Pilotprojekt: Mobiles Ärzteteam im Norden der DG im Einsatz

Nicht nur Krankenhaus-Mitarbeiter stehen in der Corona-Krise unter Hochdruck. Auch für Hausärzte herrschen schwierige Zeiten. Viele Patienten sind verunsichert, da sie nicht mehr wie gewohnt den Arzt ihres Vertrauens besuchen können. Und auch Hausbesuche können kaum noch stattfinden. Ärzte aus Eupen haben deshalb zusammen mit dem Krankenhaus, Kaleido und dem Ministerium der DG ein Pilotprojekt gestartet.

Allgemeinmediziner Dr. Marc Franckh (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Allgemeinmediziner Dr. Marc Franckh vor dem Einsatzwagen (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Ein mobiles Team besucht seit dieser Woche Patienten, für die es keine andere Lösung gibt. Eine praktische Lösung für ein reales Problem, das immer akuter wird. Das mobile Team bündelt Material und Kräfte. Das Team besteht aus einem Arzt und einer Pflegekraft, die zu Heimen oder zu Kranken nach Hause fahren.

Wichtig: Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher nehmen im Krankheitsfall weiterhin telefonisch Kontakt zum Hausarzt auf. Das mobile Team ist eine Unterstützung für die Hausärzte und kann nicht von Patienten direkt angefordert werden.

„Wir bieten den Dienst für Hausärzte an, die nicht in der Lage sind, selbst Hausbesuche zu machen“, erklärt der Allgemeinmediziner Dr. Marc Franckh, der von Anfang an hinter dem Projekt stand. „Auch wenn der Hausarzt Angst hat, sich anzustecken, weil er kein Schutzmaterial hat, dann kann er das mobile Team kontaktieren, das dann den Patienten vor Ort besucht.“

Um das Eupener Krankenhaus nicht zusätzlich zu belasten und zusätzlich Kontakte zum Personal zu meiden, wurde dem mobilen Team eine mobile Einsatzzentrale auf dem Krankenhausparkplatz zur Verfügung gestellt. Für die Einsätze nutzt das mobile Team einen Kleinwagen, der so gerade mit dem Nötigsten ausgerüstet ist.

Auch im Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft gibt es einen ähnliches Angebot. Dr. Franckh betont, dass auch in Corona-Zeiten Patienten sich nicht scheuen sollen, auch ihre anderen kleinen und großen Wehwehchen beim Hausarzt zu melden. Wer den Hausarzt braucht, sollte ihn auf jeden Fall kontaktieren, lautet die Botschaft.

Die Einsatzzentrale des mobilen Teams, das die Hausärzte im Norden der DG unterstützt (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Die Einsatzzentrale des mobilen Teams (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Manuel Zimmermann

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Ein Kommentar
  1. Erich Bongartz

    Toll!
    Es gibt noch Menschen, die Nächstenliebe vorleben. Dankeschön!

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