Ecolo bekennt Farbe für Anne Kelleter

Ecolo Ostbelgien hat in einer Stellungnahme ausdrücklich Farbe bekannt für die Spitzenkandidatin Anne Kelleter.

Anne Kelleter (Bild: privat)

Anne Kelleter (Bild: privat)

Sie habe die Partei schon bei der Kontaktaufnahme „umgehend, umfassend und transparent“ über zwei Gerichtsverfahren informiert, an denen sie beteiligt war. Das erste Verfahren liege fünf Jahre zurück und führte nicht zu einer Verurteilung – die Urteilsverkündung wurde wegen Geringfügigkeit ausgesetzt.

Anfang dieses Jahres sei Anne Kelleter für Vorkommnisse aus dem Jahr 2016 zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Demnach hatte sie persönlich Cannabis konsumiert und zugelassen, dass andere volljährige Personen in ihrer Wohnung ebenfalls Cannabis konsumierten.

Das hatte vor allem in Internetforen für Reaktionen gesorgt. In einem offenen Brief beklagt Anne Kelleter den Umgang mit diesem Thema. Sie fordert eine neue Debattenkultur. Ecolo steht im Übrigen dafür ein, den Konsum von Cannabis zu legalisieren und zu reglementieren.

Die Stellungnahme ist von den drei Co-Präsidenten Michael Klütgens, Ulrich Deller und Freddy Mockel unterschrieben.

mitt/sp

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19 Kommentare
  1. Marcel scholzen Eimerscheid

    Warum eine andere Debattenkultur ? Was ist schlecht ? Im Internetzeitalter sind Foren doch etwas alltaegliches und selbstverstaendliches. Sie tragen mit dazu bei, das Menschen Disputieren und Diskutieren, um sich eine Meinung zu bilden. Ein Wesensmerkmal einer Demokratie. Da sieht man wieder, dass Ecolo es schwer hat mit kritischen Aeusserungen. Nicht gut fuer eine Partei, die behauptet demokratisch zu sein und gewaehlt werden will und alles besser machen will als die anderen etablierten Parteien.

  2. Alexander Kerres

    Vielleicht sollten Debatten auch einfach sachorientiert und nicht beleidigend sein. Nur mal so eine Idee.
    Dass Sie das nicht begreifen, Herr Scholzen, verwundert dabei wenig.
    Ihr erneuter Angriff auf Ecolo verrät doch, dass es Ihnen auch gar nicht um eine solche Debatte geht.

  3. Voigt Christian

    Überall wird versucht das Rauchen zu verringern, und Ecolo möchte das Rauchen von Cannabis legalisieren. Ist da nicht irgendwo ein Widerspruch?
    Ich denke das wäre ein falsches Zeichen setzen, es würde ja gleichzeitig bedeuten dass Rauchen doch nicht soooo schlecht ist.

  4. Alexander Kerres

    @VOIGT CHRISTIAN
    Man muss Cannabis nicht unbedingt rauchen. Und mit Pfeifen und sog. Verdampfern benötigt man zum inhalieren auch keinen Tabak.
    Machen Sie sich doch bitte erstmal schlau, bevor Sie so unsinnige Kommentare schreiben. Oft sind die nötigen Infos nur ein paar Clicks entfernt.
    Dabei erfährt man dann auch, dass jede Droge so ihre Tücken hat, aber Cannabis selbst noch niemanden getötet hat. Dazu muss einem schon eine Containerladung auf den Kopf fallen. Ganz im Gegensatz zum Alkohol und Tabak.
    Man darf es natürlich nicht verharmlosen aber verteufeln muss man es jetzt auch nicht.
    Leider verlaufen die Debatten um die Thematik in der Regel emotional geprägt und/oder ideologisch überlagert.
    Zu Frau Kelleters Kandidatur:
    Rechtliche bedenken gibt es offenbar nicht und es gibt in der Politik sicher schlimmere „Ganoven“, aber besonders klug ist der Zeitpunkt jetzt auch nicht.

  5. Voigt Christian

    @Alexander Kerres
    Sie können natürlich Cannabis auch kauen, und in der Pfeife können Sie auch gesundes Weidengrass benutzen.
    Machen Sie sich doch bitte mal schlau über die gesundheitlichen Gefahren von der Pfeife. Oft sind die nötigen Infos nur in ein paar Clicks entfernt.
    Dabei erfährt man das Cannabis auch abhängig machen kann, und derjenige der nicht rechtzeitig davon abspringt eventuell irgendwann auch etwas anderes nimmt weil das eine nicht mehr reicht.

  6. Alexander Kerres

    @Voigt Chistian
    „Sie können natürlich Cannabis auch kauen, und in der Pfeife können Sie auch gesundes Weidengrass benutzen.“

    Wem’s Spaß macht.;)

    „Machen Sie sich doch bitte mal schlau über die gesundheitlichen Gefahren von der Pfeife. Oft sind die nötigen Infos nur in ein paar Clicks entfernt.“

    Keine Sorge, das habe ich. Ich behaupte ja auch nicht, dass es gut ist. Es ging um den Vergleich zwischen Tabak und Cannabis. Völlig unterschiedliche Wirkstoffe!

    „Dabei erfährt man das Cannabis auch abhängig machen kann, und derjenige der nicht rechtzeitig davon abspringt“

    Richtig. Psychische Abhängigkeit, um genau zu sein. Nikotinentzug ist übrigens schlimmer.

    „eventuell irgendwann auch etwas anderes nimmt weil das eine nicht mehr reicht.“

    Klares „Nein“. Bei der Frage welche Droge konsumiert wird spielen ganz andere Faktoren eine Rolle. Z.B. das soziale Umfeld.

    Was kommt als nächstes? Die böse Einstiegsdroge? Im allgemeinen geht die Reihenfolge: Zigaretten, Alkohol und dann erst illegale Drogen. Dabei wird das Gras auch oft übersprungen.

  7. Voigt Christian

    Herr Kerres,
    Im offenen Brief von Frau Kelleter steht geschrieben, ich zitiere :
    Ich hatte Glück, denn ich habe ein intaktes soziales Umfeld, das mir geholfen hat, nicht abzurutschen. Ehemals enge Freunde von mir hatten dieses Glück nicht.
    Denken Sie dass Frau Kelleter von Ihrer Verurteilung und die dazu gehörige Straffe spricht, oder eher in Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis?
    Wenn Sie, so wie ich, eher für das Zweite plädieren, dann kann ich nicht nachvollziehen dass eine Partei so etwas Gutheißen kann (Legalisieren).

  8. Alexander Kerres

    So mal zum generellen Nachdenken:
    Sind Drogen eher Ursache oder Symptom?
    In den meisten Fällen ist es wohl eher letzteres.

    Und was soll Frau Kelleter schon anderes schreiben? Aber da Ecolo ja ohnehin für eine Legalisierung ist, braucht sie sich auch nicht übermäßig vom Genuss von Cannabis zu distanzieren. Ganz im Gegenteil. Damit würde sie wieder andere potenzielle Wähler abschrecken.

    Ich habe übrigens Genuss geschrieben, weil das für mich einen großen Unterschied ausmacht ob man eine Droge (egal ob illegal oder Alkohol) genießt oder misbraucht.

    Und was das soziale Umfeld angeht, meinte ich das anders. Wer extreme Leistung bringen muss, kifft nicht.
    Auf der Nachtschicht sind z.B. Aufputschmittel (Amphetamin) gefragt. Ebenso in der Disco (XTC). Oder eben Koks, wenn man es sich leisten kann oder protzen will (Schickeria). LSD zum Acid Rock und so weiter.

    Wenn man ehrlich ist, ist die Gesellschaft doch „drupp wie Jupp“, trotz Prohibition.

  9. Hubert Aussems

    Ich als ehemaliger Raucher und trockener Alkoholiker kann nicht verstehen das hier das konsumieren einer Droge (egal ob Cannabis, Alkohol oder Nikotin) verharmlost wird, Leute wisst ihr eigentlich wie schwer es ist von einer Sucht weg zu kommen!!!!

  10. ralf zilles

    Zucker ist eine Droge, Tabak auch, Alkohol sicherlich und das böse Cannabis. Also, mal abgesehen davon, ob man nun für oder gegen Ecolo stimmt, sollte man Anne Kelleter doch bitte als eine einfach leicht sündige Durchschnittsbürgerin einschätzen. Wie Du und Ich.

  11. Dieter Leonard

    Ja Ralf, so kann man es sehen. Keiner hat das Recht. A. Kelleter zu VERurteilen!
    BEurteilen wollte ich aber gerne, seit der Veröffentlichung über ihre “Konflikte mit dem Betäubungsmittelgesetz“, ob es „ein kluger Zeitpunkt“ war und ob es von großem Verantwortungsbewusstsein der Kandidatin und der Öffentlichkeit gegenüber zeugt, A. Kelleter ad hoc nach der „Chamauelläon“-Posse“ zu nominieren? Zumal von einer Partei mit hohen ethischen und moralischen Ansprüchen… an andere.
    Zur BEurteilung fehlen mir jedoch Fakten. Verbreitete Halbwahrheiten taugen dazu nicht. Medien und Politik haben m.E. hier auf ganzer Strecke versagt.
    Die Nominierung von A. Kelleter ist m.E. nichts anderes als Ausdruck eines rücksichtslosen politischen Geschäfts.
    Sie wird selbst die Erfahrung machen müssen, ob es die richtige Entscheidung war, einen Journalistenjob gegen einen Platz im politischen Haifischbecken zu tauschen. Die ersten Bisswunden müssen noch vor ihrer Wahl schon verheilen.
    Dies hindert keinen „leicht sündigen Durchschnittsbürger“ daran, ihr alles Gute zu wünschen.

  12. Alexander Kerres

    Herr Aussems,
    ist das eine Verharmlosung, wenn man schlicht und einfach die Realität anerkennt? Überall in der Gesellschaft sind Drogen anzutreffen. Und als Suchtkranker wissen Sie, dass das Problem nicht bei der Droge alleine liegt. Das meinte ich mit Symptom statt Ursache. Besser ist natürlich ohne Drogen, aber ein drogenfreie Gesellschaft werden wir nicht hinbekommen. Ihnen wünsche ich, dass Sie weiter standhaft bleiben. Ich habe so manchen Alkoholiker in der Familie gehabt und weiß, wie schwierig das für die Betroffenen und auch deren Angehörige ist.
    @Ralf Zilles
    Ich wähle sie auch nicht, sehe das aber ähnlich. Bedenklich finde ich eher, dass Frau K. scheinbar erst persönlich gewisse Erfahrungen machen musste, um zu erkennen, dass Aufklärungsprogramme fehlen und in der Justiz auch einiges verbesserungswürdig ist. Diese Erkenntnis kann man auch gewinnen, ohne, dass man erst mit dem Gesetz in Konflikt kommt. Das kommt so halt etwas naiv rüber.

  13. Voigt Christian

    Es geht mir gar nicht darum Frau Kelleter zu verurteilen, Sie war ja anscheinend volljährig und daher sollte Sie wissen was Sie macht. Es geht viel mehr darum dass alles was süchtig macht verpönt wird (Zigaretten, Alkohol, Drogen und sogar Computerspiele) und hier eine Partei ein Suchtmittel legalisieren will. Dann soll man bitteschön auch aufhören über andere Sachen zu schimpfen.
    Zur Erinnerung, Ich bin nicht abgerutscht, Ehemals enge Freunde von mir hatten nicht dieses Glück.
    Wie kann jemand guten Gewissens so eine Äußerung machen und im gleichen Atemzug sagen dass es legalisiert werden soll?
    Wieso soll das legalisiert werden? Etwa damit die Dealer sich das Geld nicht einsacken sondern der Staat?

  14. Alexander Kerres

    Herr Voigt, das wäre mir lieber, als ein unkontrollierter Schwarzmarkt an dem sich das organisierte Verbrechen bereichert, mit all seinen negativen Begleiterscheinungen.
    Schauen Sie doch mal, was sich in den letzten Jahren in den USA so tut, oder in auch Europa.ü Da lösen sich viele Vorurteile in Luft auf.
    Ich gehe halt einen Schritt weiter und bin der Meinung, dass nicht nur Cannabis legalisiert werden sollte. Unter staatlicher Kontrolle, versteht sich. Größere Bedenken hätte ich da nur bei ganz bestimmten Drogen, wie Heroin oder Crystal Meth.
    Ich kann auch verstehen, wenn man sich ganz gegen alle Drogen ausspricht, aber dann bitte konsequent. Also auch Alkohol!

    Persönlich glaube ich halt, dass Prohibition nichts bringt, sondern nur noch mehr Probleme schafft und die Situation der Betroffenen eher verschlimmert.
    Da ist es mir doch echt lieber, man steckt das Geld nicht in die Strafverfolgung, sondern in Suchtprävention und Therapieangebote.

  15. Voigt Christian

    Herr Kerres,
    Ich bin damit einverstanden das eine Therapie angeboten werden muss, aber dadurch dass ich es legalisiere sage ich dass es in Ordnung ist. Das nenne ich nicht Prävention sondern Erlaubnis. Und danach wird wieder geweint was diese Therapien alles dem Staat bzw. der Krankenkasse kostet.
    Zusätzlich steuer Ecolo dazu bei andere Personen sich ganz legal in einer gewissen Abhängigkeit zu manövrieren. Ich bin auf jeden Fall davon überzeugt es wäre wichtiger von der Sucht abzubringen statt es auch noch gutzuheißen.

  16. Alexander Kerres

    Herr Voigt, eine Elaubnis ist für mich noch lange keine Aufforderung und die Kosten für Therapien u.ä. sind ohnehin zu tragen. Es gibt in den Staaten, die eine liberalere Politik fahren, eher weniger Konsumenten, also weniger Süchtige.
    Ich betone die wirtschaftlichen Aspekte einer Liberalisierung nicht gerne, da es nicht das ausschlaggebende Argument sein soll, aber allein die Einsparungen in der Justiz würden das Geld für Prävention und Therapie freimachen. Dazu kämen noch Steuereinnahmen in Milliardenhöhe.
    Und wer jetzt sagt, dass der Staat sich nicht als Dealer betätigen soll, der sollte wissen, dass dieser das ohnehin schon tut (Alkohol, Zigaretten, Medikamente). Da verdient er ja auch kräftig mit.
    Ein sehr großer Teil der Menschen hier genießt Abends sein Feierabendbier oder auch zwei Gläschen Wein zum Essen oder raucht halt einen Joint.
    Gesund und gut?
    Nö!
    Müssen die jetzt alle in Therapie?
    Ich denke nicht.

  17. Voigt Christian

    Es ändert nicht dass wenn man es legalisiert, man bewusst in Kauf nimmt dass Menschen sich legal in Richtung Sucht begeben können. Sowas kann doch keiner Gutheißen. Wenn gesagt wird, es ist halb so schlimm, finde ich das traurig. Schauen Sie doch bitte mal auf der Seite von Deutscher hanfverband was es für Auswirkungen haben kann (Die wissen ja bestimmt wovon die reden) und dann sagen Sie nochmal es ist OK. Ich weiß nicht ob Sie Kinder haben, ich wäre auf jeden Fall totunglücklich wenn meine Kinder von irgendetwas abhängig würden, und sei es noch so legal.
    Wo fängt bei Ihnen die Sucht an? Erst wenn man auf Entzug gehen muss oder vielleicht schon wenn es heißt jetzt hätte ich Lust auf… und meinen Feierabend Genießen.
    Für mich ist es eindeutig das zweite denn erst wenn man von der Lust auf etwas abkommt kann man sagen dass man nicht abhängig ist.

  18. Alexander Kerres

    Einfache Antwort, Herr Voigt.
    Es ist der Kontrollverlust!

    Der DHV ist auch für eine Legalisierung des „Genussmittels Cannabis“. Auf die sollten Sie sich also eher nicht berufen.
    So langsam habe ich den Eindruck, dass Sie einfach nur Panikmache betreiben um auf Ecolo rumzuhacken.

    Und deshalb noch einmal:
    In den Staaten, in denen es legalisiert wurde, ist die Zahl der Konsumenten nicht angestiegen. Das Gegenteil ist der Fall!
    Einziger Kritikpunkt z.B. in Colorado war, dass zu wenig von den Mehreinnahmen in Präventionsprogramme investiert wurde. Da muss man der Politik natürlich auf die Finger schauen.

  19. Voigt Christian

    Herr Kerres,
    Wollen Sie mir echt weiß machen dass durch Legalisierung die Anzahl Konsumenten rückgängig wird?
    Liegt es nicht eher daran dass, weil es ja legal ist, eine gewisse Anzahl in der Berechnung nicht mehr berücksichtigt wird. Die einzige Möglichkeit dagegen zu Steuern ist nicht die Legalisierung sondern die Aufklärung der Folgen, so wie es z.B. bei der Zigarette stattgefunden hat. Es ist nicht deren Legalisierung die die Anzahl Konsumenten reduziert hat sondern dass den Leuten die Augen aufgemacht wurde in Bezug zu den Folgen.
    Und ja Herr Kerres, Die Abhängigkeit fängt beim Kontrollverlust an, aber ich denke Sie sehen den Kontrollverlust etwas weiter Angesiedelt als ich. Der Kontrollverlust findet statt ab dem Moment wo man nicht mehr sagen kann, ich verzichte darauf.

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