Wenn am Mittwoch die Biathlon-Staffel der Frauen bei Olympia ansteht, wird Marisa Emonts erstmals bei Olympischen Spielen am Start stehen. Für ihren Vater Ralph Emonts aus Kelmis ist das ein emotionaler Moment. "Natürlich sind wir sehr, sehr stolz und glücklich. Olympia mit 20 Jahren – das ist schon etwas ganz Besonderes."
Berufsbedingt zog die Familie vor einigen Jahren nach Bayern. Emonts war früher selbst aktiver Wintersportler – und seine Tochter findet heute in Ruhpolding optimale Trainingsbedingungen vor. "Das ist hier natürlich ein ganz anderes Umfeld mit perfekten Möglichkeiten", sagt er.
Dabei sei das große Ziel ursprünglich eher auf die Olympischen Spiele 2030 ausgerichtet gewesen. Umso größer sei die Freude über das frühe Olympia-Debüt in Antholz am Mittwoch.
Vor acht oder neun Jahren habe alles mit dem Langlauf begonnen. "Da war sie noch ganz klein und konnte gerade so auf den Skiern stehen." Die ersten Biathlon-Trainings erlebte sie bei einem Urlaub in Antholz mit der belgischen Mannschaft. "Und jetzt schließt sich dieser Kreis bei Olympia – das ist einfach unglaublich."
Besonders beeindruckt zeigt sich der Vater von der Eigenständigkeit seiner Tochter. "Sie hat das komplett alleine entschieden." Nach dem Abitur habe sie sich bewusst für den Weg mit Belgien entschieden und den Schritt in den Leistungssport gewagt. "Da steckt tägliches Training dahinter, oft zwei Einheiten am Tag. Das sieht man als Außenstehender gar nicht."
Parallel dazu absolviert sie ein Fernstudium und kümmert sich selbst um Sponsoren. "Sie macht das komplett selbstständig und weiß genau, wo sie hinwill. Das ist für mich eigentlich das Schönste an der ganzen Geschichte."

Christophe Ramjoie