Flämische Provinzgouverneure relativieren Forderung nach vorgezogenem Konzertierungsausschuss

Drei flämische Provinzgouverneure bestreiten, einen vorgezogenen Konzertierungsausschuss gefordert zu haben. Der westflämische Gouverneur Carl Decaluwé hatte dies behauptet.

Blutprobe mit der Coronavirus-Variante namens Delta (Illustrationsbild: Bildagentur Panther Media/angellodeco)

Illustrationsbild: Bildagentur Panther Media/angellodeco

Demnach hätten die Gouverneure nach Beratungen mit dem föderalen Krisenzentrum gesagt, dass alle gemeinsam ein vorgezogenes Treffen aller Regierungen forderten, um über weitere, landesweit geltende Corona-Maßnahmen zu entscheiden.

Jan Spooren, der Gouverneur von Flämisch-Brabant, teilte am Mittwochabend mit, dass er nicht explizit ein Vorziehen des Konzertierungsausschusses gefordert habe. Damit schloss sich Spooren gleichlautenden Aussagen der Gouverneure der Provinzen Antwerpen und Limburg, Cathy Berx und Jos Lantmeeters, an.

Ein vorgezogener Konzertierungsausschuss sei vielleicht der persönliche Wunsch von Carl Decaluwé, so Jan Spooren weiter. Dessen Äußerungen und Forderungen träfen aber eben nicht auf alle Provinzgouverneure zu.

Man habe Besorgnis über die schlechten Coronazahlen geäußert, stellte Spooren klar. Zunächst wolle man sich aber jetzt darauf konzentrieren, die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen umzusetzen.

Falls weitere Schritte notwendig würden, läge das in der Verantwortung der Föderalregierung, so der Gouverneur von Flämisch-Brabant. Einig seien sich alle Provinzgouverneure aber darin gewesen, dass die Auffrisch- beziehungsweise Boosterimpfungen schneller erfolgen müssten.

Nach Medienberichten hat Premierminister Alexander De Croo aktuell nicht vor, den Konzertierungsausschuss früher zusammenzurufen. Die neuen Maßnahmen seien erst Anfang der Woche in Kraft getreten, deswegen sei es zu früh, um schon zu bewerten, wie sie wirkten, heißt es.

Boris Schmidt