Kein echter Karneval – viel Verständnis

Aus Fettdonnerstag und Rosenmontag wird in diesem Jahr bekanntlich ein langer Aschermittwoch. Aus Vorbereitungen für die tollen Tage sind Absagen geworden, so auch der Empfang der "Au Wiever" und Möhnen im Eupener Parlament. Das Altweiberkomitee Eupen-Kettenis wollte die Absage aber dazu nutzen, schon auf den nächsten Karneval hinzuweisen. Deshalb gab es am Mittwoch ein nüchternes Treffen im Parlament.

Parlamentspräsident Karl-Heinz Lambertz und Ministerpräsident Oliver Paasch mit dem Eupener Altweiber-Komitee (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Parlamentspräsident Karl-Heinz Lambertz (l.) und Ministerpräsident Oliver Paasch (4.v.l.) mit den Vertreterinnen des Altweiberkomitees Eupen-Kettenis vor dem PDG (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Vier alte Weiber und zwei Zuhörer – kein echter Karneval, aber wenigstens ein symbolisches Treffen zwischen dem Altweiberkomitee Eupen-Kettenis, Parlamentspräsident Karl-Heinz Lambertz und Ministerpräsident Oliver Paasch. Eine Begegnung mit Abstand statt Bützchen und Konfetti-Regen.

Aber die jecke Jahreszeit soll nicht in Vergessenheit geraten. „Eigentlich sind wir trotzdem voller Zuversicht und dankbar, dass dieses Treffen überhaupt möglich war“, sagt die Präsidentin des Altweiberkomitees, Andrée Leffin. „Natürlich ist das dieses Jahr eine ernstere Sache. Wir halten Abstand und tragen Masken. Das ist anders als gewohnt.“

Aber der nächste Karneval kommt ganz bestimmt. Als Dank für das was war und was noch kommt gab es deshalb einen kleinen Präsentkorb der „Au Wiever“ für das Parlament. Parlamentspräsident Lambertz und Ministerpräsident Paasch bedankten sich mit aufmunternden Worten und lobten die Gäste für ihr Verständnis für die aktuelle Lage.

„Karneval ist auch für mich persönlich eine der schönsten Traditionen Ostbelgiens“, sagte Paasch an die „Au Wiever“ gerichtet. „Er gibt uns Jahr für Jahr die Gelegenheit, aus dem Alltag zu entkommen, in Gemeinschaft – manchmal auch ausgelassen – zu feiern, und das braucht man zumindest einmal im Jahr.“

Und so werden wohl nicht wenige Karnevalisten auch in diesem Jahr wenigstens einen Bruchteil des Karnevals feiern. Nur halt unter begrenzten Bedingungen. „Ein richtiger Karnevalist trägt den Karneval im Herzen“, glaubt Andrée Leffin. „Man wird die Tage nicht einfach so verstreichen lassen. Ich denke, die Karnevalisten werden schon zu Hause feiern. Das hoffen wir auch.“

Warum auch nicht? Vielleicht macht auch die kleinste Polonaise um den Küchentisch Spaß. „Als Karnevalist muss man immer optimistisch bleiben und voller Zuversicht. Und das bleiben wir auch, komme, was wolle“, betont die Präsidentin des Altweiberkomitees.

Manuel Zimmermann

3 Kommentare
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    Bedauerlich, dass die Alten Weiber nicht so können wie gerne würden. Verständlich in Coronazeiten. Nur bedeutet das noch lange nicht den gänzlichen Verzicht auf Karneval. Bei genauerem Hinsehen ist im PDG das ganze Jahr Karneval. Denn dort gibt es doch regelmäßig (Kappen-)Sitzungen mit allem was dazu gehört : (Sitzungs)Präsident, (Elfer)Rat, (Bütten)Reden. Nur hapert es manchmal mit der Kostümierung. Da ist mehr Fantasie gefordert. Auch gibt es jede Menge Orden.

  2. Jean-Pierre DRESCHER

    Also, #MSE, Sie werden dringend gebraucht in Oipe. Ran an d’Kappen! Oder heißts ran an d’Bütt?

  3. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr Drescher.

    Danke für Ihren Zuspruch. Nur unsere roten, schwarzen, grünen und blauen Profipolitparteienbüttenredner können das viel besser. Haben jahrzehntelange Erfahrungen nachzuweisen. Deren ganzjährige Realsatire bleibt unübertroffen, da kann ich nicht mithalten.