Lokalmatador Adrian Fernémont hat die 43. Ausgabe der Rallye de Wallonie gewonnen. Für Fernémont ist es der dritte Sieg in Namur. Maxime Potty musste sich nach einer Zeitstrafe mit dem zweiten Platz begnügen.
Potty lag am Ende 28,6 Sekunden hinter Fernémont - ohne die Zeitstrafe von 30 Sekunden wäre er als Sieger hervorgegangen. Potty war wegen einer Reparatur zu spät an der Zeitkontrolle. Dank Platz zwei übernimmt Potty die Führung in der Landesmeisterschaft von Cédric Cherain, der kurzfristig für Namur abgesagt hatte.

Auf Platz drei hinter den beiden Skoda Fabia fuhr Romain Delhez im Porsche, der damit der erste Sieger in der neuen 'Porsche Rallye Trophy Benelux' ist. Platz vier ging an Bastien Rouard im Citroën vor Tom Rensonnet im Porsche von EMO Sport-LifeLive.
Jos Verstappen lag Sonntagmorgen auf Podiumskurs - bis zu einem Überschlag. Verstappen war mit einem neuen Beifahrer an den Start gegangen. Weil Renaud Jamoul sich das Bein gebrochen hatte, sprang Jasper Vermeulen ein - eigentlich Beifahrer von Cherain. Cherain hatte aber wegen eines teaminternen Streits nach einem Unfall bei Testfahrten auf den Start bei der Rallye de Wallonie verzichtet.
In der Historik-Klasse fuhr der ehemalige Radprofi Tom Boonen im BMW 325i E30 seinen Premieren-Sieg ein.

Sergio Plattes: "Jetzt sind wir top vorbereitet"
Die Rallye de Wallonie war auch der Saisonauftakt für das ostbelgische Duo Sergio Plattes und Andreas Palm. Sie nutzten die Rallye als Vorbereitungslauf auf den Stellantis Cup. "Wir wollten uns verbessern, in Sachen Bremspunkte oder in den Kurven früher aufs Gas gehen - alles, was letztes Jahr nicht so gut geklappt hatte", sagte Plattes dem BRF. "Wir haben verschiedene Set-Ups ausprobiert und verschiedene Reifen."
Der Start am Samstagmorgen verlief besser als erwartet. "Ich hab mich super gefühlt. Es war eine sehr, sehr gute Etappe und wir lagen nur 0,6 Sekunden hinter dem Klassenersten, der die Rallye gut kennt. Damit hatten wir jetzt nicht gerechnet, weil es nicht das Ziel war, hier Topzeiten zu fahren. Aber daran hat man natürlich erkannt, dass das, was wir umsetzen wollten, direkt geklappt hat."
Auch danach lagen die beiden etwa eine Sekunde pro Kilometer hinter den Schnellsten - bis zu einem Ausritt an der gleichen Stelle wie eine Menge anderer Fahrer. "Der Kühler war kaputt und dann mussten wir aussetzen, um den Motor nicht kaputt zu fahren." Nach einer Reparatur ging es weiter. "Wir sind sofort wieder in den Rhythmus gekommen und gute Zeiten gefahren."
Auch der Sonntag ging nicht ohne Zwischenfälle vorüber. "Der Kühlerschlauch hat sich gelöst und wir haben Kühlflüssigkeit verloren", erklärt Plattes. "Wir mussten wieder drei WPs aussetzen. Und die letzte Schleife hat wieder super geklappt, bei der letzten Wertungsprüfung sogar die Bestzeit in unserer Kategorie - und die 14. Zeit von allen Fahrzeugen. Da waren wir zwischen den Rally2 und den Porsche."
Das Fazit von Sergio Plattes: "Wir haben unsere Ziele übertroffen. An den Zeiten hat man gesehen, dass geklappt hat, was wir uns vorgenommen hatten. Wir sind top vorbereitet für diese Saison." Plattes-Palm wurden Dritte der Klasse RC4 mit sechs Startern und 40. in der Gesamtwertung. Beim Ardenne Rally Festival am 30. Mai gehen sie im Stellantis Cup an den Start.
Thomas Velz aus Bütgenbach sollte die Rallye de Wallonie als Beifahrer von Sam Weimerskirch aus Luxemburg im Mitsubishi Lancer bestreiten. Technische Probleme entschieden aber anders. "Am Anfang war ein kleines Teil vom Getriebe rausgeflogen, das ist repariert worden. Und nach dem Neustart ist uns nach 300 Metern die Kupplung um die Ohren geflogen", erklärte Velz.
belga/km