Die von der Ministerin vorgelegten Zahlen seien alarmierend, sagt SP-Regionalabgeordneter Patrick Spies. "Ende 2026 wirde das Forstamtsbüro in St. Vith nur noch über die etwa die Hälfte des Personals verfügen. Konkret werden dort acht von insgesamt 15 Stellen unbesetzt sein und vier von zehn Revieren werden keinen fixen Förster haben."
"In den Eupen fehlen sechs von insgesamt 15 Mitarbeitern. Vier von zehn Revieren werden dort ebenfalls bis zum Ende des Jahres unbesetzt sein. Hinzu kommen Pensionierungen und die Leute, die nicht mehr ersetzt werden. Wir haben den Peak an Unterbesetzung noch nicht erreicht. Das wird sich noch weiter zuspitzen, wenn jetzt die Wallonische Region nicht handelt."
Ministerin Anne-Catherine Dalcq verwies in ihrer Antwort auf den Einstellungsstopp, der für alle Forstämter gelte. Sie wies jeden Vorwurf der Diskriminierung der Deutschsprachigen zurück und verwies darauf, dass "die deutschsprachigen Kantone seit Langem mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind, die insbesondere mit sprachlichen Anforderungen zusammenhängen."
Eine Antwort, mit der sich Ecolo-Mandatar Freddy Mockel nicht zufrieden gibt. Es gebe drei deutschsprachige qualifizierte Kandidaten, die aber - anders als ihre französischsprachigen Kollegen - nicht mehr vor dem Einstellungsstopp ernannt wurden. "Es ist dann so gewesen, dass man dann noch Prüfungen organisiert hat, auf französisch. Für die Deutschsprachigen hat man die Prüfung nicht so schnell hinbekommen wie für die Französischsprachigen."
"Da sind dann die drei Personen, die man einstellen könnte, nicht eingestellt worden. Man war wohl auch offensichtlich danach nicht bereit, das Ganze nochmal aufzurollen und die Sache zu korrigieren", so Mockel.
Auch der SP-Abgeordnete Patrick Spies weist darauf hin, dass die geeignete Kandidaten sich womöglich nach anderen Stellen umsehen, wenn nicht schnell etwas geschehe. Er fordert ein Ende des Einstellungsstopps. Denn die Situation sei längst unhaltbar. Die Folgen könnten für die Gemeinden gravierend sein, vor allem in finanzieller Hinsicht, sagt Spies.
Der Wald sei für viele Gemeinden eine wichtige Einnahmequelle. "Die Förster werden ja über das Departement Nature et Forêt, also über die Wallonische Region, eingestellt, arbeiten aber massiv den Gemeinden zu, insbesondere im Bereich der Holzverkäufe oder in der in der Bewirtschaftung unserer Wälder. Wir sind da massiv auf die Expertise und auf die Zuarbeit der Forstämter angewiesen."
"Es gibt sogar die Sorge, auch auf kommunaler Ebene, dass die Wallonische Region versucht, diese ganzen Aufgaben komplett an die Gemeinden abzudrücken und dass die Gemeinden sich dann irgendwann sogar gezwungen sehen, private Anbieter zu suchen, die natürlich dann wieder für Unkosten sorgen", so Spies.
Auch Freddy Mockel befürchtet, dass die Forstverwaltung kaputtgespart werden könnte. Darunter würden auch die Bürger selbst leiden, sagt Mockel. "Ein Förster hat auch polizeiliche Befugnisse. Ein Drittel der Fläche der Wallonie ist Wald. In der Gegend von Tournai hat der Förster ein Einzugsgebiet von 30.000 Hektar. Wie soll das funktionieren? Nach dem Rechten schauen ist eine Aufgabe der öffentlichen Hand."
Die ostbelgische Abgeordnete Christine Mauel hat ihrerseits angekündigt, die weitere Entwicklung aufmerksam zu verfolgen.
Mehrere Gemeinden haben bereits vor einiger Zeit ein gemeinsames Schreiben nach Namur geschickt, ohne Ergebnis. Jetzt sollen Resolutionen folgen - die haben mehr Gewicht. Weismes hat sie bereits unterzeichnet, in der kommenden Woche will sich auch der Gemeinderat von Amel damit befassen.
Gaby Zeimers