Dritter Klimamarsch der Schüler sorgt für Rekordbeteiligung

Den dritten Donnerstag hintereinander sind Schüler durch die Straßen von Brüssel gezogen, um für eine bessere Politik zum Erhalt des Klimas zu demonstrieren. Nach Angaben der Polizei nahmen 35.000 junge Menschen an dem "Marsch für das Klima" teil, dreimal mehr als vor einer Woche. Erstmals gingen auch in Lüttich und in Namur mehrere Hundert Schüler für das Klima auf die Straße.

Klimaprotest am 24. Januar in Brüssel (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Klimaprotest am 24. Januar in Brüssel (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

700 Teilnehmer in Namur, mindestens 1.500 in Lüttich: Der Protest für das Klima weitet sich aus. In beiden Städten nahmen sich die Bürgermeister Zeit, Delegationen der protestierenden Schüler zu empfangen.

In Lüttich wollen Schüler, aber auch Studenten in den nächsten Tagen und Wochen einen gemeinsamen Forderungskatalog aufstellen. Der soll dann an die Stadt überreicht werden, um eventuell gemeinsam einen lokalen Klimaplan für Lüttich zu entwickeln, teilte PS-Bürgermeister Willy Demeyer mit.

In Flandern haben sich bereits Politiker der Regionalregierung mit den Organisatoren des Protests getroffen. Diese planen für die kommenden Wochen konkrete Aktionen. An einem Protestzug jeden Donnerstag in Brüssel soll daneben auch festgehalten werden.

Dass bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit 35.000 Schülern so viele junge Menschen am Donnerstag in Brüssel für das Klima protestierten, kann als Überraschung gewertet werden. Einige Schulen unterstützen dabei ganz offen den Protest und gaben den Schülern dafür frei.

Wie bereits die zwei Male zuvor war der Protest in Brüssel geprägt von einer ausgelassenen und friedlichen Stimmung der Schüler. Zu Zwischenfällen kam es laut Polizeiangaben nicht.

Dürfen ostbelgische Schüler an Klimaprotesten teilnehmen?

Kay Wagner

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18 Kommentare
  1. Marcel scholzen Eimerscheid

    Die Zeiten seit Maos Kulturrevolution haben sich gewaltig veraendert. Was jedoch geblieben ist, dass junge Menschen mit dem Segen der Obrigkeit auf irgendwelche Themen eingeschworen werden, sich begeistern lassen und dann auch auf der Strasse dafuer demonstrieren.

    Ich sehe es durchaus kritisch, dass Schueler und Studenten frei bekommen, um fuer ein politisches Thema zu protestieren. Schulen muessen das kritische Denken und Handeln foerdern, aber selber nicht zur Platform fuer Politik werden. Das ist nicht ihre Aufgabe. Die Proteste koennten genau so gut in der Freizeit organisiert werden.

    Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich aus dieser Protestbewegung keine fanatischen „Gruenen Garden“ bilden, aehnlich der „Roten Garden“ der chinesischen Kulturrevolution, und fanatisch fuer den Klimaschutz kaempfen.

  2. Alexander Hezel

    Herr Scholzen, „Grüne Garden“ – wirklich? Es geht nicht um irgendein „politisches Thema“, sondern schlichtweg um den Fortbestand unserer Lebensgrundlage. Die Schüler und Studenten haben den Ernst der Lage erkannt.

  3. Marcel scholzen Eimerscheid

    Werter Herr Hezel. Das wichtigste Thema in unserer Gesellschaft ist nicht der sogenannte Klimawandel, sondern der gesellschaftliche Zusammenhalt. Der ist gefaehrdet durch die immer groesser werdende Kluft zwischen Arm und Reich. Und leider besteht kein politischer Wille dies zu aendern.

    Und bitte bedenken Sie, ueberall gibt es Fanatiker, die probieren mit Gewalt etwas durchzusetzen.

  4. Peter Schallenberg

    Hier hat niemand irgendwelchen Ernst erkannt! Es gab schulfrei, das war die Motivation; für was da demonstriert wurde, war letztlich auch egal.

    In meiner Schulzeit wurden wir mal zur Demostration beim Bürgermeister „geschickt“ um irgendwelche Bäume zu retten, die angeblich beim Schulumbau gefällt werden sollten. Es gab Kakau und warme Worte der Ortsverwaltung, war ganz lustig und besser als zu die Schulbank zu drücken. Und alle kamen sich eben „toll und wichtig“ vor, es sah engagiert und irgendwie „gut“ aus und die Politheinis konnten sich wieder mal in Szene setzen. Im Nachhinein bewerte ich das als eine milde Fom des Kindesmissbrauchs.

    Übrigens: die Fällung war nie beabsichtigt!

  5. Alexander Hezel

    Herr Scholzen, Sie haben Recht, dass die Kluft zwischen Arm und Reich eines der größten Probleme unserer Gesellschaft ist, ich würde es aber direkt hinter dem Klimawandel einstufen, denn wenn die Erde unbewohnbar wird, macht es auch keinen Unterschied mehr, ob man arm oder reich ist…

  6. Wahl, Joachim

    Die vollkommene Verblödung nimmt Ihren Lauf. Politiker aller Couleur springen auf den Klimazug auf. Vierzig Jahre Gehirnwäsche gehen nun in die „Endphase“.
    Ich würde es begrüßen, wenn der BRF eine offene Diskussion mit Kritikern und „Leugnern“ veranstalten würde. Das wäre mal ein Zeichen zur Meinungsfreiheit und gegen Indoktrination. Von den „Klimareligiösen“ kommt doch außer Panikmache und Diskreditierung „Andersdenkender“ kein sinnhafter Beitrag herüber.

  7. Jochen Decker

    Klimawandel gibt es seit Bestehen der Erde, wer will daran zweifeln?
    Dass er von Menschen gemacht oder gar vom Menschen veränderbar ist, daran darf gezweifelt werden, eine reine Glaubenssache.

    Hochkarätige Wissenschaftler auf der einen wie der anderen Seite erlauben es sich auszusuchen, ob man den Theorien meist hoch bezahlter Profiteure der Klimahysterie folgen will oder nicht.

    Ganz sicher ist aber, dass man als junger Mensch in der Zukunft kaum etwas verbessern wird können, indem man sich künstlich dumm hält und den Unterricht schwänzt. Doch – vielleicht sollen junge Menschen auch nicht zuviel hinterfragen?

  8. Hans-Dieter Wege

    Wer für den Umweltschutz und das Klima demonstriert, dem muß auch klar werden, dass es in einem kapitalistischen System wie das Hornberger Schießen ausgeht. Deshalb gleichzeitig den Systemwechsel einfordern!

  9. Alexander Hezel

    Herr Wahl, eine „offene“ Diskussion macht keinen Sinn, wenn auf der Seite der „Leugner“ noch nicht einmal wissenschaftliche Fakten als Grundlage für eine solche Diskussion anerkannt werden. Wollen Sie auch gleich diskutieren, ob die Erde nicht doch flach ist?

    Wenn man nicht an den wissenschaftlich eindeutig belegten anthropogenen Klimawandel „glaubt“, dann kann man auch gleich nicht an die Schwerkraft „glauben“ und davonschweben… Seltsamerweise ist das noch nicht passiert.

  10. Peter Schallenberg

    Herren Decker und Wege:
    Ihre Kommentare treffen ins Ziel! Genauso sehe ich das auch! Deswegen stehe ich solchen „Brot- und Spiele“- Aktionen und ähnlichen Inszenierungen auch sehr skeptisch gegenüber. Ich bin sicher, dass den jungen Leuten irgendwie mal klar wird, vor welchen Karren sie sich haben spannen lassen!

    Ohne zu verkennen, das die Belange der Umwelt beachtet werden müssen! Aber bitte alles im rechten Maß, Extreme nützen nichts!

  11. Marcel scholzen Eimerscheid

    Werter Herr Schallenberg. Sie haben Recht. Die jungen Leute lassen sich vor einen politischen Karren spannen, bzw. sie werden verFUEHRT genau wie die Generationen vorher. Und man sollte bedenken, dieses Jahr finden Wahlen statt. Und da erreicht man am meisten durch das Schueren von Aengsten vor der Zukunft. Emotion pur.

    Das ganze erinnert mich an meine eigene Jugend in den 90er Jahren. Hatte mich auch verrueckt machen lassen von einem CSP-Mandatar in der Gemeinde Buellingen, der dringend „junge dynamische Leute“ suchte. Habe im Wahlkampf dann auch geholfen, Wahlwerbung austragen. Nur als ich dann selber Ambitionen zeigte, waren „junge dynamische Leute“ nicht mehr gefragt. Bin dann auf ganzer Linie blockiert worden bis Ich entnervt aufgegeben hatte. Das hat mich gelehrt bei politischen Themen misstrauisch zu sein und nicht jedem Schreihalz nachzulaufen.

  12. Alexander Hezel

    Liebe Schüler, Studenten, Mitbürger, lasst euch nicht beirren von einer Handvoll von Ewig-Gestrigen, die lieber den Klimawandel leugnen und in der Nostalige vergangener Zeiten schwelgen. Ihr, Schüler, Studenten, seid die Zukunft und ihr habt genug Grips, das Wahre vom Unwahren zu unterscheiden, euch eine fundierte Meinung zu bilden, und euch eben nicht, wie einige hier behaupten, vor den politischen Karren spannen zu lassen.

    Weiter so, ihr seid dabei, Geschichte zu schreiben.

  13. Marcel scholzen Eimerscheid

    Werter Herr Hezel. Die Schueler und Studenten schreiben Geschichte. Das stimmt. Nur ob sie was aus der Geschichte gelernt haben, ist eine andere Frage.

  14. Alexander Hezel

    Herr ScHolzen, wahrscheinlich haben Sie das, sonst würden sie nicht auf die Straße gehen.

  15. Marcel scholzen Eimerscheid

    Werter Herr Hezel. Ein vernuenftiger Lebensstil ist besser als zu demonstrieren. Veraenderung faengt an bei sich selber. Ist am glaubwuerdigsten. Ideologische Auseinandersetzungen sind nicht mein Ding. Was jetzt gefragt ist, sind pragmatische Loesungen wie etwa mit Fahrrad oder zu Fuss zur Schule. Das ist ein Beitrag zum Umweltschutz.

  16. Alexander Hezel

    Das Problem ist nur, dass mit einem vernünftigen Lebensstil alleine keine ambitiösen Klimaziele (Übereinkommen von Paris) erreicht werden. Solange die Politik den Menschen aber nicht entgegenkommt, um diesen Lebensstil zu ermöglichen, und nicht ihren Teil übernimmt (ein Schüler auf dem Fahrrad kann keine Energiewende bewirken und auch kein Kohlekraftwerk abschalten oder Emissionsgrenzwerte erlassen), bewegt sich leider recht wenig. Genau deshalb sind die Schüler auf die Straße gegangen: um die Politik wachzurütteln. Für unser aller Zukunft.
    Um zu verhindern, dass diese Diskussion in einen Dialog ausartet, der der Vielfältigkeit der Meinungen abträglich wäre, werde ich es hierbei belassen. MfG

  17. Marcel scholzen Eimerscheid

    Werter Herr Hezel. Nicht die Schueler haben die Politik aufgeweckt sondern umgekehrt. Sonst haetten die nicht frei bekommen. Sind billiges und williges Kanonenfutter jetzt in der Wahlkampfzeit.

  18. Yves Tychon

    Liebe Schülerinnen und Schüler,
    seid doch mal so nett und bestätigt den Älteren unter uns dass
    1. Ihr Euch nicht von Papa oder Mama zur Demo fahren ließt,
    2. Ihr Euren Eltern ins Gewissen redet, damit sie nie wieder Flugreisen antreten (schon gar nicht in Eurer Begleitung),
    3. Ihr von nun an Euer Bierchen oder den Softdrink nur noch in der Dorfkneipe und nicht in einem 50 bis 100 km entfernten, angesagten Lokal trinken werdet,
    4. Ihr aus diversen ökologischen Gründen Eure Handys einmotten werdet.

    Wie heißt es so schön: „Es gibt nichts gutes, außer man tut es.“

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