Nach der enttäuschenden Olympia-Premiere der belgischen Biathlon-Mixed-Staffel überwog bei Thierry Langer die Ernüchterung. Nach einem Sturz in seinem Abschnitt und mehreren Nachladern am Schießstand kam Belgien am Ende nicht über Platz 18 hinaus. Das war deutlich unter der eigenen Zielsetzung, einem Rang unter den Top acht. Besonders bitter: Ausgerechnet der erfahrenste Athlet im Team wurde zum tragischen Faktor.
"Das gehört zum Biathlon. Jeder Tag ist ein neuer", erklärte Langer und ordnete den Rückschlag nüchtern ein. Entscheidend sei vor allem das Schießen gewesen. "Es hängt viel für uns am Schießen. Heute hat es für mich nicht geklappt. Das ist natürlich schlecht für die Staffel, weil da nicht nur meine Leistung dranhängt, sondern die der ganzen Mannschaft." In der Staffel wirke sich jeder Fehler doppelt aus, entsprechend schwer wiege das Resultat.
Der Blick richtet sich nun nach vorne. Mit noch zwei Trainingstagen vor dem nächsten Wettkampf wolle man die Fehler gezielt aufarbeiten. "Da müssen die Fehler ausgemerzt werden, und am Dienstag gibt es neue Chancen, es besser zu machen", so Langer. Am Dienstag steht für ihn der Einzelwettkampf über 20 Kilometer auf dem Programm.
Seine persönliche Zielsetzung bleibt dabei unverändert: "Die Top 20 sind auf jeden Fall das große Ziel. Alles, was besser ist, wäre ein Riesengewinn." Dass er dazu in der Lage ist, hat er bereits gezeigt. "Meine Bestleistung ist im Moment ein Platz im Weltcup. Das kann ich erreichen – gerade bei so einem Wettkampf. Dafür muss allerdings die Schießleistung stimmen."
Zusätzlichen Rückhalt erhält Langer in Antholz durch seine Familie, die zahlreicher als sonst vor Ort ist. Druck verspürt er dadurch keinen. "Das macht Spaß, aber besonderen Druck empfinde ich nicht." Vielmehr setzt er auf seine Erfahrung. "Ich hoffe, diese auch mitzunehmen, um einen schlechten Wettkampf abhaken zu können."
Nach einem Tag zum Vergessen gilt für Thierry Langer damit der klassische Biathlon-Grundsatz: abhaken, neu fokussieren – und am Dienstag neu angreifen.
Radio-Interview mit Thierry Langer im Player:
Christophe Ramjoie