Der Kandidat: Manfred Weber in Ostbelgien

Am 26. Mai wird ein neues Europaparlament gewählt. Spitzenkandidat der Europäischen Christdemokraten ist der bayerische CSU-Politiker und aktuelle Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei Manfred Weber. Er möchte also Nachfolger von Jean-Claude Juncker im Amt des EU-Kommissionspräsidenten werden.

Manfred Weber in Ostbelgien (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Manfred Weber in Ostbelgien (Bild: Manuel Zimmermann/BRF)

Auf Einladung des Europaabgeordneten Pascal Arimont hat Manfred Weber am Freitag Ostbelgien besucht und sich im Eupener Kulturzentrum Alter Schlachthof den Fragen der Bevölkerung gestellt.

Europa gibt gerade kein starkes Bild ab. Während sich die USA und China geostrategisch neu positionieren, absorbiert vor allem das Thema Brexit die Energie der EU. Unterdessen stürmen immer mehr anti-europäische Parteien die Parlamente.

Für einen Pro-Europäer wie Manfred Weber ist dieser Wahlkampf kein Selbstläufer: „Europa wird kräftig durchgeschüttelt. Das spüren wir. Gerade mit dem wachsenden Populismus und dem schlimmen Nationalismus, der teilweise wieder zurückkommt, steht Europa vor großen Weichenstellungen. Und die Entscheidung liegt in der Hand der Menschen. Am 26. Mai wird ein neues Europäisches Parlament gewählt. Und es droht, dass in diesem Europäischen Parlament keine konstruktive und kompromissorientierte Mehrheit mehr gewählt wird. Deswegen ist unsere erste Bitte, die Wahl ernst zu nehmen zur Wahl zu gehen. Und die zweite Bitte, Parteien zu wählen, die den Kompromiss suchen. Europa braucht den Willen zum Konsens.“

Nun gibt es noch immer eine ganze Reihe von pro-europäischen Parteien. Für den christdemokratischen Politiker gilt es also, sich auch von diesen Parteien zu unterscheiden: „Wir als Christdemokraten, als Europäische Volkspartei, wollen das Europa der Mitte, nicht der linken Umverteilung, nicht der rechten Nationalisten. Das heißt ganz konkret Ehrlichkeit. Zum Beispiel der Türkei zu sagen: Die Türkei kann nicht Mitglied der EU werden. Ein Europa, das Grenzen schützt. Ich möchte sicherstellen, wer sich auf europäischem Grund und Boden befindet. Und Politiker, die an der Außengrenze durchgreifen und Schlepperbanden das Handwerk legen, haben unsere Unterstützung verdient. Und ich möchte ein Europa, das wirtschaftlich stark bleibt. Das heißt, wir müssen offen sein für Handelsverträge, für Innovation, für kreative neue Produkte und auch für den europäischen Binnenmarkt, damit wir die Kraft, die wir 440 Millionen Europäer haben, nutzen. Das sind die Projekte für die wir stehen und für die wir werben.“

Laut Manfred Weber ist der Auftrag der europäischen Politik, die Menschen und ihre Sorgen in den Mittelpunkt zu stellen. Mit dieser Kernbotschaft ist er auch in die Grenzregion Ostbelgien gereist. Zum Glück wisse man hier zu schätzen, welche konkrete Rolle Europa spielt, so Weber: „Europa muss stark sein im Großen, wenn es um Trump, Putin oder dem chinesischen Präsidenten Xi geht. Europa muss auch klein sein, dort wo die Grenzregionen auf besondere Probleme stoßen. Ich selbst komme aus einer Grenzregion, der bayerisch-tschechischen Grenze. Und dort erlebe ich jeden Tag, dass Europa nicht in erster Linie in Paris oder Berlin gespürt wird, sondern in den Grenzregionen, wie hier in Eupen oder in der Grenzregion zwischen Deutschland und Belgien. Deshalb muss Europa auch Partner der Grenzregionen bleiben. Zum Beispiel mit den Finanzmitteln und Euregiogeldern, die wir bereit stellen.“

Es ist ein klares Bekenntnis, dass Europa sich um diese Grenzregionen kümmern muss.

Manfred Weber: Geboren 1972 in Niederhatzkofen (Bayern). Verheiratet seit 2002. 1996 Abschluss im Fach Ingenieurwissenschaften an der Fachhochschule München. Seit 1989 Mitglied der Jungen Union (JU) und der CSU. Mitglied des Europaparlaments seit 2004. Seit 2006 Mitglied des Vorstands der EVP-Fraktion und von 2009-2014 stellvertretender Vorsitzender der EVP-Fraktion.

Manuel Zimmermann

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2 Kommentare
  1. Eleonore Schmitt

    Herr Weber besitzt gewiss nicht die größte Ausstrahlung und auch sein Charmepotential hällt sich in Grenzen. Aber er ist mir trotzdem lieber, als all die anderen Politiker, die Europa nur spalten und lahmlegen wollen. Farage ist das beste Beispiel: eine einzige Luftnummer dieser Mann!

    Finde es auch gut, dass der Arimont sich die Mühe gemacht, Herrn Weber zu uns zu holen, um mit ihm zu reden. Gute Sache, weiter so!

  2. Edgar Michaelis

    … Herr Arimont hat uns auch den Herrn Juncker im Rahmen des sogenannten Bürgerdialogs angeschleppt, mit dem Resultat dass Herr Juncker, Herr Arimont, Herr Paasch und Co, zusammen, sich den vorgetragenen Bürgerproblemen und damit notwendigem Dialog verweigern (so erlebte ich es als Grenzgänger im Kampf um mir zustehende nationale als auch EU-Rechte!). Die machen nur Wahlkampf, und einmal gewählt machen die was die wollen… sogar ihren eigenen Stuhl korrumpieren, da sind die skrupellos !
    MfG

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