Marisa Emonts kann ihr Glück kaum fassen. "Wahnsinn. Einfach so cool, dass ich meine ersten Olympischen Spiele an dem Ort erleben darf, wo alles angefangen hat", sagt Emonts mit strahlenden Augen. Das Stadion, die Strecke, die Atmosphäre – all das ist ihr bestens vertraut. "Ich kenne das Stadion super gut. Ich kenne die Strecke. Ich kenne die Leute. Ich kenne die Atmosphäre. Ich freue mich da einfach mega drauf." Für sie schließt sich damit ein Kreis.
Die Vorbereitung auf das Großereignis verlief allerdings alles andere als optimal. "Die letzten paar Tage waren ein bisschen durchwachsen", berichtet sie offen. Emonts reiste später als geplant nach Antholz, nachdem sie am Freitag, dem 13., von einem Magen-Darm-Infekt erwischt wurde. "Der hat dann auch noch mit einem Sturz geendet und einem abschließenden Krankenhausbesuch." Inzwischen geht es ihr aber wieder gut: "Jetzt geht es mir wieder super und ich freue mich und kann, denke ich, gut angreifen".
Dass zuletzt mehrere Athletinnen im Biathlon von Krankheiten betroffen waren, sieht sie als unglücklichen Zufall. "Ich glaube, das war wirklich einfach Pech. Das hat man jetzt abgehakt."
Für ihren Einsatz in der Staffel hat sie sich vor allem eines vorgenommen: Ruhe bewahren und ihr eigenes Rennen laufen. "Unser Trainer sagt immer: 'Faire du bon biathlon'. Also ich möchte einfach guten Biathlon machen, sauber am Stand arbeiten, keine Schüsse unsauber rausschießen." Gerade weil es Olympische Spiele sind, wolle sie nichts erzwingen. "Jetzt nicht einfach nur, weil es Olympia ist, eine superschnelle Serie raushauen, sondern genau mein Ding machen". Auf der Strecke kenne sie ihre Stärken: "Vielleicht an die ein oder andere hinten dranhängen, die Erfahrung mitnehmen – und auf der Schlussrunde heißt es einfach nur noch Vollgas und bis zum Gehtnichtmehr ans Limit gehen".
Was das Ergebnis betrifft, bleibt Marisa ambitioniert, aber realistisch. "Ich glaube, wir haben im Dezember schon gesehen, dass wir die Top Ten auf jeden Fall mal visieren können." Das bisher beste Resultat sei Rang 13 gewesen. "Gerne auch Top zwölf oder Top zehn – wenn wir das schaffen würden, das wäre natürlich mega. Und ich denke, da sind wir auch in der Lage zu."
Christophe Ramjoie