Kommentar: Welche Wahrheit denn?

"Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit." Dieser bekannte Ausspruch trifft auch auf den Krieg in der Ukraine zu. Da wurde vorher schon gelogen, dass sich die Balken biegen. Dass zwei Wochen nach Kriegsbeginn aber auch in unseren Breiten eine Propaganda verbreitet wird, die den russischen Angriff verharmlosen oder entschuldigen will, ist angesichts der unsäglichen Opfer eine Unverschämtheit.

BRF-Chefredakteur Stephan Pesch

BRF-Chefredakteur Stephan Pesch (Foto: Achim Nelles/BRF)

Jetzt schlägt’s 13! Mit der Aufhebung praktisch aller Corona-Maßnahmen hätte ich erwartet, dass sich die selbst ernannten Unheilsapostel und Lautsprecher aus dem Internet in die innere Einkehr zurückziehen. Aber weit gefehlt: Die Schamfrist nach dem Überfall auf die Ukraine hat nicht lange vorgehalten.

Dieselben, die vorher gegen alle möglichen Maßnahmen gepoltert haben, die Covid-19 als „Grippe“ verharmlost haben, um im gleichen Atemzug daraus einen von langer Hand geplanten Versuch zu machen, die Menschheit auszurotten; die Putin im Umfeld der „Querdenker“-Demos zu Hilfe gerufen haben gegen die angebliche „Merkel-Diktatur“ – dieselben plappern jetzt angesichts des in keiner Weise zu entschuldigenden Angriffskriegs von einem „berechtigten Interesse, das eigene Volk zu verteidigen“? Das darf doch wohl nicht wahr sein.

Was von diesen Leuten eben noch als „Plandemie“ verballhornt wurde, soll jetzt ein ausgekochtes „Wargame“ sein, also ein „Kriegsspiel“. Es gibt sogar Leute, die versteigen sich zu der Behauptung, dass es den Krieg in der Ukraine gar nicht gebe. Alles erfunden – wie Corona!

Nun können wir uns glücklich schätzen, dass in unseren Demokratien jeder (fast) alles behaupten und weitergeben kann, was ihm so in den Kopf (oder in die Timeline) kommt. Anders als in Russland, wo in den Knast kommen kann, wer das Wort „Krieg“ anstelle von „Spezialoperation“ benutzt.

Auch im vernetzten Ostbelgien gibt es ein nicht zu leugnendes Interesse an den russischen Propagandaschleudern, wahlweise offenherzig am vorangestellten RT oder am Anhängsel .ru zu erkennen. Oder maskiert, aber immer mit dem hochtrabenden Anspruch, die einzige unabhängige Quelle der Wahrheit zu sein – ob bei Corona oder jetzt im Ukraine-Krieg.

Vorsicht bei solchen Quellen! Gegen diese Ansteckungsgefahr gibt es noch nicht mal eine Impfung. Oder vielleicht doch: Wie wäre es mit logischem Denken und Medienkompetenz! Es ist noch nie in einem Krieg so offen über die Fallstricke der Kriegspropaganda aufgeklärt worden. Und wann hat es so häufig und deutlich Hinweise darauf gegeben, dass sich Informationen nicht neutral haben überprüfen lassen. Das ist doch schon ein Anfang.

Stephan Pesch

26 Kommentare
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    „Die“ Wahrheit gibt es nicht. Nur verschiedene Ansichten über etwas. Das gleiche Glas Wasser kann halb voll oder halb leer sein.

    Russische Medien sollte man mit Vorsicht genießen. Mit anderen vergleichen. Dann geht es. Nur verbieten sollte man sie nicht. Das wäre Zensur und eine inakzeptabele Bevormundung.

  2. Alexander Hezel

    Nun denn: Wenn es also „die“ Wahrheit nicht gibt, ist es dann auch egal, ob es ein Angriffskrieg oder eine „militärische Befreiungsoperation“ ist?

  3. Frank Heindrichs

    Sehr guter Kommentar, Stephan.

  4. Norbert Schleck

    „Die“ Wahrheit gibt es nicht. Nur verschiedene Ansichten über etwas. Das gleiche Glas Wasser kann halb voll oder halb leer sein.
    Behauptet hier oben einer.

    Ja, und was ist, wenn das Glas randvoll ist, und die eine Seite behauptet, es sei leer?
    Auch nur „Ansichtssache“?

  5. Dieter Leonard

    Ein pensionierter St.Vither Arzt, der Rädelsführer der ostbelgischen Corona-Querdenker-Szene, bastelt sein Weltbild vorzugsweise aus Russia-Today und anderen manipulativen Verschwörungs- und Desinformationskanälen.

    Zigfach teilte er RT.de-Beiträge, in denen “alternative Wahrheiten” über die Corona-Pandemie verbreitet wurden, mit dem Ziel, die westlichen Gesellschaften zusätzlich zu spalten oder gar zu destabilisieren.

    Immer war der Herr Doktor zur Stelle, die Mähr von der Corona-Diktatur zu verbreiten, die Pandemie zu leugnen, zu verharmlosen und mit seinen “OstbelgienStehtAuf”-Mitstreitern (inkl. Vivant), eine Kampagne gegen die Impfung loszutreten.

    Seit Jahren hat sich “Dr. Corona” auch als rühriger Putin-Versteher und -Verteidiger profiliert. Zwar kritisiert er den Überfall auf die Ukraine, übernimmt aber Wort für Wort die vom Putin-Regime verbreitete Propaganda, die die “Sonderoperation” rechtfertigt. Perfider geht es kaum.

    Die Schnittmenge zwischen den Putin-Verstehern und Corona-Querdenkern ist nicht zufällig sondern vereint in schizophrener Harmonie, die Unterstützung eines verbrecherischen Diktators mit dem Heraufbeschwören einer Corona-Diktatur. Eine Prise Klimawandelleugnung “verfeinert” diese intellektuell-moralische Bankrotterklärung.

  6. Günther Brantz

    Ausgezeichneter Kommentar, Herr Pesch!

  7. Peter Schallenberg

    Herr Scholzen, nehmen Sie die Hezels und Leonards dieser Welt, deren Weltbild nur schwarz oder weiß, gut und böse, richtig und falsch zulässt und Sie werden verstehen, wie es sich mit der „Wahrheit“ verhält. Egal ob Krieg, Korona oder sonst was.

  8. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr Hezel.

    Wenn es „Die“ Wahrheit geben würde, müßten auch die Russen von Angriffskrieg sprechen. Tun sie aber nicht.

    Herr Schleck.

    Wenn jemand behauptet, ein volles Glas sei leer, dann soll er es ruhig behaupten.Es ändert nichts an der Tatsache, dass das Glas voll ist.

    Eigentlich ist es nutzlos über „Die“ Wahrheit zu diskutieren. Es reicht die Feststellung, dass Russland der Agressor ist.

  9. Lorenz Paasch

    Dem ausgezeichneten Kommentar von Stephan Pesch ist eigentlich nichts hinzuzufügen . Dieter Leonard weist seinerseits völlig zu Recht auf die unsägliche Rolle des Herrn Dr. Meyer – Gründer und Spiritus Rector der VIVANT-Bewegung – in der Impfgegner- und Querdenkerszene hin.

  10. Marcel Scholzen eimerscheid

    Eigentlich sollte man froh sein, dass es den Herrn Dr Meyer gibt.Beweist es doch, dass es hier nicht wie in Putins Russland ist.

    Toleranz, Akzeptanz anderer Meinungen sind ein Merkmal unserer Gesellschaft.Aber auch hierzulande sind diese Werte in ständiger Gefahr. Es gibt genügend Gruppen in allen Altersgruppen, die diese Werte in Frage stellen. Daher ist die Unterstützung für den Kampf für Demokratie in der Ukraine nur dann glaubwürdig, wenn auch hierzulande diese Werte respektiert werden.

  11. Carl Schumacher

    Sehen Sie Herr Scholzen, Toleranz und Akzeptanz anderer Meinungen ist eine Sache, falsche Behauptungen, Unterstellungen und Lügen ist eine ganz andere.

    Man kann verschiedener Meinung über ein Thema sein, darf seinen Standpunkt aber nicht mit Unwahrheiten begründen.

    Und wenn man, wie Dr Meyer z.B. dann noch Verschwörungstheorien verbreitet, Tatsachen und Verträge leugnet oder falsch wiedergibt und Geschichtsfälschung begeht muss man keine Toleranz und Akzeptanz erwarten.

  12. Maria van Straelen

    Herr Scholzen, sie verwechseln ständigTatsachen mit Meinung. Die Judenvernichtung im 2. Weltkrieg ist z.B. eine (traurige) Tatsache. Finden Sie das Leugnen dieser Tatsache als „Meinung“, die man am Ende so stehen lassen muss weil wir in einer Demokratie leben?
    Dann handeln Sie doch mal selbst danach und lassen z.B. die Fridays-for-future-Bewegung sein was sie ist ohne sie ständig wegen deren Aktionen und Aussprachen zu difamieren. Gleichberechtigte abweichende Meinung AKZEPTIERT man, wenn man für Vielfalt ist und nicht nur die eigene Meinung als richtig darstellt. Oder die tausendfach wiederholte „Meinung“ über ALLE Politiker als Pöstchenjager, obwohl Sie sehr wohl Politik machen wollen und sicherlich nicht in Anarchie leben möchten.

  13. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr Schumacher.

    Gegenüber Dr Meyer und Co muss man Tolerant sein, denn sonst widerspricht man sich. Tatsache ist, Dr Meyer hat nichts verbotenes gemacht. Als Karnevalsersatz ist er bestens geeignet. Ohne ihn wäre es langweilig in der DG.

    Werte Frau van Straelen.

    Eigentlich müssten Sie wissen, dass die Leugnung der Shoa verboten ist.Daher erübrigt sich jede Diskussion darüber. Bitte besuchen Sie doch eine der zahlreichen Museen und Gedenkstätten. Dort gibt es genügend Beweise, dass der Holocaust stattgefunden hat.

    Über Friday for Future mache ich mich lustig genauso wie über Postenjäger und Profiteure. Warum sollte man dies nicht tun ? Sind die was besseres ? Friday for Future ist einfach nur Haufen verwöhnter Kinder, die die Härten des Lebens nicht kennen.

  14. Norbert Schleck

    Der Herr Pesch meint wohl […] und seine unsäglichen Aussagen zu Corona und jetzt zum Krieg in der Ukraine?

    Wie dieser […] unkritisch jeden noch so abstrusen Nonsens aus dubiosen Medien übernimmt, dafür ein Beispiel:

    Auf „Stop world control“, von ihm in einem anderen Forum allen Ernstes als Quelle zitiert, liest man:

    „Der Bericht zeigt erschreckende Laborresultate von mikroskopischen Untersuchungen verschiedener Impfstoffe:
    Lebende Kreaturen mit Tentakeln als auch sich selbst reproduzierenden Nanorobotern finden sich in den Impfstoffen.“
    Dazu als Beweis 2 Fotos mit einem vagen Insekt und Reihen von schwarzen Scheiben.
    Insekten und Nanoroboter, die sich selbst zusammenbauen und reproduzieren, in den Impfstoffen.

    Da verwundert die Aussage desselben Herrn auch nicht weiter:
    „Putin ist ein Machtmensch, genauso wie inzwischen unsere Regierungen, die seit 2 Jahren per Dekret regieren, an den föderalen Parlamenten vorbei, die die Bevölkerung drangsalieren.“
    Alexander De Croo = Putin?

    Aber wir sollen doch „tolerant“ sein und solchen Unsinn „akzeptieren“, im Namen der Meinungsfreiheit…

  15. Maria van Straelen

    Hallo, geht’s noch? Wo bitte habe ich die Shoa geleugnet? Ich brauche Ihren gutgemeinten (?) Rat nicht, ich bin seit Jahrzehnten keiner einzigen Gedenkstätte aus dem Weg gegangen, von Buchenwald bis Breendonk und Mechelen, wo ich fast alle unserer Besucher in das dortige Museum geführt habe.

    Und sich lustig machen über etwas ist was ganz anderes, als deren ‚Meinung‘, die doch in der Welt der Meinungsfreiheit so wichtig ist, ständig und bei jeder Gelegenheit als unbegründet hinzustellen.

    Um nochmal zum Judenhass zu kommen: Waren für Sie die unsäglich beleidigenden Karrikaturen der Nazis über Juden nur zum Schmunzeln gedachte Satire oder doch vielleicht Hetze?

  16. Gerhard Schmitz

    Herr Pesch,

    Sie unterstellen eine nicht vernachlässigbare „Schnittmenge zwischen den Putin-Verstehern und Corona-Querdenkern“ (Dieter Leonard) und begründen das z.T. mit falschen Behauptungen, wie, dass Putin im Umfeld der ‚Querdenker‘-Demos um Hilfe gebeten worden sei. Ich habe keinen einzigen derartigen „Hilferuf“ auf solchen Demos vernommen.

    Dann machen Sie sich die unsägliche, aber mittlerweile sehr beliebte „Etikettierung“ von Personen zu Eigen. Nur weil ein Arzt eine Meinung zu Putin vertritt, die ich in keinster Weise teile, werde ich mich hüten, bereits aus diesem Grund auch dessen Meinung zu Corona rundweg für blanken Unsinn zu halten. Übrigens verweisen auch die „Putin-Versteher“ unter Einsatz des gleichen Diskussionsmittels selbst häufig auf vergangene (Kriegs)Verbrechen der USA um Putins mörderischen Krieg zu relativieren.

    Zum Schluss hoffe ich sehr, dass Sie nicht die ungarischen Flüchtlinge, von denen nur 35% geimpft und 2% geboostert sind, bereits deswegen gleich in die Ecke der „polternden Querdenker“ schieben.

  17. Joseph Michels

    Das Dilemma an diesem Kommentar ist doch, dass eine pauschalisierende Verbindung zwischen Coronamaßnahmen -Kritikern (Querdenkern) einerseits und dem unsäglichem Angriffskrieg eines menschenverachtenden größenwahnsinnigen Despoten namens Putin gemacht wird. Und es gibt noch eine zweite journalistische Fehlleistung in diesem Kommentar : Ross und Reiter werden namentlich nicht in der Einleitung genannt. Der BRF hat sich meiner Meinung nach mit seinem einseitig gefärbten Haltungsjournalismus in Sachen Corona nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Zu offensichtlich spürte ich “ Wessen Brot ich ess‘ , dessen Lied ich sing'“. Ich bin nicht mit den Thesen des Herrn Meyer, um den es ja hier anscheinend geht, vertraut. Die Pandemie hat nichts mit dem unsäglichen Leid der Ukrainer zu tun. Ebenso wenig kann man sagen – wie im Kommentar suggeriert – jeder Coronakritiker befürworte Putins Krieg. Bitte differenzieren, Impfgegner sind nicht zwangsweise Adepten eines Herrn Dr. Meyer oder von Vivant !

  18. Dieter Leonard

    „Nur weil ein Arzt eine Meinung zu Putin vertritt, die ich in keinster Weise teile, werde ich mich hüten… dessen Meinung zu Corona rundweg für blanken Unsinn zu halten.“

    Genau darin liegt Ihr klägliches Versagen, Herr Schmitz.

    Bedauerlicherweise standen Sie in der ersten Querdenkerreihe Seite an Seite mit einem Arzt, der seine Meinung zum Thema Corona mit Pamphleten aus dem Who is Who des Internet-Verschwörungs-Reservoirs geschöpft hat.

    Die Namen Meyer und Schmitz werden bei einer Aufarbeitung der Corona-Pandemie in Ostbelgien für die Rädelsführer stehen, die in einer beispiellosen Kampagne die Pandemie missbraucht haben, ihrem egomanen querulanten Geltungsdrang Luft zu verschaffen.

    Sie haben in täglichen Kommentare ALLE Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bekämpft, die Menschen desinformiert, manipuliert und verunsichert.
    Herr Meyer tut dies auf dem ostbelgischen Verschwörungsportal mit unverminderter Verblendung bis heute.

    Meyer kann sich nicht glaubhaft von Putin distanzieren, wenn er Rechtfertigungsargumente für dessen verbrecherischen Krieg aufzählt. Distanzieren Sie sich zumindest von diesem Scharlatan im Arztkittel.

  19. Norbert Schleck

    Der Herr Schmitz wieder einmal mit seiner gespielten Empörung.
    Falls es ihn beruhigt, nicht alle „Querdenker“ sind Nazis oder jubeln Putin zu.
    Dennoch, wer sich umschaut, findet dies:

    „‚Querdenker‘ für Putin“ (tagesschau 40.0322)

    „Die verschworene Gemeinschaft: Deutschlands Querdenker und ihre Liebe zu Wladimir Putin
    Die Brutalität der Ukraine ist der Grund für die russische Intervention“ – so wird es von bekannten Köpfen der Impfgegner-Szene verbreitet. Unterstützung kommt von rechts wie links.“ (Handelsblatt (06.03.22)

    „Querdenker“ unterstützen Putin: Das reaktionäre „Bauchgefühl“
    Erst machten sie Stimmung gegen eine angebliche „Coronadiktatur“, nun folgen sie Wladimir Putins Kriegsgeheul. Wie Rechte um ihr Publikum buhlen.
    (taz 12.03.22)

    „…“dessen Meinung zu Corona rundweg für blanken Unsinn zu halten.“
    Also, wer eine Quelle benutzt, die Insekten mit Tentakeln und sich selbst zusammensetzende und reproduzierende Nanoroboter in den Impfstoffen verortet hat, dessen wissenschaftliche Seriosität kann man durchaus für inexistent halten.
    Der ist eine Blamage für die ganze Zunft der Mediziner, um es krass auszudrücken.

  20. Damien Leusch

    Habe ich das richtig verstanden, dass jetzt bereits schon gebrandmarkte „Querdenker“ und „Corona-Kritiker“ auch noch „Russland-Liebhaber“ und „Putin-Versteher“ sind?
    Was für ein Kommentar ist das bitte?! Geht’s noch?
    Wenn man durch Corona eins endlich mal gelernt haben sollte, dann ist es wegzukommen von voreiligen Diffamierungen und Schubladendenken! Machen wir ja schließlich bei anderen Dingen auch nicht. Wenn man allerdings bedenkt, dass so manche „Verschwörungstheorie“ bereits wahr geworden ist, sollte man erst recht nicht vorschnell Menschen diffamieren, die was anderes als ein (großer) Rest behaupten! Und ja wir sind dankbar in einer Demokratie zu sein, und auch auf genau dieses Recht stütze ich auch diese Aussage hier. Wir brauchen endlich mehr Zusammenhalt und weniger Spaltung, es ist echt nur noch traurig alles

  21. Claudia Gottschling

    Marcel Scholzen Eimerscheid, kennen Sie EINE einzige Person von Fridays for future? Steht irgendwo geschrieben, dass Jugendliche, die noch „keine Härten“ erlebt haben, sich nicht für eine gute Sache einsetzen können? Das Gegenteil ist der Fall, durch ihre „guten Voraussetzungen “ können sie wahrscheinlich besser erkennen, worum es geht, weil sie nicht nur ständig um sich selbst kreisen. Die Nazi Gegner, die einen Anschlag auf Hitler durchführen (der leider nicht funktioniert hat) waren und.a. Graf von Stauffenberg, der „aus gutem Hause“ kam. Ein Mindestmaß an Bildung ist halt auch Voraussetzung dafür, die Zusammenhänge zu begreifen. Also ist es völlig wertfrei, wenn Sie sich über die Fridays Lust machen, denn garantiert können Sie nicht mit besseren Lösungen aufwarten.

  22. Dieter Leonard

    Hallo Herr Schleck,

    Auch die renommierte deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ (Querdenker würden sie als MSM bezeichnen, da sie wenig Affinität für Verschwörungstheorien und alternative Fakten zeigt) beschäftigt sich mit dieser unübersehbaren Schnittmenge zwischen Corona-Freiheitskämpfern und Putin-Verstehern.

    In einem Kommentar mit den Titel „Nützliche Idioten“ schreibt Autor Christian Vooren einleitend:

    „Mit dem Krieg in der Ukraine ist den Querdenkern ihr Thema abhandengekommen. Doch die Bewegung findet bereits in ihre neue Rolle: Putins Propaganda verbreiten.“

    Ja, Putin kann solche „Claqueure“ im Westen gut gebrauchen, nachdem er in seinem Land bereits alle kritischen Medien abschalten ließ.

    In diesem Kommentar geht es – wie in den von Ihnen aufgelisteten Pressebeiträgen – nicht um einen verantwortungslosen St. Vither Arzt und auch nicht um Impfgegner, sondern um eine verbreitete Erscheinung. Bricht einer, wie Boris Reitschuster (gern zitierter Verschwörungstheoretiker des St. Vither Doktors) aus dieser Phalanx aus, indem er Putins Krieg kritisiert, wird er von der Querdenkergemeinde auch prompt heftigst beschimpft…

  23. Norbert Schleck

    Danke für den Hinweis, Herr Leonard.
    Leider ist der vollständige Artikel nur für Abonnenten einsehbar.

    Aber ich nehme an, er bringt dieselben Informationen wie „Putins nützliche Idioten: Wo Russlands Propaganda verfängt“ (Monitor, 03.03.)

    Und in Ostbelgien?
    Zufällig in einem Medium „für Vordenker, Querdenlker und Nachdenker“ entdeckt:
    Am 26.02. schrieb dort ein gewisser Guido Scholzen, kein Unbekannter hier:

    „Würde Putin auch „uns holen“ [=Westeuropa], dann wäre auf jeden Fall:
    -Schluss mit der Energiewende
    -Schluss mit dämlichen Klimaschutz
    -Schluss mit der Bezuschussung der Landwirtschaft (russische Bauern können wirtschaften wie sie wollen, haben aber Steuerfreiheit)
    -Schluss mit der Flüchtlingsfrage, denn es kämen keine mehr herein.
    Versammlungsfreiheit und Pressefreiheit gibt es ohnehin auch in unseren Breiten nur noch begrenzt. Vielen würde es irgendwie nicht auffallen.“

    Vergessen wurde :
    – Schluss mit der Corona-Diktatur.
    – Schluss mit Umweltschutz (Bauern: Handlungsfreiheit)

    „Und natürlich hoffe ich, dass der von den US-”Eliten” so sehnlich herbeigewünschte Krieg in Europa auf immer eine fata morgana der Kriegstreiber in den USA bleibt!“
    Verfasser: J. Meyer! 23.02.

  24. Alexander Hezel

    @ Dieter Leonard,

    Auf den Punkt gebracht bzgl. ‚aus der Phalanx ausbrechen‘: Mit anderen Worten, die Quer“denker“ betreiben intern genau jene Meinungsgleichschaltung und Zensur, die sie den seriösen Medien ständig vorwerfen… Kurios, nicht? 😉

  25. Dieter Leonard

    Ja, Herr Schleck, so sehen sie aus: die feuchten Träume ostbelgischer Vorzeige-Querulanten. Wenn noch einmal „undifferenziert“ von westlichen Werten die Rede ist, sollte man – der Forderung von Herrn Michels folgend – explizit und gerne auch Ross und Reiter nennend, die Personen davon ausnehmen, die diese Werte täglich mit reaktionärem Geschrei mit Füßen treten und lieber einem Despoten die Stiefel lecken.

  26. Jürgen Margraff

    Es gab einmal ein Gebilde das UDSSR hiess, da gab’s die Zeitungen Iswestija & Prawda – das heisst wörtlich übersetzt Nachrichten & Wahrheit – wenn man also die Prawda las, gab’s keine Nachrichten andersrum wenn’s die Iswestija war las man nur Unwahrheiten …..