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Lehren aus dem Hochwasser: Internationaler Workshop in Verviers und Bad Neuenahr

14.04.202618:0714.04.2026 - 18:54
  • Hochwasser 2021 in Ostbelgien
  • Pepinster
  • Rheinland-Pfalz
  • Verviers
Schäden in Pepinster (Archivbild: Nicolas Maeterlinck/Belga)
Zerstörtes Haus in Pepinster (Archivbild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Das Wesertal in Belgien, das Ahrtal in Deutschland: Das waren im Juli 2021 zwei der am stärksten vom Hochwasser betroffenen Regionen - neben den Tälern der Our, der Göhl oder der Prüm. Darum treffen sich Raumplaner und Wasserwirtschafter in Verviers und in Bad Neuenahr, um sich über ihre Erfahrungen und über Wege des Wiederaufbaus auszutauschen.

Fast fünf Jahre liegt die Hochwasserkatastrophe vom Juli 2021 zurück. Noch immer läuft an einigen Stellen der Wiederaufbau, noch immer sind die Narben sichtbar. Etwa in Pepinster. "Die Lage verbessert sich natürlich. Man muss wissen, dass uns die wallonische Regierung besonders geholfen hat, indem sie uns den Erwerb einer ganzen Reihe von Gebäuden ermöglichte, die entweder bereits abgerissen wurden oder in den nächsten Wochen abgerissen werden. Dies wird es uns ermöglichen, die Ufer der Weser und der Hoëgne so zu gestalten, dass schwerwiegende Ereignisse eingedämmt werden können", erklärt Bürgermeister Philippe Godin.

Auch im 2021 stark getroffenen Kreis Ahrweiler sei man schon ein ganzes Stück des Weges gegangen - man habe noch einiges vor, sagt Landrätin Cornelia Weigand. "Wir durften alle zusammen Mitte Dezember die Wiederinbetriebnahme unserer Bahnstrecke feiern, was für uns auch als Einwohner ein tolles Ereignis war, weil das ein Stück Lebensqualität, eine Lebensader wieder ist. Aber wir wollen natürlich die Großprojekte, die anstehen, gut und zukunftsgerichtet aufbauen, auch was Klimawandelanpassung angeht, was Resilienz angeht, aber zum Beispiel unsere Schulen eben auch nach neuen pädagogischen Konzepten. Und wir wollen die Chance bekommen, tatsächlich auch technischen Hochwasserschutz zu bauen, der gebietsübergreifend ist."

Hier würde sich Landrätin Weigand noch mehr strukturierte Zusammenarbeit wünschen - auf allen Ebenen. "Dass zum Beispiel Einzugsgebiete zusammenarbeiten müssen in Gewässerzweckverbänden. Dann wären wir aus dieser Freiwilligkeit und da mit dem Druck raus, dass sich dagegen halt die normale dörfliche oder städtische Entwicklung stellen müsste. Denn das macht keinen Sinn: Risikovorsorge, die ich im besten Fall vielleicht nie brauche, aber wenn ich sie brauche, dann rettet sie Leben und in unserem Fall Milliarden - dass ich das nicht gegenrechnen darf gegen den Dorfplatz oder die Schule oder was auch immer."

Eines wird klar beim Austausch in Verviers und Bad Neuenahr, bei dem auch Hochwasserereignisse in Frankreich oder das von Ende Oktober 2024 in und um Valencia eine Rolle spielten: Der Wiederaufbau braucht Zeit. Er braucht politischen Mut und ein Umdenken, wenn solchen und ähnlichen Ereignissen vorgebeugt werden soll. Das weiß auch Philippe Godin, der Bürgermeister von Pepinster.

"Das dauert zwar seine Zeit, aber diese Zeit ist notwendig, denn es wurden Studien durchgeführt, und erst auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Studien können natürlich Entscheidungen getroffen werden. Wir haben sie seit einigen Tagen und wissen nun genau, was getan werden kann. Und ich glaube, dass die Bürger vor allem darauf gewartet haben, beruhigt zu werden und zu wissen, dass wir die Probleme entschlossen angegangen sind, damit wir solche Jahrhunderthochwasser vermeiden können." Wobei Philippe Godin davon ausgeht, dass das schwierig werden könnte, wenn sich die Starkregensituation von Mitte Juli 2021 wiederholen würde.

Ausführliches Radio-Interview mit Professor Holger Schüttrumpf von der RWTH Aachen im Player:

Stephan Pesch

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