", sagte der ärztliche Direktor der Klink, Dr. Paul Pardon. "Eine akute Klinik bedeutet, dass man weiterhin eine Basisversorgung gewährleisten kann mit einer Notaufnahme, die für die Gegend besonders wichtig ist. Bis jetzt ist es immer unser Wunsch gewesen, wohnortnah und in der eigenen Sprache eine Basisversorgung anbieten zu können. Mit dieser Ausnahmeregelung wäre das gesichert."
Auch im St.-Nikolaus-Hospital in Eupen freut man sich über den ersten Verhandlungserfolg. Die Präsidentin des Verwaltungsrates des Hospitals in Eupen, Claudia Niessen, warnt aber auch vor möglichen Fallstricken bei weiteren Verhandlungen. "Für uns ist es eine Etappe in einer Verhandlung, die noch weitergeführt werden muss. So ist es ja auch angekündigt."
"Das heißt, für uns schwingt da noch eine ganze Menge an Ungewissheit mit, weil je nachdem, welche Anforderungen man hat als kleines Krankenhaus, muss man auch sagen, wie sie finanziert werden. Und wenn wir Anforderungen bekommen ohne die nötige Finanzierung, dann schließen wir im Endeffekt nachher ganz von alleine und das kann ja auch nicht Sinn und Zweck dieser Verhandlungen sein", so Niessen.
Die Bedingungen, die die Allgemeinkrankenhäuser erfüllen müssen, werden zunächst belgienweit festgelegt. Sie werden also für Häuser festgelegt, die teils wesentlich größer sind als Eupen und St. Vith, eine größere Reichweite haben und mehr Synergieeffekte erzielen können.
Wahrscheinlich werden weitere Ausnahmen nötig sein, um die DG-Krankenhäuser als Allgemeinkrankenhäuser halten zu können, räumt Ministerin Lydia Klinkenberg ein. "Da geht es um die Angebotspalette an den Allgemeinkrankenhäusern. Wie es jetzt aussieht, wird diese Angebotspalette etwas erweitert. Dementsprechend werden Kooperationen möglich werden müssen und diese Kooperationen werden eben auch Teil der Verhandlungen sein."
Dabei kommt das Projekt Versorgungsstrategie ins Spiel, das die Krankenhäuser aus Eupen und St. Vith mit anderen Krankenhäusern aus der Region ausgearbeitet haben. Darin ist geplant, welche Angebote an welchem Standort erhalten bleiben sollen. "Für uns ist es wichtig, dass wir langfristig - und bei langfristig sprechen wir von 2040 - auch in diese Richtung planen können und dass diese Verhandlungen auch in diesem Sinne geführt werden", so Claudia Niessen.
"Für Eupen bedeutet das ganz konkret, dass wir vor allen Dingen eine patientennahe Versorgung haben möchten für alles, was chronische Krankheiten sind. Wir haben die Dialyse jetzt gefeiert, aber dazu gehört auch das Thema Onkologie, dazu gehört das Thema Geriatrie und logischerweise die Notfallversorgung. Das werden unsere strategischen Standbeine bis 2040."
Die nächsten Entscheidungen stehen im September an. Dann wird sich zeigen, ob das Verhandlungsgeschick der Deutschsprachigen Gemeinschaft sich weiter durchsetzen kann.
sp/ake
Sehr geeherte DG und Fr. Klinkenberg.
Wir Augustinerinnen schwestern von St.Vith möchten Sie und dem Kommittee Beglückwunschen für den erfolgreichen Einsatz zum erhalt der Krankenhäuser St.Vith und Eupen .
nochmal Herzliches Glückwünsche
Sr.Margarethis und alle schwestern.