Nach dem Finale im Afrika-Cup zwischen Marokko und Senegal ist es in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek zu Ausschreitungen gekommen.
Hunderte Jugendliche versammelten sich an der Metrostation Étangs Noirs. Womöglich aus Frust über die Niederlage Marokkos schossen sie mit Feuerwerkskörpern und warfen Barrieren. Auf dem Platz vor der Metrostation zündeten sie eine Brandbombe und zerstörten eine Bushaltestelle.
Marokkanische Eltern, die sich im Vorfeld bereit erklärt hatten, aufzupassen, dass die Lage nicht eskaliert, hatten keine Chance. Kurz nach Mitternacht erschien die Polizei und räumte den Platz.
Auch in Antwerpen kam es zu Zwischenfällen. Jugendliche warfen mit Steinen nach Polizisten und Journalisten. Ein Bus wurde mit Eiern beworfen. Neun Personen wurden vorläufig festgenommen. Senegals Fußball-Nationalmannschaft hatte zuvor zum zweiten Mal den Afrika Cup gewonnen.
Senegal bezwang im Finale Gastgeber Marokko mit 1:0 nach Verlängerung. Das entscheidende Tor fiel in der 94. Minute. Der Marokkaner Díaz vergab kurz vor Ende der regulären Spielzeit einen Elfmeter. Vorher hatte es fast 20 Minuten lang intensive Diskussionen gegeben. Aus Protest gegen die aus ihrer Sicht falsche Entscheidung waren Senegals Spieler sogar in die Kabine marschiert. Kurzzeitig drohte ein Spielabbruch.
dpa/belga/vk