Polizisten protestieren gegen Rassismus-Vorwürfe

Am Freitag haben Polizisten unter anderem in Brüssel, Lüttich und Charleroi dagegen demonstriert, dass sie, besonders seit dem Tod von George Floyd in den USA, von vielen Menschen unter Generalverdacht gestellt würden. Sie würden ungerechterweise alle als Rassisten und als gewalttätig abgestempelt.

Vor dem Justizpalast in Brüssel haben am Freitagmittag etwa 300 Polizisten gegen einen pauschalen Rassismusvorwurf protestiert. Auch in anderen belgischen Städten, darunter Charleroi und Namur, waren Aktionen geplant.

Einige tausend Polizisten haben sich in einer Facebookgruppe zusammengetan. Sie schreiben, dass das gewalttätige Verhalten eines weißen Polizisten in den USA gegen einen Afroamerikaner nicht dazu führen dürfe, die Polizisten systematisch des Rassismus zu verdächtigen.

Die Beamten rufen die Bevölkerung zu einem respektvollen und nuancierten Umgang miteinander auf.

200 Polizisten demonstrieren in Lüttich gegen Rasismusvorwurf

Auch in Lüttich haben am Freitag rund 200 Polizisten gegen den pauschalen Rassismusvorwurf protestiert. Zu ihren Füßen legten sie symbolisch Handschellen hin. Manche kamen in Uniform, andere in Zivil. Die Polizisten hätten es immer schwerer, ihren Beruf auszuüben, nachdem in den USA der Afroamerikaner George Floyd bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam, sagte der Lütticher Polizeichef Beaupère. Er hat die Aktion seiner Beamten symbolisch unterstützt. Die Polizei werde in den Sozialen Medien gelyncht und auf der Straße beschimpft und bespuckt.

Auch in Verviers versammelten sich Polizisten vor dem Rathaus.

Die Aktion kommt nicht von den Polizeigewerkschaften, sondern ist der Aufruf in einer Facebookgruppe. 18.000 belgische Polizisten haben sich bereits angeschlossen.

belga/rtbf/vrt/jp/km/schb/vk