Im Spitzenspiel der ersten Frauen-Fußball-Provinzklasse zwischen der AS Eupen (3.) und Tabellenführer RFC Lüttich entwickelte sich in der ersten Halbzeit eine intensive Partie. Eupen versuchte mutig mitzuspielen, ging dabei jedoch in der 25. Minute ein zu hohes Risiko im eigenen Strafraum ein. Das nutzte Melis Kelic eiskalt aus und brachte die Gäste aus kurzer Distanz mit 0:1 in Führung.
Die Gastgeberinnen zeigten sich davon wenig beeindruckt und suchten ihrerseits den Weg nach vorne. In der 33. Minute bot sich Laurie Halkin die große Chance zum Ausgleich, doch der Ball wollte nicht ins Netz. Kurz vor der Pause wurde es dann noch einmal brenzlig für Eupen: In der 42. Minute wäre Caroline Brouwers beinahe ein unglückliches Eigentor unterlaufen. So ging es mit einem knappen 0:1 Rückstand der Ostbelgierinnen in die Pause
Auch in der zweiten Halbzeit blieb das Spitzenspiel zwischen der AS Eupen und dem RFC Lüttich spannend und umkämpft. In der 50. Minute bewahrte Eupens Schlussfrau Adelia Lejeune ihr Team mit einer starken Parade vor einem weiteren Gegentreffer, als sie einen Schuss von Duyckaerts glänzend entschärfte.
Nach etwas mehr als einer Stunde lag den Gästen dann das 0:2 auf dem Fuß, doch erneut rettete die Eupener Defensive in höchster Not: Caroline Brouwers klärte den Ball gerade noch auf der Linie und hielt ihr Team im Spiel.
Eupen gab sich nicht auf und drängte in der Schlussphase auf den Ausgleich. In der 78. Minute bot sich eine riesige Chance, doch die Lütticher Keeperin konnte zunächst noch retten. Nur zwei Minuten später war sie jedoch machtlos: Nach einer unglücklichen Aktion setzte Nahel Haddouchi energisch nach und drückte den Ball zum verdienten 1:1 über die Linie.
Die Freude währte allerdings nicht lange. Drei Minuten vor dem Ende schlug der Tabellenführer erneut zu: Kenza Allett traf zum 1:2 und sicherte dem RFC Lüttich in einer dramatischen Schlussphase den Sieg.
So blieb es am Ende bei einem hart umkämpften Erfolg für die Gäste, während Eupen trotz großer Moral und Leistungssteigerung nach der Pause ohne Punkte dastand.
"Das war nicht nötig"
Eupens Trainerin Farrah Meyer zeigte sich nach der knappen Niederlage vor allem über den späten Gegentreffer enttäuscht: "Es ist ärgerlich, weil wir das 2:1 in den letzten Minuten kassieren – das war nicht nötig."
Trotzdem überwog bei der Eupener Trainerin auch der Stolz auf die Leistung ihrer Mannschaft: "Nichtsdestotrotz war es ein schönes Spiel. Wir haben wieder richtig guten Fußball gespielt. Es war bis zur letzten Minute offen – es hätte für uns genauso gut ausgehen können wie für Lüttich."
Mit Blick auf die Saisonziele blieb Meyer klar und ruhig in der Analyse: "Es überrascht mich nicht, dass wir so gut dastehen. Unser Gefühl war, dass wir Top 3 oder Top 4 erreichen können. Dieses Jahr geht es vor allem darum, Stabilität rein zu bekommen und dass die Mädels ohne Druck zusammenspielen."
Auch die Perspektive ist deutlich formuliert: "Wir wollen nichts überspringen, sondern Schritt für Schritt gehen. Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren aufzusteigen."
Und mit einem Augenzwinkern richtete sie den Blick bereits nach vorne: "Man sieht sich nächstes Jahr wieder – dann wollen wir angreifen."
Christophe Ramjoie