Mehrmals huschte ein Lächeln über das Gesicht von Energieminister Mathieu Bihet, als er an der Seite von Premierminister Bart De Wever am Donnerstag in der Kammer ungewöhnlich viel Lob für seine Arbeit zu hören bekam. Ein guter Schritt, strategisch richtig, bravo, war gleich mehrmals zu hören. Und Marc Lejeune von Les Engagés nannte es sogar historisch, dass Belgien seine energiepolitische Zukunft jetzt wieder selbst in die Hand nehme.
Als Liberaler sei er von Natur aus kein Freund von Nationalisierungen, sagte Oppositionspolitiker Steven Coengrachts von den flämischen Liberalen. Aber in diesem Falle würde die Regierung logisch handeln.
Für die PTB verwies Roberto D’Amico darauf, dass seine Partei ja schon immer gefordert habe, dass die Energieversorgung Sache des Staates sei. Jetzt müsse die Regierung aber noch einen Schritt weitergehen und tatsächlich den gesamten Energiesektor verstaatlichen. Vor allem dürften die Bürger auf keinen Fall für die Kosten des Engie-Deals zur Kasse gebeten werden.
Diese Sorge war auch die einzige des Grünen-Abgeordneten Jeroen Van Lysebettens. Fundamentalkritik an dem Deal mit Engie äußerte er nicht.
Kay Wagner