„Black Boys“ – Band neun der „Airborne 44“-Comics ist da

Der neue Comic von Philippe Jardinet ist gestern erschienen. "Black Boys" erzählt die Geschichte von zwei amerikanischen Soldaten, die sich im Zweiten Weltkrieg in Wereth über den Weg laufen. Es ist ein Comic über Rassismus, der im historischen Kontext von 1944 spielt.

Der neunte Band von „Airborne 44“ des Comiczeichners Philippe Jarbinet heißt „Black Boys“. Er lebt von der Landschaft, den Böden und den Geschichten, die sie verbergen.

Damals dachte man, der Krieg sei fast vorbei. Doch in einem Tal zwischen Andler und Schönberg ist alles neu entfacht. Der 16. Dezember 1944 gab der Ardennenschlacht den Anstoß – eine Offensive, die frühmorgens alle überrascht hat.

„Dieses Tal führt von Andler nach Schönberg. Das Artillerie-Regiment 333 mit den dunkelhäutigen Soldaten befand sich dort. Die ganze 106. Division war weiter oben. Die Kapitulation ereignete sich 24 Stunden später. Fast alle wurden gefangengenommen. In Schönberg gab es einen fürchterlichen Zusammenstoß und viele amerikanische Soldaten wurden getötet, genau wie in Andler. Die Schwarzen des 333. haben es geschafft zu fliehen, indem sie die Hügel hochgelaufen sind, um nach Wereth zu gelangen“, sagte Philippe Jarbinet.

Philippe Jarbinet liebt es, in die große Geschichte einzutauchen, indem er fiktive Personen einfügt. Mithilfe dieser Personen schneidet er Themen an, die ihm besonders am Herzen liegen, wie der Rassismus. In „Black Boys“ erzählt er von afro-amerikanischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg eingezogen wurden, und damit zurückkehrten. Vor allem schwarze Soldaten standen schon im Ersten Weltkrieg an vorderster Front.

„Der Versuch, die Geschichte des 333. lebendig zu machen, bringt uns auf andere Wege. Vor allem die schwarzen amerikanischen Soldaten aus dem ersten Weltkrieg hatten keine Rechte. Man muss wissen, dass die amerikanische Armee bis 1964-65 zwischen Rassen unterschied. Das war sehr stark im Ersten Weltkrieg verbreitet und immer noch stark im Zweiten Weltkrieg“, so Philippe Jarbinet.

Der rote Faden des Comics ist der Werdegang von Jay und Virgil, ein Weißer und ein Schwarzer, zwei Soldaten in verschiedenen Einheiten. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein und werden drei Mal vom Schicksal zusammengeführt. In der Schlacht kundschaften Virgil und Jay die Gegend aus. Währenddessen kommen elf Kameraden von Virgil aus dem 333. Regiment in Wereth an und bringen sich in Sicherheit.

„Sie fanden Unterschlupf im Haus von Herrn Langer. Danach kamen die deutschen Soldaten. Sie gehörten der ersten Panzer-SS an. Vier Soldaten haben die schwarzen Soldaten gefunden und ins Dorf gebracht. Dort haben sie sie hingerichtet. Ich glaube, dass sie sie gefoltert haben, aber wir sind nicht ganz sicher. Herr Langer ist, soweit ich weiß, 1994 gestorben. Er hat alles unternommen, um ihr Andenken zu erhalten. Das Denkmal war wohl seine Idee. Ich habe mich blind vorgearbeitet. Außer das, was ich in den Archiven gefunden habe. Ich bin so weit wie möglich zurückgegangen. Es ist nicht einfach, gute Dokumentation zu finden. Oft bin ich vor Ort gewesen, um mich inspirieren zu lassen. Ich wollte nur die Geschichte dieser elf schwarzen Soldaten erzählen. Ihr Schicksal war furchtbar und trotzdem hat es nach ihrem Tod keine richtige Untersuchung gegeben. Anders als für die 84 weißen Amerikaner, die in Baugnez zu Tode gekommen sind. Ich wollte, dass diese Geschichte, die 1947 zu Ende geht, ein Echo hervorruft“, erklärt Philippe Jarbinet.

Virgil und Jay versuchen zusammen, die Einheit von Jay in der Gegend von La Salm einzuholen. Das 551. Bataillon des Fallschirmjäger-Infanterie-Regiments muss ebenfalls einen hohen Blutzoll zahlen. Doch das wird Teil des zehnten Bands sein, dem Ende dieses fünften Diptychons von „Airborn 44“ – eine Serie, die vor mehr als zehn Jahren begonnen hat.

Massaker von Wereth Thema des neuen „Airborne 44“-Comics

vedia/cs

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