Für Thierry Langer ist das Kapitel Olympia in diesem Winter abgeschlossen. Die Staffel am Dienstag war der letzte Auftritt des 34-Jährigen bei den Spielen in Antholz. Ob er 2030 noch einmal an den Start geht, lässt der 34-Jährige offen.
"Mit den persönlichen Resultaten bin ich nicht so ganz zufrieden, besonders am Anfang und in den Einzelwettkämpfen – das war nicht das, was ich eigentlich kann", sagt Langer selbstkritisch. "Ich habe mich bei diesen Spielen einfach sehr schwergetan." Entsprechend habe er "sehr wenig genießen" können.
Erst im Staffelrennen lief es besser – sportlich und emotional. "Das war so das erste Rennen, wo wirklich auch mit der eigenen Leistung ein bisschen Spaß dabei war. Ich konnte mich auf der Piste mit den anderen schlagen." Am Schießstand seien dann allerdings "wieder ein, zwei Fehler zu viel" passiert.
Sein Gesamtfazit fällt klar aus: "Nicht so ganz zufrieden. Auch ein bisschen Schwierigkeiten, das Ganze zu genießen."
Gleichzeitig hebt Langer die Bedeutung seiner dritten Olympiateilnahme hervor. "Es sind die Spiele. Klar sind die eigenen Ziele gewachsen in den letzten Jahren. Aber man muss das auch genießen und vielleicht auch stolz sein, dass man dabei ist." Dreimal Olympia sei "eigentlich fast etwas Historisches". Trotz verfehlter persönlicher Ziele wolle er "positiv darauf zurückschauen".
Viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht. Im Weltcup stehen noch drei Stationen an – und Langer hat klare Ziele. "Ich glaube, da ist nochmal einiges möglich. Vielleicht ist bei dem einen oder anderen die Luft raus. Davon will ich profitieren." Nach den intensiven Wochen wolle er sich "auch irgendwas beweisen". Dass Ergebnisse in Richtung Top 20 möglich sind, habe er im Weltcup bereits gezeigt: "Und das will ich jetzt in den letzten drei Wochenenden nochmal bestätigen."
Und 2030? "Man soll niemals nie sagen." Gleichzeitig macht Langer deutlich: "Vier Jahre sind viel. Ich bringe mittlerweile ein gewisses Alter mit." Er wolle weitermachen, aber "von Jahr zu Jahr schauen, wie das funktioniert". Die Konkurrenz durch jüngere Athleten werde größer, "einfacher wird es nicht". Solange der Spaß da sei, mache er weiter – "und 2030 werden wir dann sehen."
Christophe Ramjoie