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Welttag des Buches: Rollende Lesung mit Bernd Müllender

23.04.202617:13
  • Deutschsprachige Gemeinschaft
  • Eupen
  • Herbesthal
  • Lüttich
  • PFF
  • SNCB
Bernd Müllender liest zum Tag des Buches im Zug und
Bild: Moritz Korff/BRF

Am Donnerstag ist der Welttag des Buches. Da hatten sich die drei Sprachgemeinschaften und die SNCB unter Mitarbeit des Medienzentrums etwas Besonderes einfallen lassen, um literarisch ein Zeichen zu setzen: eine Lesung im Zug - und zwar nach und nach in allen drei Landessprachen. Als deutschsprachiger Autor war Bernd Müllender dabei.

Als Bernd Müllender am Bahnhof Eupen eintrifft, ist Gregor Freches schon da. Die Begrüßung am Welttag des Buches: Für den DG-Kulturminister ein Anliegen. "Von klein auf an haben Bücher mich in meinem Leben begleitet. Jetzt auch als Minister sehe ich, dass das Buch immer wieder neu in den Mittelpunkt rückt. Ich habe mit dem Ministerium zusammen alle 36 Bibliotheken in der Deutschsprachigen Gemeinschaft besuchen lassen, ich war selber in neun Bibliotheken anwesend. Ich habe gesehen, wie viele Ausleihen wir pro Jahr generieren. Wenn ich das Beispiel in St. Vith nehme: 52.000 Ausleihen pro Jahr."

Bernd Müllenderund DG-Minister Gregor Freches am Bahnhof in Eupen
Bild: Moritz Korff/BRF

Für seine Lesung auf der Strecke Eupen-Verviers hatte Bernd Müllender das passende Buch ausgewählt: "100 Orte in Ostbelgien und Umgebung". Als sich der Zug dem früheren Bahnhof Herbesthal nähert, schlägt Müllender das entsprechende Kapitel auf. "Herbesthal war Startpunkt zum Überfall auf Belgien", liest er den Zuhörern vor. "In beiden Weltkriegen diente Herbesthal den Deutschen als Nachschubbasis für die Front und war notdürftiges erstes Heimatspital für tausende Verwundete."

Der Blick aus dem Fenster ergänzt und veranschaulicht den Vorlesetext. "Klar, ich kenne ja die Strecke", so Müllender. "Da habe ich gedacht: Da musst du mit Herbesthal anfangen, wenn wir durch Herbesthal durchrollen, damit die Ortsunkundigen darüber schon ein bisschen Bescheid wissen."

"Fester Bestandteil unserer Kultur"

Lesungen im Zug am Welttag des Buches: Auch eine Hommage an das altehrwürdige Druckerzeugnis, das sich der Konkurrenz des Lesens am Bildschirm erwehren muss. "Die Klagen des Buchmarktes oder der Buchhändler sind eigentlich nicht so groß, wie man erwarten könnte: Dass es heißt, alle sind nur noch auf TikTok und Co. in sozialen Medien unterwegs und wenn sie lesen, dann lesen sie online. Das stimmt offenbar nicht. Es geht manches zurück, aber Bücher sind nach wie vor ein fester Bestandteil unserer Kultur", findet Müllender.

Kurz nach Verviers legt er den Band aus der Hand. Er hat seinen Teil zur Ehrung des Buches und des Lesens beigetragen. "In einem rollenden Zug eine Lesung zu machen: So was habe ich auch noch nicht gemacht. Ich hätte auch nicht gedacht, dass es irgendwann mal passiert. Aber, es war sehr schön."

Bernd Müllender liest zum Tag des Buches im Zug und
Bild: Moritz Korff/BRF
Bernd Müllender liest zum Tag des Buches im Zug und
Bild: Moritz Korff/BRF
Bernd Müllender liest zum Tag des Buches im Zug und
Bild: Moritz Korff/BRF
Bernd Müllender liest zum Tag des Buches im Zug und
Bild: Moritz Korff/BRF
Bahnhof Liège Guillemins
Bild: Moritz Korff/BRF
Bahnhof Liège Guillemins
Bild: Moritz Korff/BRF

Ankunft am Bahnhof Lüttich-Guillemins: Für Bernd Müllender und seine Begleiter ist hier Endstation. Die literarische Zugfahrt geht noch weiter: Nach dem deutschsprachigen Beitrag dann auf französisch und niederländisch.

Moritz Korff

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