Thierry Neuville, wie ist es, hier "nur" als Zuschauer an der Strecke zu stehen?
Es ist klar, wenn man die Autos heute Morgen vorbeifahren sieht, dann denkt man, ach, hätte sicherlich Spaß gemacht, vor allem bei dem Wetter. Es wäre natürlich auch toll für die Zuschauer gewesen, aber manchmal tut's auch gut, einfach nur mal als Zuschauer dabei zu sein. Vor allem, wenn die Familie dann auch am Start ist, kann man das ein bisschen besser verfolgen, wie wenn man selbst auch mitfährt.
Was hältst du bisher von Toms Auftritt. Er schlägt sich gerade richtig gut, oder?
Ja, Tom war relativ schnell unterwegs. Die ersten drei WPs sind gefahren und er liegt knapp hinter dem Führenden. Also macht er's doch relativ gut. Es ist nur sein drittes Outing im Rally2-Fahrzeug. Und die anderen haben natürlich viel mehr Erfahrung, aber ja, Tom steigert sich bei jeder Rallye und hat das auch in der Europameisterschaft dieses Jahr bereits bewiesen. Drücken wir die Daumen, dass das hier dieses Wochenende auch gut klappt.
Hast Du ihm Tipps gegeben?
Wenig. Ich habe ihm gestern die Onboard Videos von letztem Jahr überreicht, als wir hier mit dem Rally1-Fahrzeug am Start waren. Vielleicht hat er sich davon irgendwie etwas abschauen können. Aber generell macht er sein Ding, zieht das alleine durch und macht es auch ganz gut.
Sprechen wir mal über deine Saison. 'Durchwachsen', um es mal nett zu formulieren?
Ja, das ist wahrscheinlich der richtige Ausdruck. Es ist ein schwieriges Jahr, generell ein enttäuschendes Jahr für uns. Jetzt bleibt nur eine Rallye. Wir können die Rally1-Ära noch mit einer guten Rallye beenden. Das ist das einzige Ziel, was wir in Sardinien haben werden. Es ist eine Rallye, die wir bereits mehrere Male gewonnen haben. Hoffen wir, dass wir grundsätzlich das nötige Vertrauen ins Auto finden, um schnell unterwegs sein zu können. Das ist das, was im Moment und auch bereits letztes Jahr ein bisschen gefehlt hat, seit wir an dem Auto rumgeschraubt haben und einige Neuheiten nach der tollen Saison 2024 gebracht haben. Seitdem ist es relativ schwierig.
Das nächste Jahr hängt noch so ein bisschen in der Schwebe. Was kannst Du schon sagen?
Eigentlich gar nichts. Es wird sicherlich irgendwo noch etwas gefahren werden. Was jetzt genau auf dem Programm steht, weiß ich auch noch nicht. Das Ziel ist natürlich, ein Programm mit Hyundai auf die Beine zu stellen. Und ich denke, dass wir da sicherlich in den nächsten Wochen und Monaten etwas auf die Beine stellen können.
Wäre das belgische Projekt Rally One für dich eine Option oder nicht?
Nein, im Moment ist es klar für mich, dass ich gerne mit Hyundai weitermachen möchte. Wir haben jetzt 13 Jahre zusammengearbeitet, ich bin Teil der Familie und es wird sicherlich im Laufe der Zukunft noch tolle weitere Motorsportprojekte geben und da will ich natürlich dabei sein. Wir müssen nur schauen, was wir jetzt für nächstes Jahr und die kommenden Jahre auf die Beine stellen können.
Also wahrscheinlich dann in einem Rally2-Auto die WM bestreiten, wäre das der Plan?
Ja, Rally2 oder hoffentlich eher Rally2-Kit, da könnte man wenigstens noch bei einigen Rallyes vorne mitfahren. Aber im Moment wissen wir nicht mehr. Es ist auch noch nichts bestätigt, aber ich weiß, dass einige Leute daran arbeiten.
Hast Du dir eine Frist gesetzt, wann du es wissen willst, wann das nächste Jahr feststehen muss?
Nein, ich hab da eigentlich wenig Druck. Ich denke, generell nach so vielen Jahren in der Rallye-Weltmeisterschaft ist es auch nicht schlimm, wenn wir nächstes Jahr etwas weniger fahren würden. Aber wie gesagt, im Moment wird dran gearbeitet und ich bin mir sicher, dass da sich irgendwas Schönes ergibt, was den Fans und mir gefallen wird.
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Katrin Margraff