Die Presseschau von Dienstag, dem 18. Februar 2020

Das Comeback von Kim Clijsters auf dem Tennisplatz feiern die Zeitungen trotz der Niederlage als gelungen. Ansonsten machen sie sich viele Gedanken zur Suche nach einer neuen Föderalregierung. Alle werten die Lage als gleichsam ausweglos.

Kim Clijsters während der Begegnung gegen Garbine Muguruza (Bild: Karim Sahib/AFP)

Kim Clijsters während der Begegnung gegen Garbine Muguruza (Bild: Karim Sahib/AFP)

„Kim Clijsters zeigt Toptennis beim Comeback“, titelt Het Nieuwsblad. „Kim kann noch kämpfen“, so die Schlagzeile von Het Laatste Nieuws. „Eine Niederlage voller Hoffnung“, notiert Het Belang van Limburg auf seiner Titelseite.

Belgiens ehemalige Toptennisspielerin Kim Clijsters hat ihr erstes Spiel bei ihrem Comeback verloren. Gegen die Nummer 16 der aktuellen Weltrangliste, Garbiñe Muguruza, verlor Clijsters mit 2:6 und 6:7. Die Zeitungen freuen sich aber dennoch über die Leistung der 36-Jährigen.

La Dernière Heure jubelt: „Kim is back“. Ein Satz hat genügt, um die Tenniswelt davon zu überzeugen. Das Gefühl für Tennis ist bei Kim noch vorhanden, auch wenn die Automatismen noch nicht so ganz aufgewacht sind. Sie kann immer noch ihre Kraft ausspielen, um gegen die Besten zu bestehen. Man sollte aufhören, sie wegen ihrer Figur zu kritisieren. Dieses Comeback tut dem internationalen Tennis gut. Es wird eine Freude sein, dem „Kampf der Generationen“ zuzuschauen, bei dem Kim und Serena Williams die Altmeister sind, frohlockt La Dernière Heure.

Das „Olé“ sollten wir schon mal üben

Ähnlich Het Laatste Nieuws: Das war vielversprechend und nicht so, als ob Kim Clijsters siebeneinhalb Jahre lang weg gewesen wäre. Der zweite Satz war typisch Kim: Kampfgeist, Begeisterung, Bälle erlaufen und eine gewaltige Vorhand. Muguruza, immerhin Finalistin der Australian Open, musste all ihr Können einsetzen, um die 36-jährige Mutter von drei Kindern niederzuringen. In zwei Wochen spielt Clijsters in Mexiko. Wir sollten schon mal unser „Olé“ üben, rät Het Laatste Nieuws.

Le Soir blickt auf die verfahrene Lage bei der Suche nach einer neuen Föderalregierung und glaubt: Der König ist wirklich nicht zu beneiden. An ihm liegt es jetzt, einen Ausweg aus der verfahrenen Situation zu finden. Aber die scheint wirklich so verfahren zu sein, dass nichts mehr möglich ist. Selbst Neuwahlen scheinen mittlerweile keine Lösung mehr zu sein. Denn selbst wenn man sich zu Neuwahlen durchringen sollte, ist die Chance groß, dass man dadurch eher den Untergang von Belgien einleitet, als einer Lösung näherkommt. Nein, der König ist wirklich nicht zu beneiden, schlussfolgert Le Soir.

Bierdeckel wird zu Galaxie

Das GrenzEcho teilt diese Meinung und führt aus: Drei Tage will der König jetzt konsultieren, wie ein Weg aus der Krise aussehen könnte. Doch das Projekt Regierungsbildung befindet sich längst in einer Abwärtsspirale. König Philippe bleibt ein Aktionsradius, gegen den ein Bierdeckel einem fast schon wie eine Galaxie vorkommen muss. Wenn der König nicht das schafft, was die Angelsachsen als „out of the box thinking“ bezeichnen, wird er kaum einen Weg aus der Abwärtsspirale finden. Er muss die klassischen Denkschemen verlassen, weiß das GrenzEcho.

De Standaard ist sich sicher: Um jetzt noch eine Lösung zu erreichen, muss mehr als eine Partei die Waffen beiseitelegen. Dafür sollte die Zeit genutzt werden, die jetzt die Person bekommt, die der König dazu auserwählt, die Dinge zu ordnen. Ruhe ist also das Gebot der Stunde. In dieser Übergangszeit sollte man sich darauf einigen, der aktuellen geschäftsführenden Regierung mehr Befugnisse zu erteilen. Sophie Wilmès als Premierministerin sollte jetzt mal zeigen, dass sie etwas kann. Vor allem sollte ein Nothaushalt verabschiedet werden, um die aktuelle Krise nicht zur schweren Hypothek für die nachfolgenden Generationen werden zu lassen, warnt De Standaard.

Het Nieuwsblad analysiert: Die Parteien in Flandern und der Wallonie haben es verlernt, ein Gespür für die politischen Befindlichkeiten in der jeweils anderen Sprachgemeinschaft zu entwickeln. Die Generation der aktuellen Parteivorsitzenden scheint diese Fähigkeit nicht mehr zu besitzen. Das hilft natürlich nicht in der aktuellen Situation. Ganz im Gegenteil, das macht alles nur noch komplizierter. Und wenn dann noch Kriegsvokabular in den Streitigkeiten auftaucht, wie zum Beispiel am Montag aus dem Mund von Bart De Wever, dann entfernen sich die Parteien auf beiden Seiten der Sprachgrenze immer weiter voneinander. Kompromisse werden immer unmöglicher, beklagt Het Nieuwsblad.

Die Gefahr der Neuwahlen

Gazet van Antwerpen meint: Das Krisengefühl ist mittlerweile so groß, dass sich immer stärker das Gefühl breit macht, dass etwas Grundlegendes passieren muss. Das ist natürlich auch der Plan der flämischen Nationalisten. Aber dass dieses Problem besteht, die Frage danach, ob etwas grundsätzlich anders gemacht werden muss, steht eben im Raum. Es ist vielleicht die wichtigste Frage, die in unserem Land geklärt werden muss. Falsch wäre es sicher nicht, diese Frage dem Wähler vorzulegen, findet Gazet van Antwerpen.

Het Belang van Limburg hat ähnliche Gedanken und schreibt: Neuwahlen werden immer wahrscheinlicher. In der Geschichte unseres Landes wäre es das erste Mal, dass eine Blockade des politischen Systems Neuwahlen notwendig machen würde. N-VA und der Vlaams Belang würden in diesem Falle alles dafür tun, die Wahlen wie ein Referendum aussehen zu lassen, bei dem über die Zukunft Belgiens abgestimmt würde. Wie soll man dann den Ausgang der Wahlen beurteilen, wenn 30 Prozent der Flamen für den Vlaams Belang stimmen und 20 Prozent für die N-VA? Heißt das dann, dass die Hälfte der Flamen Separatisten sind? Die Antwort liegt schon in der Frage, notiert Het Belang van Limburg.

Kay Wagner

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