Beim Motocross in Recht ist an diesem Wochenende die Marke von 500 Teilnehmern nur knapp verfehlt worden. Insgesamt 463 Fahrer gingen an den Start und sorgten trotz etwas weniger Teilnehmern als im vergangenen Jahr für ein gelungenes Rennwochenende.
Organisator Tom Arens zeigte sich entsprechend zufrieden: "Dieses Jahr sind ein paar weniger Teilnehmer. Ich glaube, letztes Jahr hatten wir ein bisschen mehr als 500. Dieses Jahr sind 463 Piloten hier. Was dennoch ein sehr gutes Resultat ist."
Dabei war lange Zeit nicht sicher, ob das Rennen überhaupt stattfinden konnte. Die zuletzt anhaltende Trockenheit und die Brände in der Region hatten die Organisatoren vor große Herausforderungen gestellt. Erst der Regen der vergangenen Tage sorgte für die entscheidende Entspannung. "Ohne Regen wäre auch die Organisation sehr schwierig geworden. Da hätten wir sehr viel bewässern müssen", erklärte Arens. Der Niederschlag habe nicht nur die Durchführung des Rennens erleichtert, sondern auch mit Blick auf die Brände für eine wichtige Entlastung gesorgt.
Wie groß die Erleichterung tatsächlich war, zeigt ein Blick auf die benötigte Wassermenge. "Von Montag bis Mittwoch waren, wenn ich mich richtig erinnere, 60 Liter Regen pro Quadratmeter hier auf der Stelle", so der Organisator. Die Folge waren hervorragende Streckenbedingungen. Zwar war der Boden am Samstag zunächst etwas schlammig, doch bereits in den Läufen präsentierte sich die Strecke in einem sehr guten Zustand. Auch am Sonntag gab es laut Arens "nichts zu bemängeln".
Positiv blickt der Organisator zudem auf die Entwicklung der Motocross-Szene in der Region. Nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder über die schwierige Situation und die rückläufige Zahl an Rennen gesprochen wurde, gibt es nun mit einem weiteren Rennen in der kommenden Woche in Kelmis zusätzlichen Grund zur Freude. "Es ist auf jeden Fall sehr positiv, dass wir auch mehr Rennen in unserer Gegend bekommen", sagte Arens. Neben den bisherigen Veranstaltern in Ostbelgien kommt damit ein weiterer Motocross-Club hinzu. "Wir wünschen auch dem Motocross Club Kelmis viel Erfolg."
Für Lokalmatador Jimmy Piront verlief sein Heimrennen sportlich ordentlich, auch wenn der Fahrer der MX2-Klasse mit seinem ersten Lauf nicht ganz zufrieden war. Piront wurde Dritter, ärgerte sich jedoch vor allem über den Start. "Erstens schlechter Start. Die Starts sind im Allgemeinen dieses Problem. Meistens ist einer gut und einer schlecht, dann müssen wir beide gut sein", erklärte er. Zwar arbeitete er sich anschließend nach vorne, doch die beiden Führenden waren bereits enteilt. Zudem fand Piront nicht sofort seinen eigenen Rhythmus: "Ich hatte den Rhythmus von den anderen drin und kam nicht richtig in meinen Rhythmus rein."
Für die Meisterschaft war das Ergebnis dennoch wertvoll. Die beiden Fahrer vor Piront nehmen nicht an allen Läufen teil und sind teilweise international unterwegs, sodass der Rechtener die volle Punktzahl für die Meisterschaft mitnehmen konnte. Sein Ziel bleibt klar: "Ziel ist es nur immer, Meister zu werden." Aktuell liegt Piront auf Platz zwei und hat rund 36 Punkte Rückstand. Bei noch fünf ausstehenden Rennsonntagen sieht er seine Chancen weiterhin intakt: "Es ist alles drin. Zwar schwierig, aber man kann nur immer am Ball bleiben."
Besonders speziell ist das Rennen in Recht für den Lokalmatador auch wegen der zahlreichen Zuschauer aus seinem Umfeld. Vor dem Start war die Nervosität deshalb ungewöhnlich groß. "Vom Start war ich heute selten so nervös wie heute", gab Piront zu. Die vielen heimischen Fans, die ihn an der Strecke unterstützen, würden natürlich auch Erwartungen wecken. "Man probiert sein Bestes", sagte der MX2-Fahrer.
Christophe Ramjoie