Bei seiner Premiere bei Lüttich-Bastogne-Lüttich erlebte Tim Rex einen harten, aber besonderen Einstand. Die Marschroute im Team war eindeutig: "Heute quasi immer mit Ben zu bleiben. Ben war unser Leader". Entsprechend stellte sich Rex kompromisslos in den Dienst seines Kapitäns, half beim Positionieren und hielt ihm über weite Strecken den Rücken frei.
Früh im Rennen sorgten eine große Spitzengruppe und ein Sturz bergauf für Unruhe im Feld. "Dann waren auf einmal 50 Mann weg", schilderte Rex die hektische Phase, in der auch Remco Evenepoel in der Offensive vertreten war. Danach übernahm UAE Team Emirates die Kontrolle und erhöhte das Tempo deutlich. "Ab dann ist UAE eigentlich echt hart gefahren", so Rex.
Mit zunehmender Distanz schrumpfte das Feld immer weiter, ehe der Belgier seinen letzten großen Einsatz für seinen Teamleader fuhr. "Ich bin die ganze Zeit mit Ben geblieben und habe ihn in die Redoute reingefahren", sagte Rex über seine Helferdienste am legendären Anstieg La Redoute. Danach seien die Reserven aufgebraucht gewesen: "Ab dann war bei mir auch der Ofen aus".
Trotz der Strapazen überwog die Begeisterung über sein Heimrennen. "Es war mega schön. Vor allen Dingen fährt man einfach über Straßen, die man kennt", erklärte Rex, der die besondere Atmosphäre in den Ardennen sichtlich genoss.
Den Sieg sicherte sich erneut Tadej Pogacar, der den Klassiker bereits zum vierten Mal gewann. Rex zeigte sich beeindruckt: "Ich glaube, die sind einfach unfassbar stark".
Für ihn selbst standen nach dem kräftezehrenden Tag zunächst deutlich einfachere Ziele auf dem Programm: "Ein bisschen Pizza essen".
Radio-Interview mit Tim Rex im Player:
Tadej Pogacar gewinnt die 112. Ausgabe von Lüttich-Bastogne-Lüttich
Christophe Ramjoie