Nationaler Sicherheitsrat schafft Kontaktblase ab – aber „enge Kontakte“ möglichst beschränken

Premier Sophie Wilmès hat die neue Vorgehensweise für den Umgang mit der Coronakrise vorgestellt. Die Kontaktblase verschwindet, allerdings wird weiter empfohlen, "enge Kontakte" außerhalb des eigenen Haushalts zu beschränken. Es gibt keine Höchstgrenze mehr für Gäste bei Veranstaltungen, die von Profis organisiert werden. Die Quarantäne wird von 14 auf sieben Tage verringert.

Premier Sophie Wilmès bei der Pressekonferenz nach dem Nationalen Sicherheitsrat am 23.9. (Bild: Olivier Hoslet/Belga)

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„Treffen Sie sich, mit wem Sie wollen – auf Abstand und mit Maske. Beschränken Sie aber so weit wie möglich enge Kontakte“ – Sophie Wilmès hat am Mittwochnachmittag die neue Vorgehensweise für dem Umgang mit der Coronakrise vorgestellt.

Als „enge Kontakte“ gelten Menschen außerhalb des eigenen Haushalts, die man auch ohne Abstandsregeln und Maske und länger als 15 Minuten lang trifft. Die engen Kontakte sollten soweit möglich beschränkt werden.

Eine Zahlengrenze gibt es nicht mehr, allerdings geben die Experten einen Richtwert an: Derzeit empfehlen sie, höchstens fünf enge Kontakte zu haben. Die Zahl kann aber je nach Entwicklung der Lage verändert werden – dazu ist eine Art „Gesundheits-Barometer“, wie in Irland, in Vorbereitung. Das Barometer soll die Lage auf nationaler, regionaler und provinzialer Ebene darstellen.

Der Richtwert ist eine Empfehlung, keine Pflicht. Ein Richtwert sei nötig, um den Menschen Orientierung zu geben, erklärte dazu Premier Wilmès auf die Frage einer Journalistin.

Keine Höchstzahl bei Profi-Veranstaltungen

Es gibt keine Höchstgrenze mehr für Gäste bei Veranstaltungen, die von Profis organisiert werden. Die Anzahl erlaubter Gäste hängt dann vom verfügbaren Platz ab (wie bisher schon in Restaurants und Kneipen). Wilmès sagte, die Veranstalter seien dafür zuständig, dass die Sicherheitsprotokolle mit den Abstands- und anderen Regeln eingehalten würden.

Auch Hochzeiten und Geburtstagsfeiern dürfen also wieder organisiert werden, wenn professionelle Veranstalter verantwortlich sind. Feiern im privaten Rahmen bleiben auf höchstens zehn Personen beschränkt (Kinder ausgenommen).

Quarantäne und Maskenpflicht

Die Quarantäne wegen Corona-Verdachts wird ab dem 1. Oktober von 14 auf sieben Tage verringert. „Wer Symptome zeigt, meldet sich bei seinem Hausarzt. Der wird Quarantäne und einen Test anordnen. Fällt der Test positiv aus, gilt die Quarantäne weiter. Ist der Test negativ, ist die Quarantäne sofort beendet“, sagte Wilmès.

Ab dem 1. Oktober soll auch die Maskenpflicht im Freien aufgehoben werden. Nur noch an Orten mit viel Publikumsverkehr soll sie gelten, außerdem nach wie vor in öffentlichen Transportmitteln, in Geschäften und Kinos.

Wilmès unterstrich noch einmal die „sechs goldenen Regeln“:

  • Hygiene: Hände regelmäßig waschen.
  • Aktivitäten am besten im Freien durchführen.
  • Risikopatienten besonders schützen.
  • Abstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen halten, sonst Maske tragen.
  • Treffen im privaten Rahmen sind auf zehn Menschen beschränkt (Kinder ausgenommen).
  • Enge Kontakte – mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts – müssen begrenzt werden. Derzeit werden höchstens fünf enge Kontakte empfohlen.
Pressekonferenz nach dem Nationalen Sicherheitsrat am 23.9. (Bild: Olivier Hoslet/Belga)

Pressekonferenz nach dem Nationalen Sicherheitsrat am 23.9. (Bild: Olivier Hoslet/Belga)

Weiter Wachsamkeit angesagt

Die Regierung stelle den Umgang mit der Krise nun auf ein ‚Risikomanagement‘ um. „Wie schaffen wir es, zu einem Leben zurückzukehren, das angesichts der Tatsache, dass das Virus noch da ist, trotzdem so normal wie möglich ist?“, fragte Wilmès. Alle müssten nun lernen, mit dem Coronavirus zu leben. Je nach Entwicklung würden dann Regeln gelockert, wenn sie untragbar seien. Andere Regeln müssten aber weiter strikt befolgt werden, denn die Epidemie sei noch nicht vorüber.

„Die Zahl der Neuansteckungen steigen, die Zahl der Krankenhausaufnahmen ist doppelt so hoch wie noch vor mehreren Wochen, die Zahl der Patienten auf Intensivstation ist aber zum Glück relativ niedrig. Damit das so bleibt, ist nach wie vor eine erhöhte Wachsamkeit angesagt“, sagte Wilmès. Auch die Situation in anderen Ländern gebe Anlass zur Besorgnis.

Paasch: Corona-Risiko in der DG wird unabhängig von der Provinz Lüttich eingestuft

Premier Sophie Wilmès kurz vor Beginn der Pressekonferenz nach dem Nationalen Sicherheitsrat am 23.9. (Bild: Olivier Hoslet/Belga)

Premier Sophie Wilmès kurz vor Beginn der Pressekonferenz (Bild: Olivier Hoslet/Belga)

belga/vk/km

24 Kommentare
  1. Viktor Krings

    Und wieder müssen wir uns die Resultate des NSR in französischer- und niederländischer Sprache anhören. Warum werden diese Pressekonferenzen nicht mit Untertitel in deutscher Sprache gezeigt?

  2. Gerd Havenith

    Die Beschlüsse des NSR sind m.E. „schwammig“ und unklar. Was ist, wenn in einigen Wochen die Infektionszahlen, Hospitalisierungen und Todesfälle in Belgien rapide ansteigen? Dann müssen klarere und strengere Maßnahmen beschlossen werden…

  3. Benny Appelt

    Von ernstgemeintem Risikomangement des NSR ist nichts zu spüren. Es gibt weder Zieldefinitionen, noch Zielvorgaben, geschweige denn eine mittel- bis langfristige Coronastrategie. Die Pressekonferenz erschöpfte sich mehr oder weniger mit allgemeinen Floskeln und Durchhalteparolen.
    Außerdem ist auch zu beobachten, dass zwischen Experten und Politikern eine Dauerkonflikt über die Deutungshoheit entbrannt ist, siehe Emmanuel vs Jeholet (wo ersterer zu Recht das Wegducken der politischen Entscheidungsträger in der Anfangsphase kritisiert hat).
    Es ist dringend zu entscheiden wie:
    1. Eine zweite Welle verhindert werden kann,
    2. Risikopersonen besser geschützt werden können,
    3. Kontaktverfolgung endlich effizient umgesetzt werden kann.

  4. Katrin Frank

    Bin eben erst nach Belgien gezogen und freue mich hier Nachrichten auf Deutsch zu lesen.
    Aber ich frage mich wie das zusammenpasst: die Zahlen gehen hoch und als Antwort darauf werden Beschränkungen gelockert??

  5. Elian Schulte

    Die Sitzung des NSR zeigt, dass man dazugelernt hat:

    – Entscheidungskompetenzen wurden auf eine regionale Ebene verlagert und können entsprechend dem jeweiligen Infektionsgeschehen angepasst werden.
    – Das viel zu komplizierte Konstrukt der Fünfer-Kontaktblase wurde aufgehoben und durch eine allgemeinere Regelung ersetzt.
    – Bevor vorschnell ein „Pandemie-Barometer“ vorgestellt wird, arbeitet man diesen Ansatz zuvor sorgfältig aus.

    Tendenziell geht die Entwicklung in Richtung Eigenverantwortung des Bürgers, womit seine Mündigkeit und sein Verantwortungsbewusstsein ernstgenommen werden.

  6. Guido Scholzen

    Die Karnevalskapitäne des Brüsseler Narrenschiff namens Corona-NSR haben dem Publikum heuer bekannt gegeben, dass noch immer die Gefahr besteht, das Narrenschiff könnte im Sturm zerschellen, obwohl die See total ruhig ist.

    Die heutige Kappensitzung zeigt mir wiederum, dass die verantwortlichen Politiker nicht in der Realität, sondern in irgend einer Verwaltung groß geworden sind. Bürokraten unter sich.

  7. Herbert Peters

    Egal was die Politik macht, die Bevölkerung ist mit allem unzufrieden. Die Politik hat Corona nicht verschuldet und tut ihr bestes um die Bürger zu schützen

  8. Katja Pietroscewsky

    Ich wohne mit meinen 3 Kindern in der Region Luxemburg. Als Corona im März anfing haben wir keinen einzigen Fall in unserem Dorf gehabt. Die Schule ging los, schon wurde hier nach 2 Wochen die ganze Schule geschlossen, da Lehrer Kinder angesteckt haben und prompt 32 Fälle Coronavirus in unserem Dorf(gerade mal 600 Einwohner). Kinder bis 11 keine Maske und ab 11 maskenpflicht. In Klassenräume Maske und beim Essen wo die Kids wie Hühner auf der Stange sitzen, da keine abstandsregeln gelten, keine???!!! Corona ist scheißegal wie alt du bist.

  9. Dieter Leonard

    Nochmal, Herr Scholzen.
    Informieren Sie sich bitte einmal, was sich hinter den Begriffen Selbsttäuschung, Selbstbetrug und Bestätigungsfehler verbirgt.
    Dies würde Ihnen einiges über Ihre absurde Haltung verraten:

    Klimaquatsch, CO2- Quatsch, Coronaquatsch…

    Sie drehen sich im Kreise und behaupten unerschütterlich, die ganze Welt würde sich irren und nur Sie hätten den Durchblick.

    Fällt Ihnen wirklich nichts auf?

  10. Frank Jörg Rimbach

    Das einzige an was ich Glaube ist an Gott, bestimmt aber nicht diesen sogenannten Bestimmern!!!!

  11. Guido Scholzen

    Frau Katja Pietroscewsky,
    Wieviele Tote hat es denn in ihrem Dorf gegeben aufgrund dieser „Masseninfektion“? Niemand? Ach so.
    Würden die Bürger auch so einen Aufschrei angesichts einer Grippeinfektion in einer Schule machen?
    Übrigens: Kinder entwickeln gegen Corona eine natürliche Immunität, und gelten deshalb als Krankheitsbarriere, d.h. ein Immunisierter kann diese Krankheit nicht mehr übertragen. Jeder Masernvirus ist für Kinder gefährlicher, weil krankheitserregend. Eine Schule zu schliessen, weil Kinder corona-positiv sind, ist deshalb übertrieben, weil unlogisch: Seit wann muss man die gesunden Menschen vor den gesunden Menschen schützen? Ich schreibe das, weil ich selber 2 Kinder habe.

    Herr Dieter Leonard,
    Wer Corona nicht mit Grippe vergleichen will, hat in Sachen „Krankheitswelle“ nicht viel verstanden.

  12. Georg Radermacher

    Die Besserwisser hier scheinen Forscher, Doktoren, Berufspolitiker und / oder die intelligentesten Menschen zu sein. Schade um die Verschwendung. Wäre ich doch froh, solche ausgewiesenen Fachleute an den richtigen Schaltstellen zu wissen.
    Na, ja, trägt wenigstens zu meiner täglichen Belustigung bei…..

  13. Andreas Conraedt

    An Frau Frank: das verstehe ich auch nicht. Die Zahlen steigen, das ECDC stuft Belgien als „besorgniserregend“ ein und wir gehen hin und lockern die Maßnahmen. Wo ist da der Sinn?
    Und was wird in den Hotspots eigentlich getan? Man konnte vor einigen Wochen lesen, dass in Antwerpen strengere Maßnahmen gemacht wurden. Und heute? Nichts, obwohl die Neuinfektionen dort immer noch sehr hoch sind. Wie auch in anderen Städten wie Lüttich und Brüssel.
    Dabei müsste man jetzt alles tun, um die Zahlen zu begrenzen, wenn nötig auch mit strengeren Regeln. Ein zweiter Lockdown wäre ganz fatal für die Wirtschaft in Belgien und Europa, viele kleine Betriebe stehen auf der Kippe.

  14. Guido Scholzen

    ziemlich lustig, was so manche „Experten“ nun sagen:
    Heute morgen im Grenzecho:

    Experten meckern über Beschlüsse des NSR – „Belgier sind keine Schweden“

    Ich wünschte, die ganze Welt wäre wie Schweden gewesen in den letzen Monaten.

  15. Norbert Schleck

    Wer die Seite 4 im GE gelesen hat, sollte auch die folgende zur Kenntnis nehmen.
    Lesenswert!

  16. Dieter Leonard

    @G. Scholzen

    Vergleiche zwischen Covid19 und Influenza sind angebracht, ihre Gleichstellung nicht.

    1. Covid19 ist was die Virulenz und Mortalität betrifft rund 5x so gefährlich, wie Influenza.
    2. Weder Covid19 noch Influenza ist eine „Alterskrankheit“, wie sie behaupteten.
    3. Im Gegensatz zur Influenza gibt es für Covid19 keine Grundimmunität in und die Verbreitung daher unterschiedlich.
    4. Gegen Influenza gibt es Impfstoffe, mit denen sich Risikogruppen bis zu einem gewissen Grad schützen können. Gegen Covid19 (noch) nicht.
    5. Die Immunitätsfrage ist bei Covid19 nicht geklärt, weder was die Dauer einer möglichen Immunität noch ihre Wirksamkeit überhaupt betrifft.
    6. Mögliche gesundheitliche Folgeschäden nach einer Covid19-Infektion sind noch weitgehend unbekannt.
    7. Ihre Behauptung, Kinder entwickelten eine natürliche Immunität und seien eine „Krankheitsbarriere“ gegen Covid19 ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Zur Zeit stellen infizierte und asymptomatische Jugendliche die größte Ansteckungsquelle für Risikogruppen dar.
    8. Ihre Behauptung, es gäbe keine Korrelation zwischen Anzahl Infizierter und Krankenhausaufnahmen wird z.Z. leider eindrucksvoll widerlegt.

  17. Horst Emonts-pool

    @ . Dieter Leonard. Haben Sie auch Beweise für ihre Behauptungen? Sie wiedersprechen gerne, ohne zu wissen ob es richtig ist.

  18. Dieter Leonard

    @H. Emonts-Pool

    Es geht nicht um Beweise, sondern um den Stand der wissenschaftlichen Forschung und Erkenntnisse. Ich gebe zu, es erfordert Mühe und Aufmerksamkeit, dies zu verfolgen.

    Einfacher ist es, von einer vorgefassten Meinung auszugehen und nur noch die – in dem Fall von Herrn Scholzen – durchweg fragwürdigen Quellen zur Kenntnis zu nehmen, die sein schräges, Fakten leugnendes Weltbild bestätigen. Die werden einem im Youtube-Zeitalter frei Haus geliefert.
    „Bestätigungsfehler“ nennt sich dies im „Des-Informationszeitalter“ oder, um es mit den Worten von G. Scholzen zu sagen:

    „Klimaquatsch, CO2-Quatsch, Coronaquatsch“.

    Ja, die Meinungsbildung kann ganz einfach sein, wenn man nur das glaubt und zur Kenntnis nimmt, was man glauben will.
    Aber da verrate ich Ihnen ja nichts Neues, Herr Emontspool, oder ?

  19. Uwe Chemnitz

    @Herr Leonhard: genauso ist das..danke für die Zeilen, die aber Anderen die hier posten nicht helfen werden, immer wird da krudes Zeugs geschrieben, wo man sich fragt, wie kommt jemand auf so ETWAS ????
    Ich glaube gewisse Anmerker brauchen einfach die Aufmerksamkeit, Anderer,
    um sich gut zu fühlen, egal mit welchen Mitteln man das erreicht..z.B. provozieren…

    @ Emontspool: das sind keine Behauptungen , das sind Tatsachen, ein riesengroßer Unterschied.

    Fest steht aber, das man nicht aus dem Beginn gelernt hat, was die Informationen anbelangt..diese Widersprüchlichkeit z.B. Masken….usw.
    Der eine Virologe sagt das das, der Andere jenes…all die Regelungen sind schwammig oder gar konträr…..das muss geändert werden.

  20. Horst Emonts-pool

    Herr Leonard. Frueher musste man auch glauben das die Sonne um die Erde kreist. Wer widersprach war ein Ketzer. Mit solchen Leuten wie Sie konnten Herrscher gut regieren. Herr Scholzen hat Beweise, und sie widersprechen einfach, weil Sie eine Meinung haben. Sie sehen doch selbst, die angeblichen Spezialisten widersprechen sich doch selbst. Aber Sie wollen es nicht sehen.

  21. Uwe Chemnitz

    Aha, willkommen im Mittelalter….das ist zuviel des Bösen…irgendwann kommt noch eine Satans-Sekte ins Spiel…..Glauben Sie das wirklich Herr Emontspool, denn das ..neee echt….das ist zuviel für mich….

  22. Guido Scholzen

    Schaut euch mal folgendes Statement bei Youtube an:

    „Dr. Ronald Weikl – Aufruf an Eltern und Lehrer „Stoppt die Maskenpflicht an Schulen!“

  23. Horst Emonts-pool

    Herr Chemnitz. Es hat sich nichts geändert. Vor 2500 Jahren wurden die Menschen durch Sonnenfinsternis schon Bange gemacht. Heute sind es Horror Krankheiten und Klima. Vogel und Schweinegrippe hatte es auch nicht gegeben. Damals sollte ja auch die Welt zu Grunde gehen. Sehen Sie keine Ähnlichkeit?

  24. Marcel Scholzen eimerscheid

    Die Regierung versucht einen Modus Vivendi zu finden nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ bis das Impfungen und Heilmittel zur Verfügung stehen.