"Früher hatten wir ja auch noch sehr starke Winter", erinnert sich Ewald Langer. "Thierry hat mit sieben, acht Jahren mit dem Skifahren begonnen, wie alle Kinder in Elsenborn. Im Sommer hat er viel Leichtathletik gemacht, Rollerski gab es damals noch nicht."
Mit etwa 15 Jahren entdeckte Thierry den Biathlon. "Mit Thorsten und Pascal Langer hatten wir in Elsenborn zwei Jungs, die Biathlon machten. Ich kann mich noch gut erinnern: Bei einem Langlaufrennen in Weywertz haben wir den Präsidenten des Biathlonverbands getroffen und gefragt, ob es möglich wäre, dass sie Biathlon machen. Und dann sind sie direkt gestartet.“
Die ersten Gewehre kamen von der Armee, Ausrüstung und Munition mussten die jungen Athleten selbst bezahlen. "Im Sommer sind wir nach Österreich gefahren, nach Hochfilzen, und haben dort von Rollerskistrecken und Skistandorten profitiert. Das war die Basis für Thierry."
Bereits früh zeigte sich, dass mehr möglich war als einzelne Rennen. "Die Motivation kam, weil sie trotz wenig Training gute Resultate erzielten. Dann hat Thierry entschieden, ins Biathlonzentrum Clausthal-Zellerfeld nach Deutschland zu gehen. Später folgten Trainingsaufenthalte in Hochfilzen und Obertilliach, oft ganz alleine, begleitet von erfahrenen Trainern."
Bei den Olympischen Spielen in Antholz lief es sportlich diesmal nicht nach Wunsch. "Es ist schade, dass die Rennen nicht so geklappt haben", sagt Ewald Langer. "Er hat sich gut vorbereitet, aber die Höhe hat einen Strich durch die Planungen gemacht. Trotzdem ist es sehr schön, ihn live bei Olympia zu erleben."
Und wie geht es weiter? "Ob Thierry 2030 wieder bei den Olympischen Spielen startet, ist noch offen. Es hängt viel von den kommenden Resultaten ab. Die nächste Saison will er auf jeden Fall noch angehen – und dann wird man sehen, was möglich ist", so sein Vater.
Ausführliches Radio-Interview mit Ewald Langer im Player:
Christophe Ramjoie