Für Peter Thomé ist es die Erfüllung eines kleinen Traums. Antholz ist für ihn kein unbekannter Ort: Mit dem belgischen Biathlon-Team war er hier über viele Jahre hinweg regelmäßig zu Gast bei Weltcup-Rennen. Nun kehrt er zurück - nicht als Funktionär oder Trainer, sondern als Volunteer. "Dass ich nach so vielen Jahren noch einmal bei Olympischen Spielen dabei sein darf und hier freiwillig mithelfe, ist etwas ganz Besonderes", sagt Thomé. Vor allem die vielen bekannten Gesichter machen diesen Einsatz für ihn emotional.
Der Weg dorthin war allerdings anspruchsvoll. Im September 2024 entschied sich Thomé, sich als Volunteer zu bewerben - nach Rücksprache mit seiner Familie. Im Mai des darauffolgenden Jahres folgten mehrstündige Auswahlgespräche in Cortina d'Ampezzo, geführt auf Deutsch, Französisch und Englisch. Dabei wurde nicht nur sein Lebenslauf genau geprüft, sondern auch seine gesamte berufliche Erfahrung im Sport. Entgegen seiner Erwartung wurde Thomé nicht im technischen Bereich oder direkt an der Strecke eingesetzt, sondern am Infopoint - eine Aufgabe, die er schließlich annahm. Danach folgte ein intensives Schulungsprogramm mit insgesamt 24 Modulen für internationale Volunteers.
Als einer der Gründerväter des belgischen Biathlon-Verbandes verfolgt Thomé die Entwicklung "seiner" Sportart mit Stolz. Bei diesen Spielen ist die belgische Biathlon-Delegation so groß vertreten wie nie zuvor. Zahlreiche belgische Fans sind nach Antholz gereist, um ihre Athletinnen und Athleten zu unterstützen. Organisatorisch betreut wird es unter anderem von Philipp, der vom Belgischen Olympischen Komitee abgestellt wurde, während Direktor Olav Spahl zwischen den verschiedenen olympischen Austragungsorten pendelt.
Sportlich blickt Thomé differenziert auf die ersten Wettkämpfe. Von der Mixed-Staffel hätte er sich etwas mehr erhofft, räumt aber ein, dass es das erste Rennen der Spiele war. Besonders bitter: Athletin Lotte Lie erkrankte, was sich trotz fehlerfreiem Schießen im Ergebnis niederschlug. "Wenn man krank ist, verliert man eben Plätze", sagt Thomé - realistisch, aber weiterhin zuversichtlich.
Für ihn überwiegt dennoch die Freude: über das Wachstum des belgischen Biathlons, über die Präsenz bei den Olympischen Spielen - auch mit 74 Jahren noch mittendrin.
Radio-Interview mit Peter Thomé im Player:
Christophe Ramjoie