NRW-Ministerpräsident Laschet bricht Moria-Besuch aus Sicherheitsgründen ab

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat einen Besuch im überfüllten Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos (Bild: Louisa Gouliamaki/AFP)

Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos (Archivbild: Louisa Gouliamaki/AFP)

Laschet hatte nach dem Besuch des Container-Bereichs eine Visite im sogenannten wilden Teil außerhalb des Camps geplant. Auf Anraten des örtlichen Sicherheitschefs wurde der Besuch in dem Teil aber kurzfristig abgesagt.

Zuvor hatten sich Gruppen von Flüchtlingen aus Afghanistan und Afrika versammelt und in Sprechchören „Free Moria“ gerufen. Ein starkes Aufgebot an Sicherheitskräften schirmte Laschet vor den Flüchtlingen ab.

Das Aufnahmezentrum Moria ist mit mehr als 14.000 Flüchtlingen das größte Flüchtlingslager Europas und restlos überfüllt. Um das eigentliche Camp herum haben Migranten Zelte und provisorische Behausungen errichtet. Im und um das Lager kommt es immer wieder zu Gewalttaten.

Die Europäische Union kommt bei einer Einigung über eine geplante gemeinsame Asylreform seit Jahren kaum voran. Italien, Malta, Spanien, Griechenland und Zypern dringen auf einen verpflichtenden Mechanismus zur Verteilung von Migranten.

Ungarn, Tschechien, Polen, Estland, Lettland, die Slowakei und Slowenien wollen hingegen das Gegenteil. Im September will die EU-Kommission neue Vorschläge vorlegen.

dpa/est

Ein Kommentar
  1. Peter Schallenberg

    Was genau wollte dieser Mann denn dort? Etwa den direkten Kontakt mit der Realität? Oder einfach nur ein lustiger Ausflug auf Steuerzahlers Kosten?