"Wir sind seit drei Tagen hier, ich konnte die Strecke und den Schießstand schon kennenlernen. Ich fühle mich gut, nicht zu gestresst – dieses kleine Kribbeln ist normal", sagt Sam Parmentier. Besonders die gute Stimmung im Team stimme ihn optimistisch. "Das Ambiente ist wirklich super, und für die Staffel verheißt das nur Gutes."
Für das Staffelrennen hat Parmentier klare persönliche Erwartungen. Er will vor allem an seine Leistungen im Weltcup anknüpfen. "Ich möchte Rennen zeigen wie im Weltcup, mit dieser Lockerheit am Schießstand, die mir sehr gute Resultate ermöglicht hat." Drei Staffelrennen habe er in dieser Saison bereits bestritten – "und alle drei sind sehr gut gelaufen". Auch wenn es für seine Teamkollegen Thierry und Florent bei den bisherigen Olympiarennen noch nicht ideal lief, spüre er deren Kampfgeist" "Sie sind sehr motiviert und nehmen die Staffel sehr ernst – das ist gut für alles, was noch kommt."
Dass nun gleich vier Athleten aus Ostbelgien Teil der belgischen Staffel sind, sei "eine große Ehre". Parmentier betont die besondere Rolle der Region: "Dort hat der Biathlon in Belgien ein Stück weit begonnen." Von dort aus habe sich der Sport langsam weiterentwickelt, auch in Richtung Spa. "Es ist ein bisschen der Anfang, und ich hoffe, dass noch viele weitere Belgier – aus dem ganzen Land – dazukommen."
Einen großen Unterschied zwischen Weltcup und Olympischen Spielen spürt er bislang kaum: "Wir sind etwas isoliert untergebracht und nicht direkt im Olympischen Dorf. Für mich fühlt es sich deshalb nicht komplett anders an." Genau das sei auch seine Strategie: "Ich möchte die Wettkämpfe wie einen Weltcup angehen, weil ich dort zuletzt gut war." Natürlich sei der olympische Rahmen besonders: "Es sind die Spiele – die persönliche Erwartungshaltung ist höher, und es sind mehr Medien und mehr Leute da." Dennoch versuche er, den Fokus ausschließlich auf das Rennen zu legen und den zusätzlichen Druck auszublenden.
Die größere Aufmerksamkeit und die vielen Zuschauer nehme er bewusst wahr, wolle sich davon aber nicht beeinflussen lassen. "Man darf es nicht leugnen, die Sichtbarkeit ist größer, und wir vertreten die Nation auf eine andere Art, weil wir vom Olympischen Komitee ausgewählt wurden." Für ihn gelte jedoch: Konzentration vor dem Rennen, genießen danach. "Ich versuche, die mediale Aufmerksamkeit beiseitezuschieben und mich auf die Strecke zu fokussieren – und nach dem Rennen die Stimmung zu genießen."
Besonders freut er sich über die Unterstützung seiner Familie, die zahlreich anreisen wird. "Zu den Olympischen Spielen kommen natürlich mehr Angehörige – das ist schön und motivierend." Zusätzlichen Druck wolle er sich dadurch aber nicht machen: "Ich weiß, dass Druck nicht hilfreich ist." Stattdessen wolle er nach dem Wettkampf bewusst Zeit mit jenen verbringen, "die uns jeden Tag unterstützen".
Interview mit Sam Parmentier (auf Französisch) im Player:
Christophe Ramjoie